Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1848)
- Date
- 1848-01-01
- Page
- Seite 1 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Achter Das Abonnement auf em Jahr ist 5 Th!r. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern Ulld allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fur8. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. mm, Leipzig, bat 1. Januar Inhalt. Unser Programm auf das Jahr 1848. — Deutschland. Berlin. Harmlose Bemerkungen eines jüdischen Beobachters. Baiern. Bericht für den Monat November. Leipzig. Die Schlesische Zeitung über die Juden. >— Oefterreich. Aus Mahren. Offene Briefe aus Mahren. Fortsetzung. Pefth. Die ,,Pesther Zeitung". Aus Ungarn. Der Reichstag. — Großbritannien, London. Verhandlungen über die Juden. — LB. d. Or. Unser Programm ans das Zahr £848. Die jüdische Journalistik ist erstarkt. Durch die Macht der Oeffenttichkeit und die Kraft des Wortes hat sie eineu festen Boden gewonnen, so daß sie den Mittelpunkt der jüdischen Presse bildet. Die Vorurtheile in bürgerlicher, socialer, religiöser und wissenschaftlicher Beziehung finden in ihr eine unerbittliche Gegnerin, und darum findet sie auch ihre Gegner. Es giebt Gelehrte, welche, stünde es in ihrer Macht, den ,,<©ricnt" mit einem Banne nach mittelalterlicher Form belegen möchten, weil er keine Arena für ihre Eitelkeit bildet und das moderne Gaonat nicht anerkennen will. Als Minister der Gelehrtenrepublik halten sich viele Gelehrte für infallibet und sind entsetzt, statt Huldigungen die offene Sprache der Wahrheit zu hören. Es giebt Rabbinen, die dm „Orient" echt rabbikusch verdammen möchten, weil er, dem Prinzipe des Judenthums gemäß, aller Hierarchie und jeder geistlichen Anmaßung den bittersten Krieg ankündigt. Die Wissenschaft allein als den Schwerpunkt des Judenthums betrachtend , hat er vielen Rabbinen, die ihre Befähigung in Stolz, Hochmnth und Eigendünkel zu finden glauben und'der Wissenschaft auch nicht den geringsten Vorschub leisten, schonungslos ihre wahre Stellung angewiesen und denen , die in Heuchelei und religiöser Verderbtheit den widerlichsten Miöbräuchen Nahrung geben, die Maske ein wenig gelüstet. Es giebt Vorsteher, welche den „Orient" in ihren Gemeinden verbieten möchten, ^weil er die Gebrechen unserer Gemeindcverhältnisse enthüllt und daö demokratische Prinzip unserer ältesten Gemeindeverwaltungen unterstützt. Dies Alles ist dem „Orient" nicht fremd. Allein er buhlt nicht um die Gunst selbstsüchtiger Gelehrten, strebt nicht nach dem Beifall hierarchischer und das Volk verdummender Rabbinen, und weist jede Cliquengemeinschast von sich. Wahrheit ist sein Ziel, Freiheit sein Streben, Offenheit und Rücksichtslosigkeit seine Rüstkammer. Die Journalistik hat ihr Knabenalter hinter sich und cs ziemt ihr, eine männliche Sprache zu führen. Der „Orient" hat aber die besondere Aufgabe, jugendliche wissenschaftliche Kräfte zu wecken und zu nähren, damit die Wissenschaft nicht ein Allerheiligstes für Einzelne, sondern ein Tempel für Alle sei, die Kraft und Berns iu sich fühlen, mitzuarbciien an der Erkenntniß der jüdischen Geschichte und Literatur. .Dies Alles sucht der „Orient" durch folgende drei Theile zu erreichen: I. Berichte. Hier befindet er sich mitten in der Gegenwart und wendetseine Aufmerksamkeit ans Schute, Synagoge, G cm e ind el cb e n „ R e so rmb estreb un g en und Emancipation. In den Schulen soll - 1