Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 47 (19.11.1847)
- Date
- 1847-11-19
- Page
- Seite 369 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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O Berichte, Studien und Kritiken Achter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Manabonnirt bei allen löbl« Postämtern und allen solid. Buchhandlungen aus ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr Julius FuE. Jahrgang^. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das L iteraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. M 4¥. Leipzig, dm 19. November 184V. Inhalt. Deutschland. Bayern. Der Landtag. Berlin. Die jüdische Hierarchie. Reichthum und VvömmigkeiL. Die Michael'sche Bibliothek. Leipzig. Laube über die Judenfrage. — Oesterreich. Aus Mähren. Offene Briefe. Schilderungen und humoristische Besprechung der.Iustände. Aus Ungarn. Wanderungen durch Ungarn. Miskolcz. Gyöngyös. Pefth. — Italien. Die Juden in Toskana. — Das israel. Schulwesen im Königreiche Würtemberg, mitgetheilt und besprochen v. R. Güldenstei.n in Buchau. — LB. d. Or. Deutschland. Bayern, im Novbr. Meine Voraussetzung, die Gemeinden werden unsere Angelegenheit nicht vor den außerordentlichen Landtag brmgen, hat sich nicht bewährt. Vielmehr erfahren wir aus der Münchner Zeitung,' daß der 'Präsident in der s e ch si e n öffentlichen Sitzung eine Vorstellung der Vorstände in M n n ch ni, als Vertreter der israelitischen Kultnsgemeiiidem verlesen hat, die zu einer kurzen Debatte führte, die ich Ihnen mit der Vorstellung selbst untenstehend mitthelle. Auch die Gelneinden Mittelfrankens wollen sich wieder durch ihren ermächtigten Vertreter, Hrn. Joseph Kohn in Nürnberg, an die Stände wenden, und von denen Unter franken s habe ich es bereits 'gemeldet. Gern bescheiden wir uns, daß die Herren, besonders die in München, das Terrain besser kennen und besser zu benrtheilen vermögen, was an der Zeit ist. Wir unsererseits vermögen uns von der Ansicht nicht zu 'trennen,/es wäre besser gethan, die Staatsregicnmg, 'welcher die Initiation zusteht, mit unfern Bitteil und 'Vorstellungen anzugehen. Ist es doch überhaupt lloch sehr die Frage, ob den Beschlüssen der Stände , welche nicht die ,,Geldfragen" berühren, eitleKön. Entschließung im Landtagsabschied zu Theil werden wird. . Immerhin aber verdient der Eifer und sichtbare Grundsatz, keine -Gelegenheit unbenutzt zu lassen, unsere gerechten Ansprüche immer aufs neue zur Geltung zu bringen, alle Anerkennung. In der gedachten Sitzung wurde auch unter dem Einlauf einer Eingabe eines Dr. Crez über die Verhältnisse der,Juden erwähnt. Wer dieser Dr. Crez sei und was er, ob Freund oder Feind , mit der Sache der Juden zu schaffen habe, vermochten wir nicht zu erfahren. Die gedachte Vorstellung lautet: ,,Die Vorstände der israel. Knltnögemeinde in der Hauptstadt des Königreiches haben sich vor dem letzten Landtag bittend eirlgefnnden, und an die hohe Kammer der Abgeordneten das Gesuch gebracht: ,,Es wolle dieselbe bei Sr. Majestät dem König den Antrag stellen, daß ein auf dem Grundsätze der vollkommenen Gleichstellung der Israeliten mit den übrigen Staatsangehörigen ruhender Gesetzesmtwurf den Standen des Reichs ' baldmöglichst vorgelegt werde". .Die hohe Kammer der Abgeordneten ließ diese Bitte willkommen sein und zeigte in ihren öffentlichen Verhandlungen, daß sie dem Geist dieses Jahrhunderts, der eine Befreiung der Israeliten aus ihrer staatsbürgerlichen Unmündigkeit längst als Forderung der Menschlichkeit anerkannt, nicht entsagen wolle. Und so brachte sie denn im Vereine mit der hohen Kammer der Reichsräthe an die Krone mehrere diesen: Geiste des Wohlwollens und der Gerechtigkeit entsprechende Anträge auf Revision der über die Israeliten -bestehenden Gesetze. So erhebend das Wollen und Wünschen der Stände, so niederschlagend warm die Worte des Landtagsabschiedes vom Jahre 1848, die cs selbst und wohl mit bemessener Absicht in - 47