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Der Orient · 1848-07-15 · 29 (15.7.1848) · p. Spalte 461-462

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
29 (15.7.1848)
Date
1848-07-15
Page
Spalte 461-462 (sequence 7)
Language
German
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461 Studien. Ueber den allerheiligften Namen und dessen Vokalisation. 462 Wortes fivj, schließt das Ens, den Begriff der Wesenheit, in sich ein, und bezeichnet das allerhabene Wesen, so einfach und unbegrenzt, als sich nur die Vorstellungswelse der Urmenschen durch den Laut versichtbaren kann. 8. Wohl mag bn allzuemsige Verkehr im Mechanismus der grammatischen Materialität, wie wir ihn bisher verfolgt, für Manchen der geneigten Leser viel zu ermüdend sein. Doch glauben wir uns versprechen zu dürfen, daß derselbe, wenn er nur bisher mit Aufmerksamkeit gefolgt ist, aus dieser Bewegung auf dem tiefem, wenn auch mit bloßem Abfall bedeckten Bodm doch mehr reelle Ausbeute finden wird, als in Exkursen eines vagem Nihilismus, der nur darum so hoch zu schweben scheint, weil ihm aller Boden zum Anhalt fehlt. Das Mißverhältniß der vorwaltenden Spiritualität gegen die Beschränktheit des wissenschaftlichen Stoffes - hat im Iudenlhum bis zur ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts jene Geistesrichtung hervorgerufen, die im Allgemeinen früher zu beurtheilen als zu erfassen geneigt ist, und beim Studium der Grammatik im Besonderen jene kleinliche Sylbenklauberei erzeugt, die sich schon durch den Namen pnpl (Kritik. 8iü. Grübelei) charakteristisch bezeichnet, und in Rabbi Salomo Hanau den Kulminationspunkt erlangt hat. Als damals der kleinliche Verkehr im Mechanismus des ' Sprachmaterials arifKosten des umfassenden echtgrammatischen Geistes die vorgewogene Richtung derjenigen ausgemacht, welche das Juderithum von der wissenschaftlichen Seite zu erfassen glaubten, und unser verewigter Mendelssohn es nicht gerathen hatten mochte, seine reifere Einsicht kund zu geben' wand er sich ungefähr auf dieselbe Weise aus der Verlegenheit, wie Lessings Tempelherr, dessen Mund die hartherzigste Gleichgiltigkeit für ein Judenleben aussprach, indeß sein angebrannter Mantel ein ganz anderes Zeugniß gab. Er bekannte sich in einem seiner Briefe als Fremdling in diesem Gebiet, indeß..ec in der Vorrede. zu seiner Bibelübersetzung' für die grammatische Methode eine Bahn gebrochen hat, welche leicht und sicher zum Ziel geführt hatte, wenn sie nur von allen Nachfolgerin mit gleicher Einsicht wie von Joel Löwe in seinem Abriß betreten worden, und nicht gleich mit Ben Se'eb in jenes dialektische Geschwätz entartet wäre, gegen welches die spätere Faselei des philologischen Nihilismus einen Anschein von Gründlichkeit gewann. Denn so wenig die hermeneutische Größe seines exegetisch dogmatischen Freundes, des überschwenglichen sprachgewandten Hartwig Westell), seinen'klaren Sinn von jener naturgemäßen Erklärungsweise abzuführen vemochte, die mitten im Kommentar zum Lcmtikus in einzelnen Stellen mit einem eigenthümlichen Lichtglaiize hervorschimmert, eben so wenig konnten ihn die ergednißrekchen Forschungen seines überaus tüchtigen Mitarbeiters an der Genesis, da sie lediglich im Gebiet des Sylbenbaueß umherkreiste, ihre Unzulänglichkeit für das Eingehen in den Geist des Schrifttnthumes vergessen zu machen, Wer das Studillm'der heiligen Schrift mit der Erforschung der Sprache, die Erforschung der Sprache mit der Zergliederung der Sylben abgethan zu haben glaubt, der wird sich so wenig jemals zum zum Einblick in das Heiligthum erheben, als derjenige zur Anschauung des Schönen gelangt, welcher bei-der Untersuchung eines Kunstbauwerkes Zeit und Kräfte an der Analyse des Mörtels erschöpft. Wenn wir aber in dem vagen Nihilismus der philologischen Konjektur mit Niederrretung aller Gesetze grammatischer Ausbildung nur nach Gegensatz zu jener ängstlichen Sylbenklauberei streben wollen, so haben wir die kärglich zollende Einseitigkeit mit einer ganz fruchtlosen vertauscht, deren Anschein von Allgemeinheit um so weniger zur Übersicht führen kann, als die Trä'rirnerei von der Anschauung des Moleküls sogar die letzte Scholle unter dem eigenen Standpunkt verliert. Nur der Mangel an Haltung, der sich als natürliche Folge dieser Richtung ergeben muß, kann den Widerspruch erklären, wie sie bei ihrer gewöhnlichen Zufriedenheit mit den verschwommenstenUmrissen gerade dort die schärfste Begrenzung des Begriffes fordert, wo die Natur der Sache nur eine Vorstellung im Allgemeinen zuläßr. Gibt es denn für das unerfaßliche allhochste Wesen eine passendere Benennung, als die des ewigen unveränderlichen Daseins, die aber durch ihre Allgemeinheit vor Der Einseitigkeit der bestimmten Vorstellung, schützt? Der Abfaffer der neuen . Konjektur bringt freilich die Beschränktheit jener früheren Zeiten in Anschlag, der eine so geläuterte Ansicht über das Wesen Gottes nicht zugesprochen weroen kann; allein es gibt ein sehr zweideutiges Zeugniß von unserer Einsicht ab, .wenn wir mit Allem was wir als Bedmgniß unserer Vorstellungsweise von Gott erkannt und erwiesen haben, in irgend einem Stücke zur positiven Kenntnis seines Wesens, weiter gelangt zu sein uns bereden wollen.' Auch Schuberts'Hypothese von dem tieferen Einblick, den die Vorwelt in ihrer Integrität zum Kosmos auf dem unmittelbaren Weg der geistigen Anschauung in die höheren Regionen genommen hat, istkeineswegs fremd im Juden-' thume. Man denke nur an die Deutung des x"ip^ bn?n hV, der selbst der nüchterne Maimuni (n"d )]) lr\) beipflichtet, des DVlbttD ’byD imonni und der Legende vom iü Vp -Ojn oty hw. Wohl kann man gegen derlei Aeußerungen mit dem Vorwurf der Hinneigung zum Mystizismus herausrücken; allein wir gestehen es frei, daß wir auch bei der gee nauesten theoretischen Ueberzeugung jeden Erweis'für irgend eine andere Bedeutung, welche dem Namen des allerhöchsten Gottes untergelegt werden kann, mit Freuden gegen die Vertröstung aufopftrn wollten, welche die darin gefundene unendliche, allbarmherzige Sühne der zagenden Menschheit gewährt: üwna mD mnv

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