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Der Orient · 1848-02-26 · 9 (26.2.1848) · p. Spalte 141-142

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
9 (26.2.1848)
Date
1848-02-26
Page
Spalte 141-142 (sequence 7)
Language
German
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141 Studien. Mendelssohn's und Wessely's Seit. Mchaclischen- Bibliothek — die jetzt nach London wandert — sah ich ein sehr schön geschriebenes Mskt. davon mit sehr vielen hinzugekommenen Anmerkungen. Das ganze ist von des Verfassers eigner Hand. Raphael Levy war geboren 1625 in Weikersheim in Franken. Von Jugend auf zeigte er eine ungewöhnliche Wißbegierde, und ward seinem Lehrer in allem überlegen. Es wurde daher beschlossen, den Knaben nach Frankfurt zu schikken. Hier ging er den ganzen Kreis jüdisch-rabbinischer Kenntnisse durch, wurde Talmudist, machte aber die Erlernung des Buchhaltens zu seinem Hauptgeschäfte, worauf er bei dem reichem Oppenheimer in Hannover als Buchhalter kam, dessen Gunst er bald erwarb. Nun zog ihn, außer Arithmetik, auch die Mathematik an. Er las sehr viele Bücher in deutscher, französischer und lateinischer Sprache, die über diese Wissenschaft handelten und forschte unermüdet darüber nach. Eines Tages sah cr, wie bei der Grundlegung eines neuen Gebäudes, man in Begriff stand, einen großen Fehler zu begehen, er trat hinzu und zeigte wie dieser auszuweichen sei. Dev Bauherr gab ihm Beifall, und als er mit voller Bewunderung R.'s Geist und seine Lernbegierde merktte, gab er ihm eilt Billet an den weltberühmten Leibniz. Nachdem dieser einige Fragen an ihn gerichtet, ließ er den Herr Oppenheim zu sich kommen, und sagte ihm, daß wenn er ihm 300 Thalcr geben wolle, so will er seinen treuen geschickten Buchhalter auch in die höheren Wissenschaften unterrichten. Als O. dies mit jFreuden einging, da sagt L. „er ist ein rechtlicher Mann, ich verlange nichts, schicke er ihn nur her." R. kam zu Leibniz, zog in sein Haus und wohnte endlich sechs Jahre beständig bei ihm. Man kann sich leicht vorstellen, mit welchem Eifer er dieses Glück benutzt, und wie weit er es in der Mathematik bringen mußte. Auch mit den andern ausgebrciceten Kenntnissen seines großen Meisters beschäftigte er sich, er merkte aber bald, daß er darin keine großen Fortschritte machen konnte, weil es ihm, dem Talmudisten an philosophischen Vorkenntnissen fehle. Indessen nahm er doch L.'s praktisch-philosophische Grundsätze an, ohne ein Haarbreit von der Lehre und Religion seiner Väter abzuweichen. Als er anfing in der Arithmetik, Physik und Astronomie Unterricht zu ertheilen, da erfand er einige neue Regeln zur Erleichterung der Lehre, die auch Kästner billigte. Die Leichtigkeit, mit der er die schwersten Sachen faßlich machte, waren bewunderungswürdig. Von den sieben Kindern, die er mir seiner Gattin erzeugte, blieb nur eine Tochter am Leben; der Verlust der andern, so wie viele andere Unfälle trug er mit philosophischer und religiöser Ergebung. Beständig und unermüdend zur.'Auflösung schwerer Probleme aufgelegt, achtete er wenig auf pekuniären Gewinn. Wer seinen Unterricht nicht bezahlen konnte, der erhielt ihn gratis. Der Sohn eines armen Handwerkers, der sich beim Unterricht besonders auszeichnere / ward sein Lieblingsschüler, und durfte zu jeder Stunde des Tages zu ihm kommen. Durch seine Empfehlung, ließ ihn der König von England 142 studiren, und gebrauchte ihn nachher in sehr wichtigen Angelegenheiten. Der dankbare Schüler, der bald starb, vermachte seinem Lehrer 1200 Thaler. Auch ein englischer Lord, der lange bei ihm Unterricht genoß, bedachte ihn in seinem Testamente mit einigen tausend Thalern. R. starb den 13. Mai 1779. Er hinterlicß viele Schriften, aber noch mehr sehr ausgezeichnete Schüler. Sein wohlgetroffenes Bild, wird noch jetzt im Leibnizhause, in Hannover aufbewahrt. * % •■;D'0;priD jHDn irp!?N' ,->. N. Elijja Kohen aus H echim, Vers, von Prag, 1785, enthält außer ganz ctHinn tarpp auch einige Regeln der Arithmetik, die Gcundlehren der Geometrie, Trigonometrie, sphärische Trigonometrie und Astronomie, auch Einiges, aber nichts vollständiges, über Optik. In der Vorrede sagt der Vers.: „Ich will durch mein Buch den Vorwurf der Völker zurückweisen, die da fragen: „Wo ist eure Weisheit und Einsicht vor den Augen der Volker, wer ist unter euch unterrichtet? rc." Wir waren eine Zeitlang blind in den höhern Wissenschaften , und konnten ihre Sonnenstrahlen nicht ertragen rc. Und ,wenn auch Maimuni uns Lehren darin aufgestellt, so hat er, wegen seines großen Scharfsinnes, gar nicht die Vorkenntnige berührt, und solche bei seinen Lesern vorausgesetzt , daher ist er oft so dunkel, und seine Erklärer sind untereinander so uneinig, weil ihn jeder anders aufgefaßt." Seine ganze Theorie ist die des ptolemäifchen Systems; er gab aber das Versprechen, diese Theorie nach dem neuen kopernikanischen System zu entwickeln. Er hat ein hebräisches Wort für Logarithmen erfunden, nämlich ‘pirUD. Kenner wollen behaupten, daß er schon für diefes.wielsagende Wort den Namen Weiser verdiene. tDt£/DNT QDNN» Israel Samosc, Vers, von nyj, bespricht viele halachische Gegenstände in beiden Talmuden und in den. Poskim. Welche große Gewandtheit er darin gehabt haben mußte, das zeigt die Antwort, deren ihn R. I. Emden (in p"y>' gewürdigt hat. Ferner enthält dieses Werk Auslegungen der dunkelsten Agada's, so wie auch Erklärung aller astronomischen Stellen im Talmud, wobei er beweist, daß, da wir uns beim Gebete nach der Wettgegend wenden wollen, wo Jerusalem liegt, wir uns durchaus nicht ganz nach Osten neigen dürsen. Diese Lehre ist auch als richtig anerkannt worden. —' Sein Kommentar über Kusari, -jonJ "iMX genannt, ist wirklich ein „herrlicher Schatz". — Ferner, hat er einen Kommentar über nn geschrieben, ein Buch über philosophische Termen, des nach Einigen Juda Jbn-Tibbon und nach andern Jbn-Machir der Verfasser sein soll. Endlich hat er noch verfaßt n^DN, über die neueste Lehre der Astronomie und Optik, welches als Mskt., Herr Zunz in Händen hat. I. war der Lehrer Mendelssohn's in der Geometrie. Wie ich in meiner Jugend gehört

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