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Der Orient · 1848-08-05 · Heft 32 (5.8.1848) · p. Seite 249

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 32 (5.8.1848)
Date
1848-08-05
Page
Seite 249 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Heulte Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirr bei allen löbl. Postam'ern und allen selid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur» Herausgegeben von vr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Üiteraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. S 32. Leipzig/ tat 5. Ziiigust Inhalt DeuLschland 's vereinigte Staaten Leipzig. Der Schuselka'sche Antrag in der Nationalversammlung. Leipzig. Die Juden in Rußland. Frankfurt a. M. Die Ausschließung der Juden als Beisassen in der Verfassungssache. Frankfurt a. M7 / Protest in diescr Angelegenheit. Berlin. Aufhebung des Unterschiedes zwischen naturalisirten und nichtnaturalissrten Juden in Posen. Leipzig. Aufruf von Dr. Steinfeld über Reform. Karlsruhe. Das Jüdisch - sprechen. — Oesterreichische Nebenlauder. Lemberg. Thatigkeit der Reformpartei. Krakau Die isr. Handelsschule. — Die Juden in Abysft'nieu. Von Filosseno Luzzatto. Ein Sendschreiben. — Personalchronik und Misccllen. Leipzig. — LB. d. Or. Deutschland's vereinigte Staaten. Leipzig, .20. Juli. In der Sitzung der konstitnirenden Versammlung in Frankfurt am "18. Juli stellte Mg. Schusclka folgenden Antrag: Die Enthebung der Juden von den auf ihnen lastenden Ausnahmsbestimmnngen sei als von sich selbst verstehend in den „Grundrechten des deutschen Volkes" nicht besonders aufgesührt;" es sei indeß zu besorgen, daß einzelne Gemeinden den Inden die Gleichstellung in allen Rechten verweigern würden, und damit nicht die Grauelsscenen wiederhohlt werden, welche die ersten Tage der deutschen Freiheit in einigen Gegenden geschändet, sei eine Erklärung der Versammlung nothwendig, und er beantrage zu bicfeut Zwecke: die Versammlung möge das ganze Gewicht ihres Einflusses in die Wagschale legen und in einem Erlasse die volle Gleichberechtigung der Juden mit' allen übrigen Einwohnern für eine Ehren- und Gewissen Pflicht erklären." Wir erkannten hierin die edle und humane Absicht des Hrn. Schnselka, der die schleunigste Berathung und Beschlnßuahme dieses Antrags deshalb empfehlen zu dürfen glaubte, weil erstens, wie er selbst erklärte, es gerade zu einer Zeit dringende Pflicht der Versammlung sei, die Inden für integrirende Glieder des Staatskörpers zu erklären, in der es zur Schande der Menschheit und des 19. Jahrhunderts noch Gemeinden geben käme, wo die ärgsten mittelalterlichsten Verfolgungungsscenen an Juden verübt worden; zu einer Zeit ferner, wo noch eine kompakte der Freiheit und Menschheit feindliche Partei, .. Obskuranten, Fanatikern, Büreankräten und Reaktionäre vorhanden ist, die sich es zur Aufgabe gemacht zu hahaben scheint,,- durch alle erdenkliche, böswillige Mittel und jesuitische Kunstgriffe die Juden. zu verdächtigen und anznschwärzen. Auch ist die Angelegenheit derJudengleichstellung keine individuelle sondern universelle, hunderttausend Menschen, hunderttausend Deutschland angehende; es ist eine heilige Angelegenheit von circa einer halben Million Inden, die trotz ihrer dreitausendjahrigen Anhänglichkeit an ihre monotheistische Religion, zu jeder Zeit hinlänglich Proben abgelegt von ihrer nicht minder treuen Anhänglichkeit an das deutsche Vaterland, Wir stimmen daher dem Schuselka'schen Antrag vollkommen bei, daß es zugleich eine Ehren- und * Gewissenspslicht von Seiten der Volksvertreter des dcntschen Volkes gewesen, durch öffentliche Erlasse an das Volk zu erklären: daß sie die größte Entrüstung an den Tag legen müssen über die neulich in einigen deutschen Gemeinden verübten Judenverfolgungen, und das: > sie als Vertreter und' Gesetzgeber des gesammken deutschen Vaterlands ihre ganze moralische und materielle Macht aufbieten--werden, in Zukunft solche Schandthatcn nicht nur nicht zu dulden, sondern audj durch Festsetzung von exemplarischen Strafen unmöglich zu machen. Wir wiederholen cs, die Versammlung war eo ihrer eigenen Würde und der Ehre des' deutschen Volkes 32

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