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Der Orient · 1848-01-08 · Heft 2 (8.1.1848) · p. Seite 16

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 2 (8.1.1848)
Date
1848-01-08
Page
Seite 16 (sequence 15)
Language
German
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- 16 Jüngling, der jetzt zwar noch keinen Namen in der Reihe der Kandidaten aufzuweisen hat, daß er bald einen Wirkungskreis erreichen wird, wo er seinem Bernfe auf's Vollkommenste entsprechen und eine seinen Fähigkeiten angemessene Änerkennung firrden wird-. Der zweite Kandidat, Herr Dr. M. L ö w en th a l, bekannt als Herausgeber der „Philosophie des Hiob," dem bereits ein ehrenvoller Ruf vorangegangen, ctnbctc durch seine geistreiche Predigt am verflossenen Sabbat, die uns einen schlagenden Beweis seines Talents, seiner Fähigkeiten und seiner Tüchtigkeit gab.., einen ungetheilten Beifall. Wir können uns hier nicht auf -den höchst gediegenen Inhalt seines Vortrages speeiell einlaffen, und zollen-, im Sinne Ihres ehrenwerthen Korrespondenten in Stockholm demselben nur das Lob, das dieser dem Hrn. Dr. L. in diesen Blättern bereits ausgesprochen hat. — Unsere Hoffnung auf die feste Anstellung eines Rabbiners wird sich nicht .sobald rcaCiftrcn; den geistigen Genuß eines Kanzel - Vortrages hat unsere so zahlreiche Gemeinde zu selten und wir müssen uns schon damit begnügen, wenn irgend ein fahrendes Redner-Talent zu einer Gastrolle sich hierher bemüht. -— Unser Nachbarstädtchen S t or ch n est ist in dieser Beziehung besser daran; der dort fungirende Kantor und Schächter erbaut seine Gemeinde sehr oft durch religiös-deutsche Vorträge und die Storchnester finden Gefallen daran. — Mit dem Beginne des neuen Jahres tritt unsere Gemeinde in die Verhältnisse ein, die ihr das Reglement nach dem Gesetze vom 23. Juli vorschreibt. Die Regulirung dieser Verhältnisse machte unserer Gemeinde- Verwaltung viel zu schaffen und noch in dieser Woche wird die Wahl der Repräsentanten und der Verwaltung für die nächsten 6 Jahre vor sich gehen. Von dieser Wahl hangt die zukünftige Gestaltung unseres Gemeinde- . wescns ab, und ganz natürlich bereitet sich jede Farbe auf diese Wahl vor. Es ist schwer zu bestimmen, welcher Farbe das Resultat derselben günstig wird, und daher eher anznnehmen, daß ein Resultat buntscheckiger Natur .aus den; Wahlkampfe hcrvorgeheu wird. — \ B — .. Oeft er re i ch. Z» Eger'szeg, 15. Dee. 1847. Ungemeines Interesse erregte hier die in der ,,Pester Zeitung" vom 7ten Dieses durch einen ,,Konkurs" veröffentlichte Abdankung des' Herrn Predigers Dr. Schiller in Eperies. Folgt derselbe dem Rufe einer größern Gemeinde, oder ist er endlich des mühevotteu Kampfes in jener an Po- *) Nr. 50 und 51, ' Verlag von C. L. Fritzsche. len, und mithin an das Land der Finsterniß gränzenden Gegend müde? — Wir sind h i e r, wo. derselbe dieses Jahr durch eine einzige Predigt sich unvergeßlich gemacht hat, ans die Ursache der Abdankung sehr gespannt; und können wir nicht umhin den Wunsch auszusprechcndaß Herr Professor Dr. S. sich mit dem Wenigen, daß wir Ihm bieten können, begnügen mag; — wir sagen „Wenigem", trotzdem unsere Gemeinde nicht unbedeutend ist, weil wir einen greisen Rabbinen und ein p CTO. fya.fccn! — und wir wollen ihn gewiß hierher rufen: Der moralische Nutzen, den ein solch' hochbegabter Mann an der Spitze unseres Kultus zw leisten im Stande ist, ist unberechenbar. Als Zeichen, wie Hr. Dr. S. bei seiner Anwesenheit hier von dem hies. Vorstände und von den übrigen Gememdemitgtiedcrn anfgenonnnen wurde, -diene folgende in Begleitung eines nicht u n b cd e u t e n d es Geschenkes, — das Hr. Dr. S. nicht entnehmen wollte, um seine Gemeinde nicht zu kompromitiren, wie er sich ausdrückte — an ihn am Tage nach der Predigt abgesandte Adresse, unterzeichnet vom Vorstande Stern, Kultusvorsteher, dem als gebildeter Manw und sehr^ w a ck er e r Vertreter genügsam bekannten Hr. I. M ay c r und dem Fischer: Euer Hechwürden Wenn wir uns das Vergnügen machen, Ihnen, hochgeehrter Herr Professor, für den geistigen Genuß, den uns Ihr gestern abgehaltener Vortrag über Ezech. 36; 1—15 gewährte, den innigsten Dank abzustatten; so ist dies nur der Wunsch unserer ganzen Gemeinde, den wir zu erfüllen das Glück haben. Ihre geistreichen, tief ins Herz dringenden Worte, Ihre fromme Begeisterung und die heilige Weihe, die Ihren ganzen Vortrag durchweh'te, haben eine solche religiöse Pietät in uns erweckt, daß wir einerseits uns fr e u e n, diese Anerkennung Ihrer Verdienste dankerfüllt zu äußern, und andererseits es tief bedauern, daß die schwachen Kräfte unserer Gemeinde es nicht.. gestatten, mehr als die beigefügte Kleinigkeit (10 Dukaten!) als Entschädigung Ihres Zeitverlustes Ihnen an bieten zu können. Nehmen Sie daruni unfern innigsten, Herzlichsten Dank l und Gott, dessen Worte Sie so gefühlergreifcnd und herzerwärmend verkündeten, möge Sie noch lange erhalten zur Verherrlichung seiner heiligen Lehre, zum Ruhme seilles Volkes! .Von diesem Wunsche beseelt und innigste durchdrungen empfehlen sich achtungsvoll Ew, Hochw. ergebenste Bernhard Stern, ,Z. Egerßeg, Vorsteher. 22. August 1847. Jak. Mayer. (L. S.) Ed. Fischer. Sr. Hochwürden, Herrn Dr. Schiller, außerord. öffentl: Professor und Rabbi zu Eperies je. rc. h i erselb st. Druck von I. H. Nagel.

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