Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 28 (8.7.1848)
- Date
- 1848-07-08
- Page
- Spalte 433-434 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. S8» Leipzig, den 8. Juli 1848» In h-a lt. Kritiken. Kurze Anzeigen. Nit'e Na'amanim von Geiger. Angez. von K. — Studien. Ueber einige seltene jüdische Ritualien. Von L. Dukes. — Literarische Miscellen. Ueber einige jüdische Handschriften. Von Dr. Goldentha!. — Judenverfolgung und Judenemancipatkon. Von D. F. Strauß. —Ankündigungen. Kurze Anzeigen. 16) DVJEjy Sammlung aus alten Manuskripten, mit Beiträgen zur jüdischen Literaturgeschichte, von Dr. Geiger. Herausgegeben von S. Heilberg. Breslau, 1847, 8. Ermüdet von den brausenden Fluthen der glorreichen Zeitidem, die keine Neutralität znlassen und Alles in die politischen Tagcskämpfe hineinziehen, sehnten wir uns einmal wieder nach unserer frühem Liebe und warfen uns einige Tage in die Arme der jüdischen Literatur, um die von Klubbs, Reichs- und Volksversammlung abgespannten Kräfte durch etwas ganz fremdartiges zu erfrischen und zu erstarken. Wir stöberten unter den schon mit Staub bedeckten Novitäten, und da fiel unö zufällig das rnbrizirte Schriftchen in die-Hand, dessen Inhalt unsere Aufmerksamkeit erregte und dessen gänzliches Verschweigen in diesen Literaturblättern uns irritirte. Wir erlaubten uns daher dieses Schriftchen den Lesern dieser Blätter vorzuführen und unsere Bemerkungen anznreihen. Aus drei handschriftlichen Raschi-Kommcntaren, die S. 40—-43 genau beschrieben sind, . hat Geiger, nach genauer Vergleichung mit unfern Ausgaben und den von Breithaupt bemerkten Varianten, die Einschiebsel und Zusätze in denselben, welche in der Thal theilweise mit den von L u z z a t t o , Dukes und Anderen aus dem Kommentare von Josef K a t a mitgetheilten Bruchstücken übereinstimmen, unter der Rubrik D'bip^ nn \ni N^iXp iwcw p ^]DV '“i ^rpDQ,4u erwähntem Schriftchen znsammengcstellt. In der deutschen Beilage hat G. nach seiner bekannten Auffassungsweise eine kurze Geschichte der biblischen Exegese des talmudischen Zeitalters voransgeschickt, nach der er zu der französischen Exegeten-Schule im 12. Jahrhundert übergeht. R a sch i, K ar a und Sam. b. Meir werden als die Gründer dieser Schule dargestM und in kurzen aber scharfen Umrissen, mit bewährter Meisterschaft aus ihren Kommentaren das Charakteristische ihrer Erklärungsweise hervorgchobcn. Mit kritischer Sichtung und geistreicher Kombinationsgabe werden in -dm zahlreichen Anmerkungen die Raschi nicht angehorigen. Einschiebsel und Zusätze in seinem Kommentare t\x h. S. ausgeschiedcn und somit manche Berufungen auf Ausdrücke und Namen berichtigt. Mehr konnte 'natürlich G., bei dem reichen Material, die hier Zunzens Vorarbeiten lieferten, nicht thun und seiner Darstcllungsweise, so meisterhaft sie auch ist, kann man keine neue Seite abgewinnen. Wir müssen aber besonders rügen, wenn er S. 12 sagt, daß Raschi zuweilen die von seiner Deutung abweichende halachifthe Meinung verschweigt, was nicht bei allen seiner alleguirten Beweisstellen der Fall ist. So bezieht Raschi zwar die Stelle 2 M. 16, 29 auf das Aufsnchen des Mannas, fügt jedoch die Bemerkung hinzu pD<nn bniDDD DnsiDj zu 3 M. 18, 7 Hai R. die Erklärung von R. Zehn da in Sanhedrin 54-angenommen, ebenso ist die in der Anmerkung citirte Stelle 5 M. 17, 18, wenn auch gegen, die Meinung im Sifri, aber denn doch mit der Barajta in Sanhedrin 21b übereinstimmend; selbst R.'s Erklärung zu ö M. 17, 18 wird von Misrachi mit dem Talmud in Übereinstimmung gebracht. — Zu S. 1 Anm. 2 wollen wir noch beifügen, daß in unfern Raschi-Ausgaben zu.4 Kon. 10, 27 die Erklärung von R. Meir gar nicht angegeben ist, die aber in nnjcrin handschriftlichen Kommentar von Kara