Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1848)
- Date
- 1848-01-29
- Page
- Seite 33 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Neunter für --' jüdische Geschichte und Literatur Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen Herausgegeben löbl. Postämtern und allen solid. Bucbbandvon l ungen auf ein Jahr. vr. Julius Fürst. Jahrgang. Don dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das öiteraturblatt mitgerechnet, zwei Dogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. .M 5. Leipzig, den 29. Januar 1848. Inhalt. Deutschland. Berlin. Harmlose Bemerkungen eines iüb. Zuschauers. Posen. Der Brüder-Verein. Baiern. Hoffnungen. Ein Landsmann. Posen. Kuttusbeamte. Hamburg. Statistisches. Vereinswesen. Leipzig. Rundschau. — Oesterreich. Aus Mahren. Offene Briefe. Prag. Kantorstelle. Literarische Industrie. Mahren. Zustande. Land- ^abbinat.. Pefth. Der Reichstag. Pesth und Preßburg. Fortschritt in Uiholy. — Das jüd. Schulwesen in der Stadt Posen. — Personalchronik und Mscellen. Straßburg. Dresden. Leipzig. —LB. d. Or. Deutschland. Berlin, 20. Jan. Von einer Sternwarte bis zum Thier kreise ist der Weg wohl eher möglich, als vom Judenhaß zur christlichen Liebe. Sie werden es daher natürlich finden, daß ich mein Augenmerk auf den Thierkreis richte. Mein Thierkreis besteht aus zwei Zeichen, aus einem Einhorn und einem A d l er. Wenn H o l d h e i m einen Toast auf den ersten unbeschnittenen Rabbiner ausbrachte, so ist dies begreiflich. Holdhcim ist das perpetuum mobile des Thierkreises der Reform. Wenn aber Einhorn, der ewige Jude mit hierarchischer Salbung ein uubeschuittenes Kind segnet, so hat dasselbe nichts verloren, Einhorn aber nichts gewonnen, indem ein anderer Goj für die Beschneidung in die Schranken getreten ist. Tempora mulantur. Ein Rabbiner ist gegen, ein christlicher Professor der Theologie für ein biblisches Gebot! Wenn Regierungen verlegen find um Professoren, die das Judenthum bekämpfen, so mögen sie nur den Rabbinen die Universitäten eröffnen. Es sind die radikalsten Gegner des Judenthums. Und die halbanfgeklärten Juden, die Echo's jeder Tagcöphrase, fühlen, nicht, daß die Hierarchie bald auf den Trümmern ihres JudenthumS ihren Sitz aufschlagen wird. Seht, in welchem dreisten und kecken Ton der aufgeklärte Rabbi seine Allokution erlassen hat. Sind die Mohclim überflüssig, so wollen wir auch den Rabbiner» ein ewiges Lebewohl sagen. Was jetzt ein Rabbi weiß, ist jedem Gemeindegliede nicht fremd; und selbst die Gelehrsamkeit eines kecken Adler, der in der jüdischen Literatur gerade so viel Bescheid wie jeder moderne Rabbi weiß, ist leider nur ein Bruchstück, das von der Arroganz mnltiplicirt wird. — Der jüngste dieser unwissenden und arroganten Handlanger der Literatur scheint ein neuester Geschichtschreiber, derRZ. nach, zu sein» Lesen Sie die letzte Nummer der ,,Reform-Zeitung" und Sie werden sich überzeugen, daß unser modernster Geschichtschreiber, der unsere Geschichte auf die Folterbank seines Geistes gespannt hat, nicht einmal die ersten Bücher des Pentateuch's kennt! Und solche Lchrburschen der Literatur wollen ein biblisches Judenthum l Gott sei uns gnädig! rjc Posen, 27. Decbr. 1847. Die Mitglieder des hier bestehenden Brüder-Vereins haben sich bei der gestern im Resoureen-Saale stattgehabten Wahl eines neuen Konnte sehr vornehm bewiesen: die Nenerwähtten verzichteten gutwillig auf ihre Ehrenämter und überließen sie-ihren Vorgängern, die sich bei dern Ban des neuen Betlokals und dessen Einrichtung viele Mühe gegeben haben. Das Herz entbehrt zwar, zu unserem größten Bedauern, noch immer seiner Befriedigung, da man bisher nur für die des Auges gesorgt hat; doch dürfen wir uns der Hoffnung hingeben, daß nach Jahren endlich doch ein Prediger bei diesem Vereine ein Asyl finden wird. — Dieser Verein" hatte Anfangs das Ansehen einer 5