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Der Orient · 1848-04-08 · 15 (8.4.1848) · p. Spalte 225-226

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
15 (8.4.1848)
Date
1848-04-08
Page
Spalte 225-226 (sequence 1)
Language
German
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des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. JVI IIS« Leipzig, dm 8. April 1848« Inhalt. L it er a t u r r B e r i ck t e. Leipzig. — Kritiken. Kurze An zeigen. Ue'bersetzungen aus der hebräischen Belletristik des Mittelalters. Von L. Dukes. — Studien. Materialien zur Beurteilung der Septuaginta. Von Dr. Hildesheimer. (Fortsetzung.) — Ueber Parabeln und Sentenzen im Talmud. Mit Be^ug auf die Parabeln und Sentenzen im neuen Testamente. Von Zipfer. (Schluß.) — Literarische Mie-ceUeir. Erklärung von Prof. Fleischer. Ueber Plagiat von Zipfer.— Ankündigungen. Literatur - Berichte. Leipzig, 29. März. Das letzte Doppelheft des Journal asiatique vom Jahre 1847 enthält eine höchst interessante Abhandlung: ,, l’lnseription Phenicienne de Marseille. Traduite et eommentee par 8. Munk.“ Die von vielem Scharfsinn und richtigem Takte zeugende Abhandlung ist für uns von besonderer Wichtigkeit wegen des Resultates, zu dem. Hr. Munk gelangt. Hr. Munk sagt S. 526: „Aus dem Vorhergehenden geht hervor, daß das Hebräische und Phönicische sich nur sehr wenig von einander unterscheidet z beide Sprachen waren so ähnlich, daß wir sie im Grunde für eine und dieselbe Sprache ansehen können. Finden sich phönioische Wörter, die wir vermittelst der Bibel nicht erklären können, die sich aber in den verschiedenen semitischen Dialekten wiedersinden, so beweist dies noch immer nicht, daß diese Wörter bei den Hebräern nicht im Gebrauche waren. Es ist bekannt, daß die hebräischen Bücher, die wir noch besitzen, durchaus nicht alle Wörter der hebräischen Sprache in sich fassen." Hervorzuheben ist ebenfalls, was Hr. Munk über das phönicische jo (arabisch dem das hebräische ^«"1 entspricht, sagt. Auch citirt der Verfasser eine Stelle aus Maimuni's Mischnakommentar in Betreff des mischnaischen Wortes — Die Darstellung des jüdischen Volkslebens in Novellen und Romanen gewinnt einen immer größer» Boden. Von L. Komp ert hat eme Sammlung solcher novellistischen-Schilderungen; so eben die Presse verlassen, die Auerbach's „Dorfgeschichten" angereiht werden kann. Eine Schilderung „die Mandarin" ist von ergreifender Wirkung und muß das Herz jeglichen Lesers mächtig erschüttern, da es ein farbenreiches, mit vielem Geist ausgesührtes psychologisches Gemälde ist. Schade, daß durch die neuesten Bewegungen der Zeit der Debit dieses Buches verzögert wird. 2C b. Iellinek. Kurze Anzeigen. UeberseHungen aus der hebräischen Belletristik des Mittelalters. Angezcigt von Leopold Dukes. 1) Manna von M. Steinschneider. Berlin, 1847 8. 2) nurn von Jedaja Bedarschi (Bedersi). Mit in- "terpunktirtem hebräischen Texte und mit neuer metrischgereimter Uebersetzung von M. E. Stern. Nebst einer biographischen Einleitung von Loses Weiß e, Rabbiner in Gaya. Wien, 1847. 8. Die letzten 15 Jahre haben unter andern Bestrebungen, welche sie entstehen sahen, auch viele Kräfte sich der jüdischen Vergangenheit zurrenden sehen, um mit ebensoviel Fleiß als Wohlwollen die frühere Zeit, welche in gewisser Beziehung eben so viele Bildung als die jetzige besaß und nach allen Richtungen hin geistesthärig war, literarisch und kulturhistorisch auszubeuten und im Zusammenhänge mit der allgemeinen Bildung der Menschheit zu beleuchten. Diese Bestrebungen waren mannigfacher Art. Die Bibliographie aller Theile ,der Literatur wurde mit einem prüfenden Blick betrachtet. Zunz hat hierin in seinem Werke „zur Geschichte und Literatur", das Bedeutendste geleistet, und das jüdische i Mittelalter fängt an nun jeden Tag Heller zst werden. Die Mitglieder der Meassimgesettschast, von denen der erste Anstoß zur jetzigen Bildung ausgegangen ist, haben für die eigentliche Geschichte der altern Literatur wenig gethan. Einerseits fehlten ihnen die Quellen selbst, anderseits fehlte ihnen auch das Verständnis) für die früher» Zeiten, und so konnten sie nur einige Heroen der alten Zeit prüfen,' in welcher sie lebten ohne die Zeit selbst genug erfassen zu können. ' 15

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