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Der Orient · 1848-04-29 · 18 (29.4.1848) · p. Spalte 287-288

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
18 (29.4.1848)
Date
1848-04-29
Page
Spalte 287-288 (sequence 8)
Language
German
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Ankündigungen. 288 287 Namen Gottes zu befragen/ sondern mit untergeschobnen Dnyn HN P“1 er ton.. Diese untergeschobneniNamen, wovon der eine den Lästerer und der andere den Gelästerten bedeuten sollte, waren gerade die Namen der Vorsitzenden 'ö)' nN ’D)’ ip’/ mit welcher Formel das Zeugenverhör geführt wurde aus ächter Pietät für den heiligen Namen Gottes, bis zur Verkündigung der gerichtlichtlichen Sentenz, attwo die Hinrichtung die volle und deutliche Namhaftmachung des Verbrechens nothwendig machte, worauf dann die Lrauerceremonie des Zerreißens der Kleider über die eben gehörte Gotteslästerung erfolgte« Weil nun die beiden Jose den Grundsatz: D'pn DX Dr ton aufstellten und bei dem Zeugenverhör ihre eigenen Namen substituirten — ^di^ nN 'DV» PO'1 — so ist Grundsatz und Formel für die Folgezeit bei allen derartigen gerichtlichen Untersuchungen beibehalten worden*) und somit wäre Alles erklärt und verständlich. Walldorf. M. Dreifuß, Landrabbiner. *) Vgl. hiermit Trakt. Schekalim Mischna 1 der Erklärung des Bartenora: ü’JIQDnty TPmi pnon my: p'D1? sw rrn p p to Wmw Eine Bemerkung.die Beschneid ung betreffend. Im Literaturblatte des Orient S. 300 Jahrgang 1844 stellt Hr. Rabb. Schott im Namen des Isaak Caro in Betreff der Nichtbeschneidung des Sohnes Moses die Meinung auf: Moses habe darum mit der Beschneidung seines ersten Sohnes gezögert, weil Iitro auf die Nichtbeschneidung bestanden haben mochte. Dieser Gedanke ist schon in Jalkut nbp ausgedrückt. Dort heißt es: Moses habe seinen Sohn nicht beschnitten '*) unn taijn rrm M. Dreifuß, Landrabbiner. DDL? to ferner Trakt. Menachotöl, 2 Tosafot anfangend l.p ') Ich habe den Jalkut, aus welchem ich diese Stelle excerpirte, nicht vor mir und kann daher Druckort u.s.w. nicht angeben. Die Richtigkeit der Meinung des Midrasch gewinnt an Wahrscheinlichkeit, wenn wir die Beschneidung als eine Negation des Phallusdienstes, in welchem die Na tur Vergötterung ihren Kulminationspunkt erreichte, auffaffen. (S. meinen Aufsatz im Literaturblatte des Jahres 1846, Nr. 39) Iitro der Priester mußte eben in der Beschneidung ein Sacrilegium erblicken. — Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Beschicht und Literatur betreffen, gegen Ij Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Sehr interessante Neuigkeit! [44] Bei' Fr. Wilh. Grunow in Leip zig ist soeben erschienen und. in allen' Buchhandlungen zim-haben: Mus dem Ghetto. Geschichten von Leopold Kompert. Ztthult : Judith die Zweite. — Alt Babele. — Schlemicl. — Die Kinder des Randar's. — Ohne Bewilligung. —- Märchen aus dem Ghetto. In den modernen Phasen des Judenthums, aus seinen Strömungen und Zuständen raucht manchmal der nicht zu verlaugnende Gedanke empor, daß nach Jahrzehenden vielleicht, mit dem Verschwinden äußerlicher Verschiedenheiten, auch manche noch stehende, eben im Conflikt mir der Zeit und ihrer Geschichte gewordene Charaktere eines merkwürdigen Volksstammes vergehen dürften. Das hier angezeigte Buch wird aber gewiß den Freunden des Vo.lksthümlichen eben so viel nachhaltigen Genuß als Belehrung verschaffen. Jedem , der es ausmerkiam liest, dürfte aus dem. Organismus, dieser „Geschichten^ ein eben so lebendiges nls naturwahres Bild jüdischer Zustände entgegensetzen. Wir wünschen dem Buche freundlich herzliche Aufnahme in allen Kreisen! [43] Im Verlag von C. L. Fritzsche in Leipzig ist erschienen, und in allen Buchhandlungen zu haben: Die Pesach - Hagada oder Erzählungen von Jsrael's Auszug aus Egypten. Zum Gebrauche der beiden ersten Abende des Mazot - Festes. Von Neuem wörtlich aus dem hebräischen Originale verdeutscht. 8. br. Preis 7^ Ngr. Vierte Ausgabe. Wiederverkäufer, welche sich an die Verlagshandlurig wenden, erhalten bei Abnahme von Partieen einen ansehnlichen Rabbac. .W? man oder die jPesacli-Ma» gada, travestier fürs Purimfest, von Dp. H» Somerhausen, Verfasser der Epigram. hebraica etc. Brüssel, 1842. 16 S. gr. 8. Netto 6 Ngr. Verlag von C. L. Fritzsche. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.

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