Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 23 (3.6.1848)
- Date
- 1848-06-03
- Page
- Spalte 353-354 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. A? 33. Setp jt g, i>m 3. ^uni 1848. In h alt. Kritiken. Kurze Anzeigen. Israeli's Jesod 'Olam. Herausg. von L. Rosenkranz. — Katalog der hebr. Handschriften auf der k. k. Bibliothek zu Wien. Angezeigt von L. Dukes. (.Fortsetzung.) — Hebräische Lexikographie. Löwy's Leschon Chachamin. Angez. von L. Dukes. — Studien. Biographische Skizzen von Dr. Fränkel. Josef Kolons — Ankündigungen. Kurze Anzeigen. 15) dVi^ ND'' Liber Jesod Olam seu fundamentum mundi' opus astronomicum celeberrimuni, Auctore R. lsaac Israeli,, hispano. Ex codice manuscripto denuo ediderunt, textum emendarunt, notas adjecerunt, nec non versionem epitomariam vernaculanv addendam curaverunt B. Go 1 d b erg et L. Rosenkranz. Berlin, 1848, 4. Dieses ausgezeichnete astronomische Werk des Isaak b. Josef Israeli aus Toledo, eines Schülers des R. Ascher b. Zechiel (Rosch), liegt in zwei Abheilungen nach einer Handschrift edirt vor uns. Die erste Abtheilung umfaßt die ersten 3 Abschnitte und die zweite umfaßt den 4. und 5. Abschnitt, und was über den Inhalt der 5 Abschnitte zu sagen ist, hat Hr. Cassel in seiner Einleitung zur Genüge gesagt. Es heißt daselbst: „Das Werk zerfällt in fünf Abschnitte. Davon enthält der erste eine concise Darstellung der Hauptsätze aus Planimetrie, Stereometrie und Trigonometrie, in Fassung und Anordnung die Anlehnung an Euklid deutlich bekundend, und sofort zur Anwendung dieser Sätze auf das Weltsystem hineilend. Der zweite Abschnitt geht nach einigen philosophischen und theologischen Ideen über Wettschöpfung zur allgemeinen Beschreibung des Weltsystems, hauptsächlich nach ptolemäischer Ansicht,, über, spricht von geogr. Länge und Breite auf der Erde, von Aequator, Meridianen, Horizont, von der Lage der Ekliptik gegen den Aequator, von den Bewegungen der Himmelskörper im Allgemeinen, von Tag und Nacht, deren Ab- und Zunahme nach den verschiedenen Längen und Breiten und allem was damit zusammenhängt. ' Von Interesse ist die Darstellung des Weltsystems eines ungenannten arab. Astronomen (wahrscheinlich Petrongi), demzufolge z. B. Merkur und Venus sich um die Sonne bewegen. Der dritte Abschnitt geht speciell auf die Bewegungen der Sonne und des Mondes ein; er bespricht die Länge des Sonnenjahres, die im Laufe der Sonne bemerkliche Anomalie, die Berechnung derselben und das Verhättniß von mittlerer zu wahrer Zeit. Noch ausführlicher ist die Darstellung der dem Monde zugeschriebenen Sphären und der Bewegungen derselben, so wie der durch diese hervorgebrachten Ungleichheiten des Mondlaufes, deren der Vers, im Namen des Ptolm. drei aufzähtt,(— worauf in letzter Zeit durch französ. Gelehrte hingewiesen worden). Die Untersuchung erstreckt sich weiter auf die Dauer des Mondmonates, auf den Unterschied zwischen wahren und mittleren Konjunktionen und Oppositionen, und wie in Folge aller der damit verbundenen Umstände die Bestimmung des Neumondes durch den Gerichtshof in Jerusalem geschah. Nach einer kurzgefaßcen Beschreibung des Herganges bei Mond- und Sonnenfinsternissen werden anhangsweise Größen und Entfernungen der andern Himmelskörper angegeben und mit einer Betrachtung über das Verhältniß des religiösen Bewußtseins zu den astronomischen Studien geschlossen. Der vierte Abschnitt behandelt mit erschöpfender Gründlichkeit und Ausführlichkeit das System der jüdischen Zeitrechnung. Er spricht zunächst vom Mondmonate und Mondjahre, von dem 19jährigen Cyclus und dessen Beschaffenheit, von der Berechnung des Molad, erzählt, wie die Bestimmung des Neumondes in alten Zeiten vermöge der Beobachtung, nicht aber — wie einige behaupten — von jeher durch Berechnung geschahbeweist, für welchen Meridian die traditionellen astrnnomischen Data berechnet sind und erklärt auf Grund dieses Beweises einige schwierige talmudische Stellen. Hierauf verbreitet er sich über die Sätze der jüd. Chronologie, welche der Bestimung der Festtage u. s. w. zu Grunde liegen, und zeigt, wie aus dem ersten Molad eines Cyclus alle 23