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Der Orient · 1848-05-27 · Heft 22 (27.5.1848) · p. Seite 169

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 22 (27.5.1848)
Date
1848-05-27
Page
Seite 169 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Neuntel Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern, und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Julius Fürst. .Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. M 22. L-i»zIg, dm 17. M-I 1848« Inhalt. Deutschlcind. Hamburg. Worte des Dr. Salomo n. Leip z i g. Ueber Emancipation der Juden. Leipzig. Berichtigung. Leipzig. Vermischtes. Aus d e m N etzdi strikt. Traurige Verfolgungen. : Lei p zi g. Vermischtes. — Oesterreich. Pesth. Reformen. Krakau. Aufruf. — Frankreich. Paris. Staat und Kirche. — Der kirchliche Verein für alle Religionsbekenntnisse in Leipzig. — Praktische Bemerkungen. — LB. d. Or. - Deutschland. Hamburg, im Mai. Aus der trefflichen Zeitpredigt des Dt. Salomon, die bereits in diesen Blättern erwähnt wurde, erlaube ich mir Ihnen eine wichtige Stelle mitzutheilen, die manche Wirkung hcrvorzubringen im Stande sein durste: ,,Das Wort und das Schwert stritten einstens um den Vorzug, und wer wohl die größten Thaten in der Welt gefordert hätte. DaS Wort trug den Sieg davon. — Das ist keine Fabel, meine Lieben! Das ist Wahrheit; das ist Geschichte. Das.Wort, zur rechten Zeit geredet, hat, von je her, zuvörderst in den Köpfen und Seelen eiuzelllcr Menschen, dann in den Häusern und Familien, endlich in den Staaten und Völkern die größten und heilsamsten Veränderungen und Umwälzungen hcrvorgerusen. Won je her — wenn ich so sagen darf — war das Wort der Elia's, der dem Messias voraneilte. — Um fo sorgfältigere Beachtung widmet der Sohn Israels dem Wort in Tagen, wie die gegenwärtigen, wo die Gemüther aufgeregter, empfänglicher, entflammter sind. Da kann das Wort Großes, Außerordentliches wirken,'kann ,,Tod und Leben" bringen! — Das bedenkt der Israelit und ist mit dem Worte zwar sehr besonnen, sehr bedächtig; aber wo es frommt und wahrhaft nützt; wo cs g^'lt, für das Heil der Menschheit, für die Wohlfahrt der Brüder, für den Schutz der Unschuld, für das Recht der ZuPuckgefetzten, der Bedrängten, derVerkannten den Mund zu öffnen: da verschließt die Furcht ihm die Lippen m it Nichteu; da legt er w eg e n kleinlicher R ü cksi ch t e n , , noch weniger aus Eigen n u tz und S e l b st su ch t die Zunge keinesweges in Fesseln. Auch zum Reden fenfcct Gott Zeit und Stunde, auf daß sie benutzt werde. Wer daher, meine Brüder! Meister ist des Wortes, der versäume nicht den günstigen Augenblick, der benutze diese Himmelsgabe zum Besten der Mitgenossen. Er öffne den Mund .mit Weisheit und führe den Griffel mit Einsicht. Insonderheit sorgt dafür, Israeliten! daß da, wo die Vertreter und Leiter d er Völker sitzen, Eure Angelegenheiten zur Sprache kommen und der Mund geöffnet werde sü r die S t n m m e n — in der rechten Weise und zur rechten Zeit. Israeliten!. © er Storch unter dem Himmel kennt seine Zeit, die Turteltaube, der Kranich, die Schwalbe merken ihre Zeit,, wenn sie kommen sollen. Und mein Volk sollte den Ruf des Herrn nicht erkennen?!" Leipzig, 12. Mai. (Leipz. Tagebl.) (U eber Emancipation der Juden.) Da man diese Blätter vorzugsweise zum Tummelplätze eines unedlen Kampfes erwählt hat und seit einiger Zeit wiederholte, für die Intelligenz Leipzigs keinen sehr schmeichelhaften Maßstab abgcbende, mehr oder weniger feindselige Artikel gegen Judenemancipation und Indern überhaupt darin 22

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