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Der Orient · 1848-04-01 · Heft 14 (1.4.1848) · p. Seite 105

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 14 (1.4.1848)
Date
1848-04-01
Page
Seite 105 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Hennter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen lobt. Postämtern und allen solid. Buchhand- Lungen auf ein Jahr. fü, jüdische Geschichte und Literatur. Herauögegebeo von vr. Julius West. lLdrKLllx. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechner, zwciEogei, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. ^§14. Lclpzig, dm I. April 1848. ^14. Inhalt. Deutschland. L e i p z i g. Stritte der Gemeinde. Berlin. Der Stern lebt. Würtemberg. Christliche Mildthatigkeit. Ansprache des Königs. Jaftrow. Gemeindezuftande. Aus dem Nitzdistrikt. FortsetzuAg der Revue. —. Oe fterrei ch. Wien. S. Deutsch. Die Sonntagsblätter. Pefth. Prahlerei. Gaya. Gememdeleben. Aus Mähren. Offene Briefe. Wien? Die Judenfrage^ Wien. Leichenfeier. Wien. Adresse. Prag. Nekrolog. — Personalchromk und Miscellen. Leipzig. — LB. d. Or. Deutschland. Leipzig, 19. März. Gestern Abend veranstaltete die hiesige israelitische Gemeinde eine Generalversammlung , um über die Schritte und Wege zu berathen, die in Bezug aus den Punkt im Programm unseres neuen Staatsministeriumö: ,,Gesetzliche Ordnung der kirchlichen Verhältnisse im Geiste der Duldung und Parität", einzuschlagen wären, weil man gerade m diesem Theile des Programms eine Unklarheit zu sinden meinte. Die Gleichheit aller Konfessionen in kirchlicher und politischer Beziehung, welche in Sachsen wie im übrigen Deutschland zu den Wünschen des Volkes gehört, glaubte die Versammlung in den: undeutlich ausgesprochenen Grundsätze des Ministeriums nicht zu sinden, und man war geneigt zu beschließen , von dem Staatsministerium durch Absendung einer Deputation eine bestimmte Erklärung zu verlangen, um danach Das, was zu thnn wäre, zu veranlassen. Ein anwesendes Mitglied stellte jedoch der Versammlung vor, daß es durchaus nicht zeitgemäß sei, irgend einen Schritt isolirt und partikularistisch zu thun, und zwar um so weniger, als diese Frage der Gleichstellung in Sachsen nicht minder als im übrigen Deutschland eine allgemeine ist. Sämmtliche in Sachsen bestehende Konfessionen, Reformirte, Lutheraner, Juden, Katholiken und Deutschkatholiken, haben ein gleiches Interesse, auf die Rcalisirung dieser Idee hinzuarbeiten, therls um die Ehre Sachsens und den Ruhm seiner Freisinnigkeit zu retten , theils auch um positiv diesen Krebsschaden unsers politischen Lebens zu heilen. Dieses Mitglied wieö auch darauf hm, daß bei der allgemeinen Ansicht' über die Unzulänglichkeit dieses Punktes im erwähnten Programm ganz gewiß ein vereintes Wirken aller Konfessionen stattfinden würde, und glaubte versichern zu können, daß bereits Schritte zu einem vereinten Wirken geschehen seien , und die hiesige israelitische. Gemeinde somit ein Feld fände, sich mit ihren Wünschen und Hoffnungen anznschließen. Ans diese Verstellung hin beschloß die Gemeinde vorlänflg von partikularen Schritten und Maßnahmen abznstchen und geduldig zu warten, bis ein Aufruf zu ihrer Mitbetheiligung an sie ergehe, welchem Rufe sie mit Freuden folgen wolle. (D.A.Z.) Berlin, 22. März. Ich könnte heute meine Feder in Blut tauchen. Soll ich Ihnen von dem makkabäisch-heldenmüthigen Kampfe unserer Brüder erzählen? von den Deputationen, an denen die Juden theilgenommen? von dem Hoch, das den Juden allsgebracht worden? von der versprochenen Gleichstellung aller Konfessionen? Das würde Sie nicht überraschen. Was Sie in Staunen versetzen wird, ist, daß man hier zum ersten Mate den Mangel an Schochtim fühlte. Ein Regiment Schochtim mit den blanken Waffen, blutigen Händel, und schwarzen Herzen hatte uns am 18. und-19. März vortreffliche Dienste leisten können. Durch die Anarchie hätten die Schochtim ein Mal zu Ehren kommen können.. 14

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