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Der Orient · 1848-07-29 · 31 (29.7.1848) · p. Spalte 495-496

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
31 (29.7.1848)
Date
1848-07-29
Page
Spalte 495-496 (sequence 8)
Language
German
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495 vielhat Kampf .und Leseverbot bis auf den heutigen Tag bewirkt,'- daß selbst wir den Erleichterungen Chiskijjas nicht Folge leisten, wozu allerdings die rücksichtslose Erschwerungssucht, der spätem Rabbinen das meiste beigetragen. In seinen Werken erzählt er hie und da manche uns fremde Einrichtung, und Sitte, die nicht unerwähnt bleiben dürfen. So Perl Chadasch ID. 19, 6, daß die muhammedanlschen Fleischer auch von Israeliten schlachten lassen , und das für diese nicht Brauch- und Genießbare zum Verkaufe an Muhammedaner verwenden; doch müsse der jüdische Schächter 9 - , unmittelbar vor dem Schlachten die Worte?jl,o uJ! (Gott ist mächtig) aussprechen, sollen die Muhammedaner das Fleisch genießen. — Das. 108, 15, beschreibt er eine Art Bratöfen in Alexandrien, die eine Elle an Länge, eine halbe Spanne an Breite und die Oeffnung oben haben, so daß der Bratspieß von Oben-hineingesteckt wird. — Zm Kunteras Acharon ID. 61, 33 , bezeugt er, daß in Palästina dem Priester die in der heiligen Schrift bestimmten Fleischstücke annoch gegeben werden, so ein Israelit zum eignen Verbrauch ein Thier schlachtet, und daß er stlder so glücklich gewesen, dieses Gebot zum Lftern erfüllen zu können. — Den Brauch, in Jerusalem die Scheidebricfe nicht auf Pergament, sondern auf gewöhnlichein Papier zu schreiben, theilt er in Hilchot Gjttin 124, 12 billigend mit. — Hingegen tadelt er im Peri Chadasch O. CH. die Art und Werse der Mazzot-Zubereitung in Jerusalem, wo der Backofen in dem Bereitungszimmer selbst sich befindet, und meint, diese Mazzot seien aus verschiedenen Gründen am Pesach zu essen verboten. — Auch führt er in allm Werken oftmals arabische Wörter zur Erklärung an. Zu seinen Schülern werden gezählt: Isaak Rapa- Jizchak Asulai gest. 1732 in Jerusalem (Asulai I. i litt. N num. 49) und (Salomo Algasi, Rabbiner in Egypten, zu seinen Gefährten: Iosefha-LewiNasic, Verfasser der epT rjüD in 2 Bdn. und Iehuda ha-Kohen, den Chiskijja in Majim Chajim anführt ^As. T. 1 lit. num 91); von seinen Verwandten können wir außer dem Vater David nur den Schwager Mose Chages nennen. Chiskijja besaß einen außergewöhnlichen Scharfsinn, der ihn stets zu eigner Prüfung und Untersuchung anrrieb, und ihn zurückhielt, die Aussprüche großer Vorgänger unbedingt anzuerkennen. Gefiel ihm ein solcher Ausspruch nicht, und wußte er ihn mit Beweisen aus dem Talmud und andern rab» binischen Schriften zu widerlegen, so schonte er selbst derbe Worte nicht, und warf dem Einen Unachtsamkeit, dem Andern vorschnelles Urtheilen vor. Er geht stets auf die ersten Quellen, namentlich auf den Talmud selbst zurück, um die Entscheidungen der später» Rabbinen zu mißbilligen, und konnte deren berghoch gehäufte Erschwerungen nicht dulden, wenn er auch nie den Standpunkt des strengen Rabbinismus verlassen, und 'etwa auf einen freieren Boden sich gestellt hat. Seine Gelehrsamkeit erstreckte sich sogar auf profane Gegenstände, urd besonders zeichnete er sich in der Kalenderberechnung aus, in welcher er dem Jakob den Ascher, Vers, des Tur, bedeutende Fehler nachgewiesen. Noch heute steht er als einer der scharfsinnigsten Rabbinen da, und seine Werke werden vielfach zu Diskussionen gelesen und benutzt; aber noch heute erlangen seine Entscheidungen bei den Strenggläubigen keine Kraft, weil er frei und selbständig, ohne Autoritätsglauben und in der Regel erleichternd entschieden. Dr. Frankel. Ankündigungen.. 496 port .Co he n, Verfasser 'HU, Ieschaja ben Ankündigungen ♦ In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen H Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. pD-nrnttf n-s V;bp» oder . '• Supplement und Erläuterungen zum Mruch. B-» R. Jesaja Pik. 1. B. 8. 85 Bt. brosch. 24 Ngr. Das vortreffliche und seltene Werk von dem berühmten Talmudisten, das,etn unentbehrliches Supplement zum "Aruch von Nathan ben Jechiöl bildet, ist erst jetzt in den Buchhandel gekommen. Der zweite und letzte Band (vom Buchstaben bis n) wird zum Drucke vorbereitet. Wir bemerken, daß nur noch wenige Exemplare vorräthig sind. (72.1 Bei C» L. Fritzsche in Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Urkunden zur Geschichte der Jude«. In ihren Originalsprachen gesammelt und mit §mer deutschen Uebersetzung versehen. Her aus gegeben von Julius Fürst. , Erstes Heft. Preis 10 gGr. Druck von I. H. Nagel. Verlag von C. L. Fritzsche. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. '

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