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Der Orient · 1847-12-10 · Heft 50 (10.12.1847) · p. Seite 393

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 50 (10.12.1847)
Date
1847-12-10
Page
Seite 393 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Achter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Tbrr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und ollen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur» Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, den 10, December . Inhalt. Unser Programm auf das Jahr 1848. — Deutschland. Aus O b e r sch l esi e n. Uebelftände der neuen Gesetzgebung. Dessau, Socialer Fortschritt. Hamburg. Die Beschneidungsfrage. — Italien. Triest. Die Juden in Istrien. Aktenstück, Aufforderung. — Polen und Rußland. Von der russ. Grenze. Feuersbrünste. Gutachten. Militär. Reform in Wilna. Dr. Pinn er. Der Berliner *».. — Schweden und Norwegen. Stockholm. Gemein dezuftande in Schweden. Dr. M, Löwenthgl. — Personalckroink und Miscellen. Florenz. München. — LB. d. Dr. Unser Programm ans das Jahr 1848. DieIjüdische Journalistik ist erstarkt. Durch die Macht der Oeffcntlichkeit und die Kraft des Wortes hat sie einen festen Boden gewonnen, so daß sie den Mittelpunkt der jüdischen Presse bildet. Die Vorurtheile in bürgerlicher, socialer, religiöser und wissenschaftlicher Beziehung finden in ihr eine unerbittliche Gegnerin —- und darum findet sie auch ihre Gegner. Es gicbt Gelehrte, welche, stünde cs in ihrer Macht, den „Orient" z. B. mit einem Banne nach mittelalterlicher Form belegen möchten, weil er keine Arena für ihre Eitelkeit bildet - und das moderne Gaonat nicht anerkennen will. Als Minister der Gclchrtenrepublik halten sich viele Gelehrte für insallibel und sind entsetzt, statt Huldigungen die offene Sprache der Wahrheit zu hören. Es giebt Rabbinen, die den „Orient" echt rabbinisch verdarnmen möchien, weil er, dem Prinzipe deö Jndenthums gemäß, aller Hierarchie und jeder geistlichen Anmaßung den bittersten Krieg ankündigt. Die Wissenschaft allein als den Schwerprmkt deS - Jndenthums betrachtend, hat er vielen Rabbinen, die ihre Befähigung in Stelz, Hcchmuth und Eigendünkel zu finden glauben und der Wissenschaft auch nicht den geringsten Vorschub leisten, schonungslos ihre wahre Stellung angewiesen und Denen, die in Heuchelei und religiöser Verderbtheit den widerlichsten Misbränchen Nahrung geben, - die Maske ein wenig gelüftet. Es giebt Vorsteher, welche den „Orient" in ihren Gemeinden verbieten möchten, weil er die Gebrechen unserer Gemeindeverhältnisse enthüllt und das demokratische Prinzip unserer ältesten Gemeinde- - Verwaltungen unterstützt. Dies Altes ist dem „Orient" nicht fremd. Allein er buhlt nicht um die Gunst selbstsüchtiger Gelehrten, strebt nicht nach dem Beifall hierarchischer und das Volk verdummender Rabbinen, und weist jede Cliquengcmcmschaft von sich. Wahrheit ist sein Ziel, Freiheit seih Streben, Offenheit und Rücksichtslosigkeit seine Rüstkammer. Die Journalistik hat ihr Knabenalter hinter sich und es ziemt ihr, eine; männliche' Sprache zu führen. Der „Orient" hat. aber die besondere Aufgabe, jugendliche wissenschaftliche Kräfte; zu wecken und zu nähren, damit die Wissenschaft nicht ein Allerheiligstcs für Einzelne, sondern ein Tempel für 'Alle sei, die Kraft und Beruf in sich fühlen, mitzuarbeiten an der Erkcnntniß der jüdischen Geschichte und Literatur. 'Dies Alles sucht der „Orient" durch felgende drei Theile zu erreichen: | I. Berichte. < Hier befindet er sich mitten in der Gegenwart mib wendet seine Aufmerksamkeit auf Schule, Synagoge, Gemeinde leben , N efor ur b cstre b u u g e n und Eman cip ation. In den Schulen soll - ' " 50

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