Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1847)
- Date
- 1847-12-17
- Page
- Seite 401 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Achter Tag 2fbormiment auf ftn Jahr ist 5 Lhtr. Man abonnirt bei allen lobt. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Heraus gegeben von ' vr- Julius FürA. Bon dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 9 51. Leipzig, dm 17. Dccember « Inhalt. D ein t sch l a n'd.l'H e i d ei b er g. Bearbeitung des Talmuds. Posen. Die neuen Verhältnisse der Juden. Aus d e,m N e tz d i srr ik 1. Fortsetzung der Revue. Gr o ßherz o g t h um Posen. Vermischtes. Posen. Wer den Juden schadet. Posen. Schulwesen. — Oesterreich. Pefth. Entgegnung. Aus Ungarn Zustände in Preßburg. —. S ch w e den und Norwegen. Stockholm. Gemeindezustände in Schweden. Dr. M, Low ent ha l. — LB. d. Or. Deutschland. Heidelberg, im Novbr. Wenn das Bewegen in den verschiedenen Zeitverhältnissen auch gewöhnlich bedeutenden Einfluß auf unsere geistige Beschäftigung emsübt, da wir meistens unsere literarischen Arbeiten so cinrichten, daß sie mit Lust »der Verlangen vom Publikum ausgenommen werden, welches um so leichter der Fall ist, wenn lebhafte Zeitsragen zu losen zur Hauptaufgabe worden, so werden wir doch, rutui uns Ernst für die Wissenschaften etwas zu thun und wir unfern Geist nicht nur mit fortwährendem Einerlei abspeisen wollen, ein solches Verfahren nicht billigen. Denn es bleibt solches für unsere Fortbildung immer etwas Einseitiges, es ist ein ewiges Steheubleiben; ja cs gereicht dem wahren Gelehrten sogar zw wenigem Ruhme, daß er dem populären und alltäglichen Treiben seine Bemühungen allzusehr zuwendet. Denn sein Geist sollte keine Grenzen, wie die des gewöhnlichen Menschen kennen, in welchen er sich bewege, und welche er zu seinem Wirkungskreise auserkoren. Ihn muß die Vergangenheit wie die Gegenwart, das Alte wie das Neue fesseln, und ihn in welchen Dingen es auch sei unterhalten können. Daß aber unsere jetzigen jüdischen Gelehrten wirklich in diesen obg<nannten Fehler verfallen sind, bedarf wohl wenig Beweise. Sie schaffen zwar alle, übergeben der Öeffentlichkeit ihren Fleiß und ihre mannigfaltigen Bemühungen, und die Presse hat viele Plage mit ihnen, da sie schonungslos von ihr in Anspruch genommen wird» Aber was zeigen uns ihre Werke auf, und von welchen Themen handeln sie? Von nichts andern als von Zeitfragen, von den theologisch- und jüdisch-kirchlichen nämlich. Hier entschlüpft der' Druckmaschine eine Ab handln ug über Reform im Judenthnme, hier über deutsche Gebete und deutschen Kultus, dort eine Sabbatpredigt, und wieder dort ein Gutachten über Beschneidung. Daß der Eitelkeit und der Gefallsucht diese Unternehnnmgen einen großen Theil verdanket, um solche fragmentarische Wesen das Licht der Welt erblicken zu lassen, ist zweifelsohne, und cs ist höchlichst zu bedauern, daß diese Leidenschaften überall ihr Spiel treiben müssen, auch da wo es um andere Dinge zu thun wäre, als gerade Spiel zu treiben. Wir wollen es 5mar nicht leugnen, daß auch solche Schriften von Nothwendigkeit sind, und daß sie gewiß, auch für die Wissenschaft Bedeutendes leisten können., doch, da sind freilich Ausnahmen, wo dieses stattsmden könne, und diese Exreptionm trifft man selten bei diesen. Denn nur wenn solche Arbeiten aus rein gelehrtcmBvdeu erwachsen, und sich durch scharfe historisch-kritische Betrachtungen durchwinden, kann auch der Literatur Dienste geleistet werden, nicht aber wenn sie wie doch am häufigsten, blos anmaßendes „Gutachten, leichtsinniges Gutdünken, und blosc leere Meinungen sind. Und lassen wir es bei dieser Gelegenheit unumwunden aussprechen, die Meisten, die einen solchen Eifer für Religionsangelegenheiten bekunden , nur durch schöne 51