Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1848)
- Date
- 1848-02-12
- Page
- Seite 50 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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50 äftcuuitgcn 1,508.Sachsen-Atten6uvg —. Mcltenburg- Strelitz 800. Oldenburg 1,404.. Anhatt-Dessan 1,700. )Anha(t-Bernbnrg 800. Anhalt-Köthen 400. Schwarzburg- Sondershansen — . Schwarzburg - Rudolstadt —. Hohenzotlern-Hechingen 740. Lichtenstein —Hoheuzetlcrn- Sigmaringen —. Waldeck 1000. Reust —. Schauulburg -Lippe —. Lippe-Detmold —. Hessen- Homburg . Lübeck 4,406. Frankfurt a. M. 4,406. Bremen —. Hamburg 10,000. Zusammen 416,334. Und nun wie gewöhnlich zu einigen Einzelheiten: Von München wird berichtet: Der Hauptmann 1. Klasse- Isidor Mar.r vom Infanterie-Regiment Zand! hat die liachgesuchte Pension erhalten. Derselbe war der letzte Israelit , der als Ofsieier in der Arme diente. Was die Veranlassung hierzu war, vermögen wir nicht zu bestimmen, wahrscheinlich Gesundheitsrücksichten. Am 24.' deö vorigen Monats und Jahrs verstarb in Furth ein Ehrenmann, Hr. Bankier Herman (Hirsch) K önig swar ter im 30. Lebensjahre. Er gehörte zu den wenigen Reichen in Israel, die ihre Gaben nicht den Bettlern von Profession spendeten und dadurch den'Müssiggang hegen und ziehen; er wendete sie vielmehr allgemeinen Wohlthätigkeitoanstalten zu, nebst dem seine durstigen Verwandten einen großmüthigen Unterstützer au ihm fanden. Das neuerbaute Spital daselbst dankt ihm seinen ersten Fonds, wie bereits früher gemeldet wurde. , In einer Synagoge Mittelfrankens, in Windsbach, welche das hohe Verdienst sich früher erwarb, die allerhöchst genehmigte Synagogen-Ordnung so viel als gar nicht zur Ausführung gebracht zu haben, sind dieser Tage während des Gottesdienstes arge Thätlich- ■ feiten vorgefallen. Der Vorsteher hat den Arm der weltlichen Gerechtigkeit zu Hilfe gerufen, was ihm der zuständige Distriktsrabbiner gewaltig übel genommen hat. Seht ihr frommen' Herren, die Früchte eures verkehrten Treibens. Zuerst ignorirt ihr das, waS den Gottesdienst äußerlich zu Ehren bringen kann und sind die Leute so herabgekommen, wie ihr es verschuldet, dann sollen sie zur künftigen Warnung — straflos ausgehen und eine schriftliche Mahnung, im Gotteshaus ,,Furcht und Ehrfurcht zu haben" soll Alles wieder ins Gleis bringen. ' Baier'sche Blatter Dringen einen Missionsbericht des Bischofs Gobert in Jerusalem. Man ersieht daraus, daß seit neun Jahren (26 unzurechnungsfähige Kinder abgerechnet) 31 Juden, also jährlich 3-tz getauft worden sind. Das ist doch ein großer Fang um so theures Geld. Geklagt wird darin sehrdaß die neuen Proselytm aus Europa so wenig materielle Unterstützung erhalten. Man solle ihnen, wenn man nicht mehr für sie thun wolle, lieber keine Missionäre schicken. Der letzten Meinung sind wir auch. Mehrere jüdische Gemeinden schreiben in öffentlichen Blättern Schächterstetten aus mit einem Gehalt, der dem des Religionslehrer wenigstens gleich steht. Ihr HH.^ Religionslehrer! gebt eure Stellen auf und werdet in Gottes Namen — Schächter, so habt ihr doch wenigstens der Woche freu" Unsere in Nr. 17 des Korrespondenten v. u. f. D. übergegangene Bemerkung bezüglich der Konfiskation des Phäden und des Dichter und Kaufmann von Auerbach im Seminar zu Würzburg hat in genanntem Blatte den Widerspruch eines jüdischen Seminaristen hervorgernfen. Darauf erwidere ich: Wer die Stellung eines Schul-Scminaristen seiner Inspektion gegenüber einigermaßen kennt, der wird wohl nicht die Kundgebung solcher Vorkommnisse während des Seminarbesuchs, wohl aber nach erfolgtem Austritt annehmen. Ein solcher ausgetretener Seminarist nun, der in Mittelfranken als Lehrer fungirt, wegen seines guten Charakters alle Glaubwürdigkeit vcrdient imd den wir nöthigensatls zu nennen bereit siud,^ ist cS auch, der uns die beregte Mittheilnng gemacht hat. Der Würzburger Widerspruch müßte daher veit der kön. Inspektion daselbst ansgehen und dürste sich nicht auf die jüngste Zeit beschranken, wenn er an unserer Nachricht etwas ändern soll. Leipzig, 4. Febr. Wir fahren fort in der Mittheilnng der politischen Rundschau von Ed. Cohn im ,,Phönix", indem wir das literarische absondern. Es ist eine Aehrcnleje ans den politischen Zeitungen in aphoristischer Form vcrgetragen und wiewohl auch der ,,Orient" dazu einen großen Theil beigettagcn, so erscheint die Znsammensassung doch sehr anziehend. ,,Seit nuscrm letztem' Berichte hat sich ans dem eigentlich politischen Gebiete verhältnißmaßig wenig zugetragen, was einer besonder!: Beachtung würdig erschiene. So viele gesetzgebende Versammlungen nämlich auch jetzt gleichzeitig ihre Berathungen halten — wir glauben,.daß eine ähnlich große Anzahl vielleicht noch nie in einem und demselben Momente vereinigt war, — so liegt doch eigentlich nur einer einzigen derselben, nämlich dem im Anfänge des nächster: Monats nach seinen Ferien wieder zusammenttettnden britischen Parlamente die Jndensrage unmittelbar und zur definitiven Erledigung vor. Denn auf dem nordamerikauischen Kongresse, so wie in dorr französischen und belgischen Kammern und aus dem knrhessischen Landtage ist in dieser Angelegenheit nichts mehr zu thun übrig; in Portugal, Spanien und Griechenland aber ist die Frage absoluter Gewissensfreiheit noch nicht zur Lösung durch die Cortes oder durch die Nationalversammlung reif. Ob aus dem schwedischen wie auf dem ungarischen Reichstage, dort durch eine Regiernngsproposition oder aber in Veranlassung von ständischen Anträgen oder andertveitigen Petitionen, hier auf dem zuletztgedachten Wege, die Jndensrage zur * Sprache kommen wird, steht noch dahin. Weniger ungewiß ist dies bei den Ständen Badens , Württembergs