Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 19 (6.5.1848)
- Date
- 1848-05-06
- Page
- Spalte 289-290 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/8555529-9897534-9897554--5428-3534113- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte «ud Literatur. M 19. -eip zi z, beit 6. Mai 1848. Inh alt. Studien. Ueber einen handschriftlichen Kommentar zum Sefer Jezira. Von I. Gugenheimer. -- Kritiken. Kurze Anzeigen. Löwy's Lesckon Chachamin. Anczezeigt von L. Dukes. — Natan Ghazzati's Reiseberichte. Von Dr. Harsch etzky. — Das Buch Sikkaron von Abr. Bakkerüt. Angez. ron L. Dukes. — Ankündigungen. % Ueber einen in der königlichen Bibliothek zu München handschriftlich sich befindenden Kommentar zu Sefer Jezira. Obschon ich weder im Alter noch in der Wissenschaft schon so weit vorgerückt bin, mit literarisch auf* Preten, will ich dennoch, eine mir dargebotene Gelegenheit benutzend, hiermit einen literarischen Versuch machen, um der Wissenschaft nach Kräften zu dienen. Ich wurde nämlich veranlaßt, * den ans der hiesigen kon. Hof- und Staatsbibliothek handschriftlich sich befindenden Kommentar des R. Saadja ha-Gaon aus Sefer Jezira zu kopiren. Wenn nun auch der Inhalt des bezeichneten Werkes mysteriösen Sinnes, in welchen viel umfassender! Stoff nicht eingeweiht zu sein, ich offen gestehe, keines-. Wegs in die Sphäre meiner jetzigen Studien gehört; wenn auch nach - traditioneller Vorschrift nur den mit vorzüglicher Gelehrsamkeit in den rabbinischen Wissenschaften Ausgestatteten das Forschen in der Geheimlehre Vorbehalten ist: glaubte ich dennoch nachstehende Ab- *) Herr Rabbiner Aub von hier wurde von Hrn. Dr. Löwe aus London ersucht, eine Abschrift des Kommentars des R. Saadja ha-Gaon zu Sefer Jezira besorgen, zu lassen, und Ersterer übertrug mir diese Arbeit. 2) Vgl. Dukes Literaturhistorische Mittheklungen über bjt ältesten hebräischen Exegeten rc. Stuttg. 1844. S. 14, woselbst die in Dr. Lilienthal 's bibliographischen Notizen über die Handschriften der hiesigen Bibliothek unrichtige Bezeichnung der Nummer unseres Kodex noch vorhanden ist. 3) Tr. Chagiga lldz Maim. Hilchot Jesode ha-Tova R. 4. §. 10 z Jore Dea N. 246. 4. Handlung über gedachtes Werk, als einen Beitrag zur Geschichte des Sefer Jezira, ohne mir irgend eine Anmaßung zu Schulden kommen zu lassen, der Oeffentlichkeit übergeben zu dürfen, da eine Darlegung des in Handschriften sich befindenden'Materials in mannigfacher Hinsicht Nutzen bringend für die Wissenschaft ist. Das Manuskript, das wir beschreiben wollen, befindet sich Cod. bebr. 40 (alte Nummer 35) der Münchner Bibliothek. Der Kodex ist ein sehr gut konservirter Foliant, auf der Innenseite des Einbandes geschmückt mit dem chursürstlichen Wappen, welches die Unterschrift hat: Ex Eleclorali Bibliollieca Serenissimi Ulriusque Bayariae Ducum, und enthält vier von verschiedenen Libraricn auf. festem Papiere geschriebene Theite. Unser Manuskript, von Bl. 43—78 reichend,' ist in fetter rabbinischer Schrift von germanischem Duktus geschrieben, und enthält manchmal Konjekturen von anderer Hand. Dieser Kommentar des Sefer Jezira ist auf dem Titelblatte dem Saadja ha-Gaon zugeschrieben, und auch im Verlaufe der Erklärungen stehen sehr oft die Worte: rynyD U'in Nichts destoweniger konnte ich nach der Kenntnißnahme des alchymistisch-mystischen Inhalts unseres Werkes die Echtheit desselben bezweifeln, da der wirkliche Kommentar des R. Saadja zu Sefer Jezira, 'wie es sich von einem so methodischen Geiste und spekulativen Denker erwarten laßt, auch nach der Angabe des Prof. Francs in einem ganz philosophischen Sinne geschrieben ist; ich wurde auch von Herrn Dr. Löwe, dev den arabisch geschriebenen Kommentar des R. Saadja besitzt, 4) Die Kabbala, aus dem Französischen übersetzt von Jellinek. Leipzig, 1844. S. 14. 19