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Der Orient · 1848-07-08 · 28 (8.7.1848) · p. Spalte 447-448

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
28 (8.7.1848)
Date
1848-07-08
Page
Spalte 447-448 (sequence 8)
Language
German
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447 einzelnen und vielen einzelnen, geistig und sittlich hochstehenden Israeliten / die sich aus dieser Masse herausgearbeitct haben, ist hier überall nicht die Rede) ist der Mangel an Ehrgefühl, vermöge dessen sie sich, im Handel uird Wandel Mittel und Wege, Schliche und Kniffe erlauben, welche ein Nichtjude sich theils nicht leicht gestattet, theils auch nicht darauf gefaßt ist, mittelst deren sie daher diesen immer übervortheilen oder ihm den Vortheil ablaufen. Daß an dieser moralischen Depravation des fremden Stammes die Unterdrückung und Mißhandlung die Hauptschuld, tragen, welche er von den christlichen Völkerschaften seit einer Reihe von Jahrhunderten zu erdulden hatte, werden wir zugestehen müssen. Aber sie ist nun einmal vorhanden und eingewurzelt: glaubt man sie so bald, ja glaubt man sie jemals gründlich ausrotten zu können durch bürgerliche Hebung und bessere Erziehung der Juden (worauf man mit Recht bedacht ist), wofern innerhalb der Familien die Tradition der Sitten, Gewohnheiten und Vorstellungen ununterbrochen bleibt? Auch hier wird nur durch den Eintritt nichtjüdischer Glieder in die jüdischen Familienkreise, wie durch Aufnahme jüdischer in christliche nach und nach gründlich zu helfen sein. Freilich eben die Familien werden sich auf beiden Seiten sperren , und man wird sehen, daß, auch nachdem der Staat sich als christlicher längst aufgegeben, die Familie sich noch als christliche, wie andererseits als jüdische, wird zu behaupten suchen. Auch dieser Widerstand 'jedoch wird sich im Verlaufe der Zeit (und der ist in unfern Tagm ein sehr geschwinder) merklich vermindern. In der Frühlingsluft vollständiger Religionsfreiheit werden die beiden großen Eisschemel, welche der Strom derZeir bis zu uns noch so ziemlich unversehrt hcrabgeführt har — die katholische und protestantische Kirche Ln 448 eine Vielheit von Sekten zerbröckeln; in dem bunten Gedränge von Ganz- und Halbgläubigen, Trinitariern und Unitariern, Theisten, Pantheisten und Atheisten, Lag-, Nacht und Da'mmcrungsfaltern, wird der Jude, nicht mehr als ein so ganz besonderer Vogel auffallendie lichtfreundliche.christliche Familie wird sich der gebildeten jüdischen bald näher fühlen, als der chrinlichen Pietistenfamilie; man wird Gesinnung, Bildung, als das Wesentliche, als den Grundstoff, betrachten lernen, zu welchem sich die zufällig angestammte Religionsform nur etwa als die Färbung verhalten wird. Das Erste also, -was wir den Juden gewähren, sei das connubiuui, unb nur Ln dem Maaße, als dieses seine verschmelzende und annähernde Wirkung auch in der nicdern Maffe dieses Volkes äußert ( wo cs die meisten Hindernisse finden wird), lasse man die übrigen Schranken attmälig fallen welche namentlich in diesen Regionen unsere V.lksgeaoffen vor jüdischer Beeinträchtigung nothdürftig genug schützen. Nach oben diese Beschränkungen schon jetzt auszuheben, befähigte Juden zu Lehrer- und Beamtenstellen jeder Art zuzulaffen, sehe ich kein Hinderniß. Diese sind schon vermöge ihrer Bildungslaufbahn von den humanen Elementen unserer Kultur so durchdrungen, daß wir sie im Durchschnitt als dieUnsrigen ansehen dürfen. Selbst die noch übrigen Ritter der christlichen Staaisidee sollten wohl zu dieser Einräumung gute Miene machen - denn wenn bisher der Jude erst Christ werden mußte, um die erworbene Tüchtigkeit zu höherem Berufe in Anwendung bringen zu können, so war es ihm nicht zu verdenken, wenn er im Stillen gleicherweise eine Religion verachtete, die sich durch einen so plumpen Zwang.Prosetyten in den Schooß jagen, wie den Staat, der sich, zu so niederträchtigem Dienste gebrauchen ließ. Ankündigungen. Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weil sie jüdische und orientalische Geschichle und Literatur betreffen, gegen 14 Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [68j Bei C. L. Fri tz s ch e ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Jacobson, Dr. I. - H., Katechetischer Leitfaden beim Unterricht in der israel. Religion , mit einem Anhänge, enthaltend Bibelkunde. Zweite Auflage, brosch. Preis 2 Ngr. 20 Exemplare für 1 Thlr. 5 Ngr. — —. 450 Gebete und Lieder für die israelitische Jugend jedes Alters in Schule tmb Haus, brosch. Preis 10 Ngr. 20. Erpl. fm,5 Thlr. Manna von M. Steinschneider. 1846. brosch. 10 Ngr. Enthält: Nachbildungen jüdischer Poesie aus der Blüthenzcit jüdisch-arabischer Bildung. zu meinem Sefat Cha« chamim* Inhalt: 1) Lexikalisches. 2) Sitten der Perser, Meder und Araber. 3) Lewi ben Sisi. 4) Statistische Uebersicht. Von Ad. Jellinek. I. geh. Preis 5. Ngr. Forschungen über die Überschriften der- Psalmen. Dazu Erläuterungen der Gotteönamen, der poetischen Formen in ben Psalmen, Auslegungen schwieriger Stellen der atthebräischeu Poesie und ein ergänzender Anhang. Von Hiartwig Philipp .Nee in Aarhus. Mit einem Vorwort von Dr. Julius Fürst, brosch. Preis 24 Ngr. Verlag von C. L. Fritz sche. Druck von I. H. Nagel. Redakteur: Dr. Jul. Fürst.

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