Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 16 (15.4.1848)
- Date
- 1848-04-15
- Page
- Seite 128 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 128 - Innern ^ev Unterthanen wühlt, nagt, und am Ende das Vertrauen un tergräbt. -- — Nein 1: fcaö kann kein konstitutioneller S taat genannt werden l Denn es giebt keine Freiheit ohne völlige Freiheit, ohne Ausnahme der Konfessionen, ohne Unterschied der Stände. . So lange.nicht alle diese schändlichen und schmachvollen Worte: Jüdenfteuer, Jud en amt, Judenge setz, IudenpaLent, Iudenrecht, Judens e e l e, Jnd e n st ad t, I u de n g a sse aus dem Gedächtttiß geschwunden, und in den Lethe geworfen sind, ist Oesterreich nicht frei. —. Oder ist vielleicht die Ursache, warum man uns die Rechte verweigert, weil die Negierung an das baldige Erscheinen unseres Messias so sehr glaubt, und sich daher die Mühe ersparen will, unsere Ansprüche zu berücksichtigen? — möglich! Selbst der Tag. der Wiederherstellung der Selbstständigkeit Polens , und der Gründung einer polnischen Republik ist nicht ferne, das?6jährige Leiden hat sie nicht vernichtet, und sie. haben gegründete Hoffnung bald eine europäische Macht zu bilden, und wir? Aber tröste dich Israell noch ist Inda nicht verloren, auch deine Stunde schlägt, .auch, dein Retter kommt. . Schon stehen in Oesterreich .gesinnungstüchtige und freisinnige Männer an der Spitze. Dr.. Fischhoff und Kossnth werden unseren .Beschränkungen^ mit Kraft und Much entgegentreten, werden es nicht zusehen können , daß man uns ferner unterdrücken und .aussaügen soll. Die Deputation aus Lemberg, bestehend aus den HH. C o h n, Prediger, Mises, Dr. H orow.itz, werden bei Sr. Maj. gehörige Vorstellungen zu machen.wissen, auch in Brody giebt es noch Männer genug, die durch Schrift und Wort ihre Rechte und Ansprüche kräftig verfechten können. Darum, meine Freunde, ergeht an Euch der Aufruf, berathet, haltet fest zusammen in der Meinung wie der Thal, Ihr werdet gewiß nicht verfehlen das Ziel deö gerechten, schönen Strebens. Zögert nicht! Mit jeder Stunde rückt die Entscheidung näher, suchet auf die S>t ä n d e einzuwirken, daß sie bei der Versanunlung unserer sich erinnern, auch u n ser t weg en Fürsprache thün'mögen, daß auch nicht zu Euch, das jetzt die Runde machende Wort: Zu sput! dringen soll. / Noch ist Israel nicht verloren! Polen und Rußland. Wnvschnu, .1. April. Nach einer Verordnung vom 24. März sind denjenigen In den aus dem Königreiche Polen, welche entweder im Dienste stehender Heere invalid geworden sind oder eine gewisse Dienstzeit Verlag von C. L. Fritz sch e. durchgemacht haben - zllnächst alle diejenigen Vergünstigungen'zu gestatten, welche in beiden Fällen dem christlichen Soldaten gewährt -werden. . Außerdem ist den Juden dieser Kategorie das freie Ansiedelungsrecht in Warschau und allen übrigen privilegirten Städten des Landes, gestattet, ferner sind diejenigen von ihnen, welche Ackerbau, treiben, von der Koschersteuer befreit. Endlich ist ihnen 'noch die Vergünstigung zuerkannt, daß sie Ansprüche machen können ans die rüedern Beamtenstellen beiden Staats- und städtischen Behörden, jedoch nur soweit diese Stetten außerhalb der Nangklassen sind. (Bresl. Z.) Personalchronik und Miseellen. Turin. Die Emancipation der Juden ist proklamirt. Venedig. Der Handelsminister der provisorischen Regierung ist Leone Pincherle. Frankfurt a. M. Die Vertreter des Volkes haben sich für die Zulassung aller Konfessionen zum deutschen Parlamente entschieden. — Dr. Jacoby ist in den Ausschuß gewählt worden. Dr. Fürst ist Stellvertreter für Posen. Baiern. In der Antwort aus die Thronrede haben sich die Stände für völlige Emaneipation ausgesprochen. Pesth. Das neue Ministerium beabsichtigt, ein Rabbiner-Concil zu veranstalten. Wien. Hier erscheinen viele Flugschriften für.und.wider die Juden. ,. Zu spät! Nikolaus will den polnischen Juden einige Eoncessionen machen. „Ke ine K o m ö d i e me h r!" Li xh e im. Hier hat eine Judenverfolgung stattgefünden. * 0; . * ’ Wien. Kur an da ist von der Universität in Wien zum Deputirten für Frankfurt gewählt worden. » * . Posen. Die Juden wollen unter jeder Bedingung Preußen bleiben. Ihr Schicksal hangt mit dem der Deutschen ausss innigste zusammen. . , « . * Sachse n. Die Juden sind noch immer nicht emancjpirt. Druck von 'A'. H. N a g e l.