Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 28 (8.7.1848)
- Date
- 1848-07-08
- Page
- Seite 217 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Berichte, Studien und Kritiken Remter Das Abonnement auf ein Zahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegebell . von Vr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig» s 28. Leipzig, dm 8. Jull 1848. Inhalt. Die Juden in Oesterreich. XIII. XIV. und XV. — Deutschland. Leipzig..Vermischtes. Berlin. Äufreizungen gegen die Juden. Leipzig. .Ueber die Emanckpatkon der sächsischen Juden. Leipzig. Börne und Dr. Großmann. — Oesterreich. Wien. Die Auswanderungsfrage. Wien. Excesse in Collin. Visenz. Die Wahlen. — Der kirchliche Verein für alle Religionsbekenntnisse in Leipzig. — LB. d. Or. Die Inden in Defterreich. xiii. Die Bluttragödie, die in Prag auf die Bühne der Geschichte zur Aufführung kommen sollte, ist nicht auögespielt worden und die Czcchomanen geben'vor, sie hätten ein-Epos gedichtet. ,,Wir haben gegen die Militärmacht, gegen die Gewalt der Bajonette, gegen den Donner der Geschütze gekämpft" — rufen die gutmüthigen Czcchomanen aus. Sie wollen dadurch dieDeutschen für sich oder wenigstens für ihren Kampf gewinnen. Werden sich die Juden auch bethörcn lassen? Sie, die in der That in dem Tempel der Freiheit noch keinen Einlaß gefunden, werden sie nicht geneigt sein, den Lügenworten einer Partei ihr Ohr 31t öffnen, welche ihre beabsichtigten Mordseenen in einen erlogenen Freiheitskamps verwandelt? Das dürfen die Inden nicht l Das Heil der Juden kann nur von einer freisinnigen Negierung kommen; das Volk in Böhmen, deutsch oder ezechisch, ist llech unmündig, da es blos für sich Spielzeuge der Freiheit verlangt. Die Regierung ist endlich alls dein czechischen Taumel zur deutschen Nüchternheit znrückgckehrt — und die Inden werden daher sein, was sie ftnb; Deuts ch e. Nicht um der deutschen Bevölkerung willen,, sondern tr0 tz derselben. Als Deutsche verlangen die Juden die Rechte, welche jedem Deutschen in Oesterreich zu Theil werden; als Deutsche wollen sie keinen besondern Rechtskodex für sich; als Deutsche sind sie die Träger der Kultnr und Bildung, die Beförderer von Handel und Industrie; als Deutsche stehen sie unter dem Schutze der deutschen Freiheit. Es ist thöricht, mit dem Czechenthum zu kokettiren; es ist thöricht, sein deutsches Sclbstbewußtsein preiszngeben: sich .deutsch fühlen heißt sich frei fühlen, da der deutsche Geist wahrhaft frei geworden. Der Czechomane will nicht in dem großen Völkerkampfe in die Friedensthätcr der Freiheit schreiten, sondern er geht ans Eroberung aus und will. Sklaven machen. Der Deutsche dringt Niemandem seine Nationalität ans; der Czechomane spricht jeder andern Nationalität ihre Berechtigung zur Existenz ab. Uebrigens ist der Schleier, der über Prag verbreitet ist, noch nicht gelüftet, und erst dann, wenn Licht nach allen Seiten hin verbreitet.sein wird, werden wir ein festes und sicheres Urtheil fällen. XIV. In welchem Vcrhältniß steht das Slawenthum.zrun Dentschthum in Mähren? Nach unserer Ansicht läßt sich gar kein rationales aufstellen. In Mähren ist was Bildung hat oder auf dieselbe Anspruch macht, deutsch. Der Kern der slawischen Bevölkerung besteht ans Bauern, die durch das frühere Verdummnngssystem kaum zur Besinnung gekommen sind. Der Sitz der Industrie, die Statten der Wissenschaft sind deutsch, und die Juden repräsentiren im vollen Sinne des Wortes das deutsche 28