Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 46 (12.11.1847)
- Date
- 1847-11-12
- Page
- Spalte 727-728 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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727 war das babylonische 'JrLk. stets das Opfer, das bald durch die Heere der Perser bald durch die Kohorten der Römer zertreten und verwüstet wurde, so daß die Gestalt Babyloniens sich ganz änderte und die zahlreichen Judengemeinden und Kolonien furchtbar herabkommen mußten. Raba selbst,, obgleich bei Schäbür 11. durch Fürsprache der Mutter des Königs gut angeschrieben, wurde bei dem Stande jener Kriege von Ausplünderungen nicht verschont 02«. Die Hörer an der Hochschule zu Machusa, in der Regel vecheirathet, konnten sich bei solchen Umständen nicht mehr wie früher in dauernder Abwesenheit von der Familie dem ununterbrochenen Studium des-Gesetzes Hmgeben02», und Raba sah sich genöthigt, Semestral-Feri en, und zwar den Monat Nisan als Ern'dte- und Tischri als Weinlese-Monat, der ökonomischen Verhältnisse wegen einzuführen 63<V Schäbür II. und der oströmische Kaiser waren zur damaligen Seit für den Osten die zwei größten sich feindlich gegenüberstehenden Gewalten, und Raba war nicht so verblendet, der oströmischen Kaisermacht eine geringere Gewalt zuzuschreiben, weil sie Schäbür entgegenwirkte G3\ Er wußte, daß die Juden unter beiden Gewalten leiden. Da jedoch Schäbür immer eher im Besitze von /JrLk sich erhalten konnte, und in Betracht, daß er in der Nähe seiner Hochschule zu Machusa refibtcte 633, so strebte er danach, der diesem Herrscher, um vielleicht manches Unglück von seinen Brüdern abwenden zu können, sich in Gunst zu stellen, was ihm auch durch des Königs Mutter gelungen. Jfra, die Gemahlin des Hur mrzo^ und Mutter des Schäbür II., hatte eine große Vorliebe für die Juden, und bei der nahen Beziehung des persischen Heidenthums, vielleicht auch für das Judenthum, und in dieser Vorliebe schätzte sie die Schulhäupter sehr hoch, glaubend daß sie von Gott eher etwas'zu erbitten im Stande sind. Sie stellte Raba Geld 628) Chagiga 5 b. Vgl. Berach) 56 a, wo Bar-Hadja es ihm schon früher verkündet. — 629) Berachot 35 d. - 630) ib. ib. Aus dem Zusammenhänge ersieht man Leicht das Motiv. — 631) Schebi/ot 6 b (‘-iD'p) — - 632) ib. ib. Die Antwort an seinen Schüler Papa. — 633) Schäbür II. residiere zuerst .in dem von ihm reftaurirten Madein (Nirkbund in Mein. etc. de Sacy p. 305—37), was ganz in der Nahe Machusa's war (s. oben c.8. §.3. A.258), und als er dann seine Residenz in Kt esifon ausgeschlagen (Amm. Mare. I.'27. 