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Der Orient · 1848-04-15 · Heft 16 (15.4.1848) · p. Seite 121

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 16 (15.4.1848)
Date
1848-04-15
Page
Seite 121 (sequence 1)
Language
German
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B er ichte, St «die n « n - K r i ti k e n Jahrgang Neunter für MiW GejHWe Md LitemLur. Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl.^Postämtern - und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr» Herausgegebe« von vr. Zulnrs Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das LiteraturLlatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag eegermäßLg' Leipzig, den 15. April I n h-a l t. Deut sdyt d n b.: L e-i p z i g. Versammlung aller Konfessionen. Na ff ci ü. Die' Juden sind 'StaaLsbLrger. Au s de.Mn Netz di strikt.. Ernstes und Heiteres. Posen. Die Gadrung. Juden, Deutsche.und Polen.' Liffaer. Potriotismus. Leipzigs Das'.Tageblatt, (Fortsetzung.) — Oesterreich. Prag. Todtenfeier. G a ya. Konftitutionsfeier. Br od y. Furcht 'und Hoffnung. Pole n und R u ß l a n d. W a r sch au. Begünstigung. — - Personalchronik und Mißcellen.LB. d. Or. ' v Deutschland. 1. April. Gestern war hier eine zahlreich besuchte Versa m m t u n g von Gliedern aller Konfessionen, Lutheranern, Reformirten, Römischkatholischen, Griechischkatholischen, Deutschkathvtiken und Israeliten, zu einträchtiger Besprechung einer an die Volksvertreter zu Frankfurt gerichteten Bitte um völlige RelLgionsfreiheit, Gleichheit aller religiösen Bekenntnisse und Trennullg der Kirche vom Staate. Prediger Dr. Zille eröffncte sie. Ungewöhnlich, sagte er, ist die Einladung, ungewöhnlich die Versammlung, in welcher die Glieder so .verschiedener Konfessionen sich vereinigt haben, die kirchlichen Angelegenheiten gemeinschaftlich und brüderlich zu fordern. Was der kühnste deutsche Traum noch vor einem Monate nicht zu hoffen wagte, ist geschehen; Deutschland einigt sich unter Einem Feldzeichen; auch die Konfessionen müssen sich einigen unter der Fahne der Freiheit und des Friedens. Hierauf sprach Lieentiat Dr. Fricke. Eine große Zeit der Entwickelung ist angebrochen, wie für den Staat, so für die Kirche. Das alte System der Gewalt', das ben Gedanken durch Gesetze bevormunden wollte, ist gebrochen, die Spinngewebe sind zerrissen, mit denen man die Riesenkraft des Geistes umgeben wollte. Das gewonnene Gefühl innerer Kraft und -Reife treibt zu der Federung der Gegenwart. Wir fodcrn Freiheit auch auf dem Gebiete der Kirche und Religion , weil Gebundenheit im Widerspruch ist mit dem innersten Wesen der Religion und Kirche, deren Blüten und Früchte nur im Boden der Freiheit wurzeln. Diese Freiheit darf keine Halbheit sein, wir wollen nicht dieses oder jenes einzelne Recht, wir verlangen, gleich dem Staate, für die Kirche das Recht der Selbstständigkeit und der freien Entwickelung, Rechtsgleichheit aller Konfessionen, Trennung der Kirche vom Staate. 'Dem Staate verbleibe das Aufsichtsrecht und die Verpflichtung des Schützens und .Stutzens; aber das innere Leben der Kirche überlasse es der Kirche. Es ist ein Widerspruch, die Küche durch Staatsministcr zu feiten, deren Beruf cs gar nicht sein kann, die großen Gedanken der Kirche 51t verstehen und ihre Entwickelung zu beherrschen. Wir wollen keine staatsbürgerlichen Rechte an kirchliche Handlungen geknüpft sehen, aber damit die kirchlichen Handlungen selbst nicht beseitigen. Sie als eine Rothwendigkeit zu fordern, bleibt jeder Konfession, überlassen; wir verlassen nur eine Innerlichkeit zurück, in der die Kirche wurzeln soll. Die gefederte Gleichstellung der Israeliten ist kein Jndifferentismus gegen das Christenthmn. Werfen wir die Waffen der Gewalt weg und kämpfen wir mit den Waffen des Geistes für das Christenthnm. Die Sonne der Freiheit ist aufgegangen, die Herrschaft des Geistes beginnt; möchten wir siegend in uns'.das'' Bewußtsein tragen , nur mit gerechten Waffen gesiegt zu haben. Neformirter Pastor B l aß: In der Trennung der '' 16 ’

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