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Der Orient · 1848-02-05 · Heft 6 (5.2.1848) · p. Seite 41

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 6 (5.2.1848)
Date
1848-02-05
Page
Seite 41 (sequence 1)
Language
German
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wm Berichte, Studien und Kritiken Neunter für Jahrgang. — jüdische Geschichte und Literatur. — Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen Herausgegeben Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitlödl. Postämtern und allen solid. Buchhandvon gerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem lungen auf ein Jahr. Br. Julius Mi rft. Dienstag regelmäßig. Leipzig, den 5. Februar Inhalt. Deutschland. Posen. Friedliche Trauung. Posen. An den Berliner * Korrespondenten. Ein Schochet. Berlin. Harmlose Bemerkungen eines :üd. Zuschauers. Berlin. Die Consistorien. Aus der Prov. Posen. Kultus- Angelegenheiten. Aus der Prov. Posen. Kultus- und Zeitungswesen. — Oesterreich. Aus Mähren. Offene Briefe. Von der Donau. Ueber Heimathsrecht. Rabbiner-Versammlung. — Das jüd. Schulwesen in der Stadt Posen. — MisceUen zur Geschichte der Juden. Von A. F. Rudolph. — LB. b. Or. Deutschland. Posen, 18. Jan. Den Lesern dieses Blattes wird größtentheils nur die Schattenseite der hiesigen Gemeinde-Verhältnisse gezeigt, wahrend der aus die Gesammtheit wohlthätig wirkenden Ereignisse selten Erwähnung geschieht. Ich erlaube mir deshalb ein Faktum mitzutheileu, das ein schönes Zeugniß des in unserer Gemeinde vorhandenen Strebeuö nach Eintracht giebt, und welches den Beweis liefert, wie die ucrfd;ccbcncu religiösen Richtungen, durch Besonnenheit und Mäßigkeit ihrer Vertreter, keine Veranlassung zu den alles Bessere niederdrückenden Parteikampsen geben. Ein Mitglied des ,,Brüdervcrcins" wünschte, daß die Trauung seiner Tochter im Betlokale deö gedachten Vereins vorgenommcn werde. Es wurde derselbe mit dem vom Verein abgefaßten die Trauung betreffenden Reglement bekannt gemacht, welches viele Abweichungen von de» bisher bei diesem Akte üblichen Gebrällchen enthalt. Als derselbe den hiesigen Oberrabbiner mit den Kidduschin beehrte und dabei der Bedingungen jenes Reglements gedachte, erklärte Letzterer, er würde zwar bei Unterlassung der unwesentlichen Ccremonien keine Schwierigkeiten in den Weg legen, müsse aber bei den wesentlichen Gebräuchen fest beharren. Hierauf faßte der Verein sofort den löblichen Entschluß, von den in dein Reglement enthaltenen der Ansicht des Oberrabbiners nicht entsprechenden Bestimmungen abzngehen und sich auf dessen Ausspruch zu beschränken. So ging dieser feierliche Akt, erhöhet durch eine alle Anwesenden befriedigende Tranrede, von dem rühmlichsi bekannten Dr. Cal Vary gehalten, an geweihter Stätte in Ruhe und Ordnung vorüber, und es ist erfreulich berichten zu können, daß dieser Vorgang aus die Bessergesinnten einen höchst angenehmen Eindruck machte, da er die charaktervolle' und humane Gesinnung der Mitglieder dieses Vereins, wie ihr Streben, die Achtung gegen das geistliche | Oberhaupt der Gemeinde zu bewahren, bekundet, und an den Tag legt, daß sie keine dem Geiste des Judenthums so unangemessene Richtung verfolgen, als man bis jetzt anzunchmen sich berechtigt glaubte. Allerdings ist es zu bedauern, daß die Vorsteher dieses Vereins ihre Synagogenordnung von einem jungen Rabbiner ans der Provinz begutachten ließen; sie haben durch diesen Misgriff Viele dem Vereine entfremdet und er kann nur dieselbe wieder gewinnen, wenn er auf dem Wege des mäßigeil Fortschrittes verharret und in einer dem Geiste des Judenthums entsprechenden Weise zu l wirken fortsährt. r L. K. I Posen, 1. Jan . (A n den B e r t i n e t c r? j respond en ten mit dem S tern )ft). Mein lie-! ber Kollege! So und nicht anders will ich Dich nennen, und wenn Du Dich noch so sehr darüber m oqn irst, und wenn Du diese Benennung noch so lächerlich sindest. — Was kümmert mich die RV.? Sie ist ja längst ,,alle geworden". Was kümmert mich Deine

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