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Der Orient · 1848-06-24 · Heft 26 (24.6.1848) · p. Seite 201

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 26 (24.6.1848)
Date
1848-06-24
Page
Seite 201 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Neunter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur, Herausgegeben von vr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. M 26. Leipzig, dm 24. Jmü 1848. Inhalt. Deutschland. Leipzig. Vermischtes. Frankfurt a.M. Der Iudeneid. Karlsruhe. Gebet. Schmiege!. Muftergemeinde. — Oesterreich. B u tsch o w i tz. Eine Scene aus dem mährischen Nabbinerleben. — Italien. Italienische Grenze. Verbrüderung zwischen Christen und Israeliten in Livorno. — Polen u. Rußland Petersburg. Statisti-' sches. — V o n der russischen Grenze. Der ZW. wird witzig. ■— Der Abschied. Gedicht. — P e rso n a l chro n ik u. M i sce llen. Leipzig. Pefth. Wien. — LB. d. Or. Deutschland. Leipzig, 14. Juni. Cremieux hat seine Entlassung eingereicht. — Der Sohn desselben ist Attache der französischen Gesandtschaft in Berlin. — In Frankfurt a. M. ist endlich der Iudeneid abgeschafft worden. — Dr. Iacoby ist in die Berliner Nationalversammlung eingetreten. — Dr. Sachs hat in der Todtcnfeier des zweiten Pstngstfesttagcs auch des verstorbenen preuß. Königs gedacht. — Der Ritter Dr. E. F. Vogel in Leipzig hat eine Schrift gegen die Emaneipation der Juden herausgcgcben. Sie wird in der nächsten Messe als Kuriosum gezeigt werden. — Der Rabbinatskandu dat I. Einhorn ist für die Sache der ungarischen Juden sehr thätig. — I. Ruffel wird nun, nachdem die Judenbitt im Oberhause durchgefallen, am 27. eine Bill auf Abänderung des Eides überhaupt vorlegen. Auf diese Weise könnten die Juden ungehindert eintreten. Die Augsbmgerin prophczeiht das Verwerfen dieser Bill. — Mehrere Inden aus Prag sind hier dmchgcreist, um nach Amerika auszuwauderu. — Kuranda ist drei Mal für Frankfurt'gewählt worden. — In Dresden und Darmstadt haben sich ,,kirchliche Vereine" gebildet. — Von den jüd. Abgeordneten in Frankfurt gehören Veit, Rieffer und Kuranda zur gemäßigten, Hartmann zur radikalen Partei. — In Sachsen werden die Juden Minister, aber keine Detaitkrämer werden dürfen. Seidig, 16. Juni. Cremieux hatte 170 Stimmen zum Vleeprästdcnteu der französischen Nationalversammlung.- — Kuranda hielt gestern Abend einen beinahe zweistündigen Vortrag im deutschen Vereine, über die Verhältnisse in Böhmen. Ein stürmischer Beifall und der Dank der Versammlung belohnte den Redner. Die -wärmsten Verfechter der deutschen Sache in Böhmen sind — Juden. Wir erinnern an Moritz Hartmann und an Kuranda. - Unbesonnen dagegen sind jene jüdischen Schriftsteller, die nicht müde werden zu predigen, daß die böhmischen Juden czechisch lernen und sich ganz slavisiren sollen. — In Berlin sollen gehcimthuellde Gemeindesttzungen gehalten werden. In der Z. H. werden Klagen darüber laut. —Fürst Windisch- Grätz, die Hauptperson in den Prager Ereignissen, hat die Inden Prags im Jahre 1846 beschützt. Frankfurt er. Nt., 10. Juni. Das Amtsblatt enthält ein Gesetz vom 8. Juni, die Förmlichkeiten bei Eidesleistungen betreffend: ,,Wir Bürgermeister und Rath der freien Stadt Frankfurt verordnen hiermit auf verfassungsmäßigem Beschluß der gesetzgebenden Versammlung vom 3. Juni 1848: tz. 1. Bei Ableistung von Eiden soll inskünstige allgemein die Formel: ,,Jch schwöre, daß . . . . so wahr mir Gott helfe!" ohne weitern Zusatz gebraucht werden, tz 2. Bei Eiden, welche von Israeliten abzuleisten sind, finden keine weitern und keine andern Förmlichkeiten statt als diejenigen, welche auch für Christen zur Anwendung kommen, h. 3. Der Artikel 39 der Gerichtsordnung vom 30. Dec. 1819 ist auf die Bekenner des christlichen Glaubens ferner nicht beschränkt, tz. 4. Der Art. 40 der erwähnten Gerichtsordnung ist aufgehoben." 26

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