Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 19 (6.5.1848)
- Date
- 1848-05-06
- Page
- Seite 145 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2360092-2360526-2360546--6380-3534105- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Berichte, Stuöien und Kritiken Nöllllter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen: löbl. Postämtern und allen solid. Buchbandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgrgeben von Dr. Julius Fürst. Won. dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. eipzig, den 6. Mal Inhalt. Deutschland. Aus Bai er n Neue Hoffnungen. 'Leipzig. Der kirchliche Verein. Leipzig. Verein zu^ Wahrung der deutschen Interessen. Leipzig. Lehrerversammlung. Dresden. Ansprache Frankels. Leipzig. Die Ver^ haltnisse in Posen. Leipzig. Ein Spottvogel. — Oesterreich. Mähren. Trüber Himmel. P e ft h. Neformbewegungen. Prag. Verfolgung. P e fth. Verfolgung. P esth. Ein Apostat. — Der Verein für alle Religionsbekenntnisse in Leipzig. 1. — LB. d. Or. Deutschland. * Ans Bnieen, 19. April. Die großartigen Ereignisse , welche in der neuesten Zeit sich von der Seine bis -zur Spree und Donau verbreiteten, übten auch auf die Verhältnisse der Inden BaiernS einen nicht unwichtigen Einfluß. Wenn auch in der königlichen Proklamation vom 6. März d. I. nur eine Verbesserung der Verhältnisse der Israeliten versprochen wurde: wenn auch von einem hochgestellten StaatSmanne die Messias-Idee als hemmend gegen die Gleichstellungen der Juden mit den andern Konfessionen betrachtet wird, glaubt man sich dennoch sowohl durch die allgemein verbreitete Stimmllng als durch manche ofsieielle Schritte .mit Recht der Hoffnung auf die Emancipatiou hingeben zu dürfen, was aus folgenden Thatsachen hervorgeht: Von den Berichten der kön. Regierungen, welche in Erfolg des Landtags-Abschiedes von: 23. Mai 1846 Abth. III. §. 41 einznbefördern waren, sind manche aul Ende des vorigen Monats nccT; nicht vollständig zur Vorlage gekommen, llnd es ist mit Bestiitimtheit anznnchrnen,. daß unter diesen nebst den statistischen Tabellen über Bürger- und Kultus-Verhältnisse in den Gutachten mancher Rabbiner der Antrag ans die gänzliche Gleichstellung der Inden sowie die Errichtung einer jüdisch-theologischen Fakultät in umfassender Weise motivirt wurde» Nicht minder geben Anssätze in Münchner und Augoburger Blättern', sowie Adressen, besonders der Münchner Studenten an die Stände des Reiches den schönen Beweis, wie sehr es als' Anforderung der Zeit betrachtet wird, den rechtmäßigen Erwartungen Israels zu entsprechen; aber auch in d'er Thronrede des regierenden Königs Ma.rimilian II. scheint schon ein' höherer Grad von Würdigrlug der religiösen Verhältnisse hervorzngehcn , in dieser die Organisation einer Oberkirchen-Behörde für Inden, ausgesprochen wurde. Dieser Punkt wurde 1836 in den aus Rabbinern, Lehrern und Notablen bestehenden Synoden besprochen, und seit jener Zeit sah inan bivr Einberufung einer General-Synode entgegen, um'.den bei den einzelnen Kreis-Versammlungen gefaßten Beschlüssen durchgreifendere Autorität geben zu können. Die Realisirung dieses Wunsches dürfte wohl um so schneller zu erwarten sein, weil nur durch wechselseitigen Meinungsaustausch den Wirren unserer Zeit entgegen getreten werden kann. Wirklich Freude erregend war es, zu vernehmen■ daß in der Kammer der Abgeordneten bei Beanttvortm:g der Thronrede, der Antrag, Sr. Maj. den König nur völlige Gleichstellung aller Religionsbekenntnisse zu bitten, mit Ausnahme zweier Stinunen mit Aeetamarion angenömnien wurde, und daß -ein hochgestellter Gelehrter, Professor Edel, in so herrlicher Weise für diese gute .Sache das Wort führte. Auch in der Kammer der Reichsräthe soll fast , durchgängig die beste Stimmung für diese so anerkennungswerthe Forderung der Menschenrechte sich geltend machen, was ' " ' 19