30), war er nur vier Stunden von der Stätte der jüdischen Hochschule entfernt. — x 634) Es heißt gewöhnlich "Ojn TON!W| tNidda 20 b; Baba-Batra 11 a 5 Sebachim 116 b; La^anit 24 b) d> h. Jfra Hürmiz, Mutter des Königs Schäbür, aber Jfra Hürmiz /heißt nichts anderes als Jfra des Hürmiz. Hürmiz der Vater des Schäbür 11., und somit dev Gemahl der Jfra, hieß eigentlich Hürmiz b. Narsi und reg. von 302—308 n. Ehr. Der nach seinem Lode geborne Sohn Schäbür folgte mit seiner Geburt der Regierung seines Vaters Hürmiz 309—380 n. Ehr. Dieser Schäbür führte den Beinamen Dul-Ektäs. fische Arme vertheilte wie sie schon dem Schulhaupte Josef Geld» zu wohlthatigen Zwecken zuschickte, wofür er Gefangene auslöste 0^. Sie schockte Raba ein Opferlhier zu, damit er es Gott zn ehren opfern sollte, und obgleich kein Opferaltar mehr bestand, so. ließ er doch, um "die Gunst dieser hochgestellten Frau zu erhalten, von Safra und Acha b. H ü n a in einer - feierlichen Weise diese Opferung aüsführen 027. Sie suchte auch in ihrem Wohlwollen dm König, ihren Sohn, von der Weisheit der Juden zu überzeugendes und als Schäbür einst den Raba, weil er. bei seinem Gerichtshof einen, der mir einer Perserin fleischlichen Umgang hatte, so bestrafen ließ, daß er daran gestorben, züchtigen wollte, war es Jfra, welche ihm zuredete, es zu unterlassen, mit den Worten: mache dir nichts mit den Juden zu schaffen, denn was sie von ihrem Gotte erbitten, das thut er ihnen ors. So begünstigt in seiner Stellung, wurde seine Hochschule für das traditjonale Studium von großer Bedeutung. Von dem damaligen Exilacchen Ukban b. N e ch e m j a (340) lernte er, wie er selbst erzählt640, drei Rechtssätze aus dem persischen Volksrecht, als schon von Samuel tradirte, und wir sehen ihn die talmudische Rechtslehre in weitester Ausdehnung durchbilden. Dasselbe gilt von dem ritualen Rechte, von decHaggada, und wie sein Vorgänger hatte auch er eine große Zahl von Sprüchen ethischen, diätetischen, medicinischen und ökonomischen Inhalts unter seinen Schüllern verbreitet, die sich im Talmud noch erhalten«. Eine große Anzahl Schüler,641 säst 635) Baba Batra 11a. — 636) ib, 8 u. — 637) Sebachim 116b* — 638) Nidda 20b. — 639) Scumtt 24 b. — 640) Baba Batra ,55 a. Diese drei Sätze sind: a) Njn, vgl. darüber ib. 54 b; Baba Kamma 113 a; Gittin >0 b; Nedarin 68 a u. a. St. b) siv 'D 'NCOSl) c) NpDüb tOSl. 641) Seine Schüler sind: 1) Abimai aus Hagrunja 2) Abuh b. Geniba; 3) Acha b. Abba; 4) Ächa b. Bive; 5) Acha aus Difta; 6) b. Hüna; 7) Acha b. Jakob; 8) Acha b. Tachlifa; 9) Adda Karchmai 40) Adda Mare; 11) Adda b. Matna; 12)Ame;!3) Amemar; 14) Asse b. Chana; 15) "Awira; 16) Awja; 17) Bar Ahina; 18) Bar Jose; 19) Binjamin; 20) Chabiba b. Josef; 2!l) Chama b. Busi; 22) Chananja; 23) Chijja b. Abin; 24) ChijjaArekka; 25) Chijja b. Hüna; 26) Chijja aus Wastini ^7) ChisLijja; 28) Dime b. Chinena; 29) Etasar aus Hagruuja (tf'onJH); 30) Eljakim'; 31) Gomra; -32). Gurja b. Chama; 33) Hamnüna b. Josef; 34) Hillel; 35) Hüna b« Abin; 36) Huna aus Dioskarta (^rV^pD^^); 37) Hüna b. Jehuda; 38) Hüna b. Chtneua; 39) Hüna b. Jofua; 40) Hüna b. Manoach; 41) Hüna b. Nachman; 42) Hüna b. Natan; 43) Hüna b. Sech ora; 44) Hüna b. Tachlifa; 45) Jde; 46) Jka b. Ame; 47) Jka b. Chanina; 48) Jka aus Paschrunja 49) 'Jlasch; 50) Jffor, der Pcoselyt; 51) Jakob aus Nehar- Pekod 52) Jakob Mural 53) Jehuda Studien. Geschichte der jüd-LlteratnrinBabylonien. 728 zu, um es unter Arme zu vertheülen, was er auch unter per-