Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1847-12-03 · Heft 49 (3.12.1847) · p. Seite 385

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 49 (3.12.1847)
Date
1847-12-03
Page
Seite 385 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2360092-2360472-2360522--6172-3533693
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Berichte, Studien und Kritiken Achter Daß Abonnement auf cin Jahr ist 5 Lhlr. Mrn abonnirL bei allen lM. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mits gerechnetzwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 49. -eipzig, den 3. Decembcr 184». Inhalt. An di« Leser. — Deutschland. Kempen. Schulktopferreform. Schulwesen. Dr. Jakobson. Schneidemu hl. Reform der Trauung. Berlin. Hr. v. Minutoli Auerbach'sches Waisenhaus. Synagogenwesen. Dresden. Vermischte Nachrichten. — Oesterreich. Prag. Der Verein für Handwerk und Ackerbau. Prag. Sachs. Hamburger. Prag. Auszeichnung des Dr. Jeitteles. Rede. Pallota. Rabbinerunwesen. Raab. Schulwesen. Einweihung. Das i'sr. Schulwesen im Königreich Würtemberg. (Fortsetzung.) — LB. d. Or. An Hie Leser. Gegen Ende des Jahres erlauben wir uns, ein speeiellcs Wort an die Leser dieses Blattes zu richten. Seinem Principe gemäß war der ,-Orient" auch tu diesem Jahre ein Kämpfer für Freiheit: Freiheit auf dem Gebiete der Emancipation, Freiheit auf dem Felde der Wissenschaft, Freiheit in der Entwickelung der religiösen Idee, Freiheit in der Entfaltung des Gemcindclcbens. Der Kampf und die gesimrungstuchtige Opposition sind die Lebenselcmente des ,,Orient". Im Geiste des Jndenthmns kämpft er für die bürgerliche Berechtigung der Juden, erhebt er das Wort gegen die Vergötterung einzelner Träger der Wissenschaft, setzt er sich mit aller Macht einer jüdischen Hierarchie entgegen und unterstützt die freie Gestaltung des Gemeindelebens, an der sich alle Glieder zu betheiligen haben. Wer den Kampf auf seine Fahne geschrieben, muß auf Gegner rechnen. Darum wird das Geschrei der Dummheit, das Aechzen der Engherzigen, das Seufzen der Vornehmen und das Nachäffen der Geringen den ,,Orient" nie ans seinem Geleise bringen. Er will den frischen Strom des Lebens, worin alle geistigen Kräfte sich jugendlich und rüstig entwickeln, aber nicht den Sumpf, worin kleine und große Autoritäten herumwaten; er will ferner kein Futter für die Neugier, keine Kost für den Müßiggang/ kein Nebelreich für den Gelehrten, kein Sprechsat'dcr Eitelkeit und Arroganz sein, sondern eine Brücke zwischen Leben und Wissenschaft, eine Verbindungslinie zwischen den verschiedenen Bahnen des Geistes, ein Vorkämpfer der persönlichen Freiheit. Nicht weinerlich und klatschend tritt er unter das Publikum, sondern kämpfend und ringend, und durch die Reibung laßt er dem Leben ncucö Feuer zuströmen. Personen sind ihm nur zufällige Momente, und die Sache ist es, Ms die er losgeht. Seine erbittertsten Gegner werden ihm das Zeugniß geben müssen, daß er die Wissenschaft gehoben, die Kultur befördert, die Geschichte bereichert, für Emancipation gekämpft und Misbräuche entfernt hak. In diesem Sinne und in dicsemPrincipc wird der ,,Orient" auch im künftigen Jahre wirken, wie dies unser Programm näher auoeinandersetzen wird. , Die Redaktion des „Orient" 49

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.