Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 31 (29.7.1848)
- Date
- 1848-07-29
- Page
- Seite 241 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2360092-2360526-2360558--6488-3534321- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Berichte, Studien und Kritiken Neunter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Wr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Julius Fürst. Jahrgang. Don dieser Zeitschrift erscheinen, wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen- und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, den 29. Juli 1848. Inhalt. Deutschland's vereinigte Staaten Frankfurt a. M. Todesfall. B e r l in. Zulassungs-Berechtigung lüd. Gelehrten zu akad. Lehrämtern. Posen. Milderes Verfahren Rußlands gegen die Judeu. Wien. Erhaltung und Fortbildung im Judenthume v. Raöb. Horwitz. Berlin. Dr. Ko sch. Dr. Jacob y. Prag. Jüdische Zustande. Frankfurt a. M. Antrag an die Nationalversammlung. Wien. Einzelnheiten über Juden. Köln. Die Juden als Geschworene. Schloß Iülz. Aufruf von dem Gutsbesitzer Berliner. Zwei jüd. Kolonien Mendelssohn u. Jacobsohn. Leipzig. Juden unter den Slaven. — Lieder eines Juden. VI. An die' Sachsen. —, Perfonalchronik und Miscellen. Schonungen. Erlangen. München. Fürth. München. Warschau. Warschau. Krefeld. Papa. — LB. d. Or. Deutschlands vereinigte Staaten. Frankfurt a. M., 15. Juli. Mitten Ln dem Rcichsverweser-Treiben hier komme ich mit der Mittheilung eines Todesfalls. Heute starb plötzlich die Gattin des Barons A. v. Rothschild, des greisen Chefs des hiesigen Hauses, in Folge eines Lungenschlags. Es wird wohl viel Geld an Arme vcrthcilt werden, aber cs möge auch dem alten Anschel einfallen, etwas Ordentliches mit dem Gclde zu thun, und wenn es ihm nicht emfällt, so möge er es sich von einigen Vernünftigen sagen lassen. Berlin, 16. Juli. Der einstweilen für den Kultusminister stmgirende Hr. v. Ladenberg hat unterm 14. Juli, in Folge einer au ihn gerichteten Anfrage wegen der 3n la ssu n g s -B er ech t i g u n g j ü d i sch e r Gelehrten zu den akademischen Lehrämtern, verfügt, daß er auch jüdische Gelehrte als zulassungöbercchtigt anerkenne, insofern nicht die Natur eines solchen Lehramts das christliche - Bekenntniß nothwendig voraussetzt. Den Israeliten Preußens haben sich somit an den Hochschulen ihres speeietteli Vaterlands neue Bahnen geöffnet, wo sie ihre geistigen Kräfte, ihr Wissen zum Wohl des Ganzen werden verwenden können; Breslau, Berlin, Hatte, Königsberg u. s. w. werden sich nun auch den Israeliten öffnen, und der preußische Staat wird es endlich einsthen, was wir übrigens schon längst gewußt, daß er dadurch noch. nicht unterzugehen brauche. Hoffentlich wird bei dieser Gelegenheit auch die jüdische Wissenschaft in den Kreis der Studien eingefnhrt und somit durch Männer dieses Fachs vertreten werden. Posen, 12. Juli. Aus russischen Blättern vernimmt ruau, daß m der neuesten Zeit einige mildernde Ukase, die Juden betreffend, erschienen, was auf Aenderung des alten starren judenfeindlichen Systems schließen läßt. Die Inden dürfen jetzt zur Messe nach Moskau auf sechs Wochen reisen, während sie früher diese Moskowiten-Residenz nicht betreten dursten. Ebenso ist es den transkaukasischen Inden gestattet, bei den dortigen Staatspachtungen mit zu keukurriren, was früher auch nicht der Fall war; vorzüglich aber merkt mail eine Milderung in Bezug auf die Behandlung von Seiten der Beamten. Auch das jüdische Schulwesen in seiner neuesten Reform schreitet dort bedeutend vor. Wien, 12. Juli. Wenn ich jetzt nicht mit einer Mittheilnng irgend einer Thatsache, sondern mit einer Betrachtung komme, so werden die geehrten Leser des „Orient^ es hoffentlich nicht weniger gilt aufnehmen, zumal der Inhalt dieser meiner Betrachtung ebenfalls zur Tagessrage werden muß. Der Gegenstand dieser Betrachtung ist ein Wort über Erhaltung und Fortbildung iw Judenthume, über die scheinbaren Gegensätze in' demselben. Erhaltung und Fortbildung sind die Losungsworte deö heutigen Judenthnmö; Erhaltung und Fortbildung die Parole, die man allenthalben hört und 31