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Der Orient · 1847-11-26 · Heft 48 (26.11.1847) · p. Seite 384

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 48 (26.11.1847)
Date
1847-11-26
Page
Seite 384 (sequence 15)
Language
German
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384 Erkenntnißquellen der in den Vätern zum Ausdruck gekommenen Gotteserkenntniß, erkennt sie aber nur als dre Mittel an, die von den Vätern'' als geeignet gefunden worden sind, entweder die oben bezeichneten Lehren und Pflichten zu versinn- .. Uchen, oder die grossen Momente der Geschichte Israels im Gedächtniß und im Bewußtsein des Volkes zu erhalten, oder die ehemalige abgesonderte Nationalität der Väter zu kräftigen; und sie stellt deren obsolut gesetzliche Geltung für unsere Zeit als michLvorhanden fest. Sie erkennt vielmehr diese Gesetze nur als normgebend für die religiösen Einrichtungen , Institutionen und Ceremonien in der Gegenwart an, sobald durch sie selbst oder modisicirt nach ihnen, das Gottesbewußtsein gestärkt, oder sittliche Zwecke erreicht, oder die großen religiösen Momente in der Geschichte Israels im Gcdächtniß und Bewußtsein .der Bekenner des Zudrnthums erhalten werden können, oder das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit der : Bekenner des Iudenthums. in r e li g i öse r Beziehung hierdurch gekrästigt wird. Ueber die spätern NeligLonswerke. Als fernere Quelle des auf uns vererbten Iudenthums erkennen wir die durch das Leben, die Sitten und die Denkweise der Väter hervorgegangene Form der Religion an, die nach dem Erlöschen der mrmittelbarern und lebendigen Entwickelung als „d i e T r ad i t i o auftrat,- und spater in den Schriften des Iudenthums, namentlich in den Midraschim und Talmuden, als Halacha sixirt wurde. /Wir sprechen der sich hieraus entwickelten Gestaltung des Iudenthums gleichfalls einen normgebenden Charakter für uns zu,; erkennen jedoch eine gesetz-verbindliche Kraft dieser Schriften, wie den aus ihnen entwickelten Codices, für die Gegenwart und Zukunft als unberechtigt. (Fortsetzung folgt.) Oe ft erreich. Aus Ungarn, im Novbr (Fortsetzung.) Raab.) Hier sind jetzt zwei Gemeinden, die alte in Raab-Nigel und die neue in einer der geöffneten Vorstädte. An der Spitze der alten steht der brave gebildete Freier. Es ist diese Gemeinde eine der.gebildetsten in Ungarn. Die Vorträge des Hrn. Freier sind zwar noch keine förmliche Predigten, halten aber die Mitte zwischen Derascha und Predigt, sind sehr geistreich und werden in rein deutscher Sprache gehalten. Es besteht zwar hier auch eine Schule; aber der allen Fortschritt todtende Lehrertansch Hat einmal auch hier Wurzel gefaßt und wechselt diese Schule die Hrn. Informatoren, wie die Preußische Gesetzgebung mit den Judengesetzen. Die neue Gemeinde hat einen leibeigenen Schatz-Matz (yü y'w) und hält Lehrer und Melamdim rnspn nach alter vielbeliebter Weise. Dieser kommen die Streitigkeiten der Papaer Gemeinde zu Gute, indem mehre Verlag von C. L. Fr itz^ch e.! Orthodoxe mit Vermögen und Gesinnungen hierher ge-! zogen, weil, sie sich fürchteten, daß auch sie in die Lage kommen könnten , wo man ihnen die Liebe zu ihrem Seescnhirten auf echt ungarische- Weise mit der Heiducken feder, resp. Stock, wird einzeichnen wollen. .'v Wie verlautet hält Hr. Lö w in Papa eine wohlehrsame Jeschiba. Sein Hauptschiur' soll sein n&DND nmDK 'und sein Nebenschiur theils nohn). theils rvm Ttöbn. die er in magyarischer Sprache lradirt. Und soll der Zulauf so groß sein, daß schon sogar ein Paar Jpraten davon affieirt wurden. So. lautet die Nachricht. Wir stehen nicht für die Echtheit. Aber bei Gott ist alles möglich l — - " '-,>/'/. ' Eben da ich von Preßbnrg referiren will kommt mir der ZW. Nr. -17 zu Gesichte, wo ein „U n p a rj t e i i s ch.er." mit solchem parteiischen Feuer die Jeschiba „würdigt" , daß Jeder , der diese selbst kennt aus dem in „schäumenden Fluchen" hoch sich thürmenden bombastischen^/Styl /den sich zu „ kultiviren" anfangenden Bachnr alsbald erkennen muß. Diesen guten Mann muß - gleich dem, was Jbn Esra rfcnp K.5, V. 1 von Kalir sagt — des Nachts geträurnt haben, er stürze in eine Fluth, schwimme in eine Fluth und nnLersinke in eine Fluth von —- lluftuii und Bindewörtern! Kaum erwacht schrieber, sofort den Bericht über die Jeschiba. Doch lassen, wir das auf sich beruhen. Die Jeschiba ist allerdings ein Institut der hohen Beachtung Werth, jedoch müssen wir sie nicht überschätzen und -Unwahrheiten von ihr der Welt au/tischen wollen. Wir glauben, daß sie noch keine ,,Jahrhundert^^ bestehe, da es bekannt, daß D^D fm) gar keine Jeschiba hielt. Eben so ist es aus der Luft gegriffen, daß „die vornehmsten Häuser unter ihrem moralischen Eillftuß stehen" und „die Jugend allein ihrer Obhutanvertraut". Die-- ses ist nur dahin zu verstehen, daß jene Kinder, die weder die zwei jüdischen, noch die christlichen, noch dieMenge Winkelschulen besuchen, von irgend einem Bachnr in die Schule (Synagoge) zum nV'x Nachsagerl geführt werden. Denn daß der „starke Zeitgeist" die orthodoxe ,,zähe Wurzel" wenn nicht durchgebrochen, doch hin und wieder schon angenagt und lecker gemacht und daß es keine zehn Jahre mehr anstehen dürste, wo, wenn nicht auf dem Schloßbergc, wohl aber in der Gemeinde rnit Chor, wird gebetet werden, dazu sind alte Vorzeichen vorhanden und ist auch die Bahn schon gebrochen. Giebt cs doch auch schon „Kasino-Leute^ in dem heiligen Jerusalem der ungarischen Jndengerneinden und diese haben ja an den verflossenen Feiertagen, in der Prilnärschnie mit Choralgesang gebetet! Ja mccu Herr, der alte Sopher, der Heros des Talrnudismus, dessen Wort allein im Stande.war alle Netterungen in der Kclsila rriederzuhaltcn, wenn auch seine 2 2 arrderlvärts sich ^(lles erlaubten , wie Er sich selbst auSzndrncken pflegte: „Ich habe fromme Q'MD in meiner Kehila", ja dieser große Mann lebt nicht mehr, wenn auch der große Geist des kleinen Mannes in schwachen nachhaltigen.Klängen in dem großen Mann des kleinen Geistes noch fortzusummen scheint .jTOntfito pnaa hy fein! (Forts, folgt.) , - Druck von I. H. N a g e l. .

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