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Der Orient · 1847-11-05 · 45 (5.11.1847) · p. Spalte 707-708

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
45 (5.11.1847)
Date
1847-11-05
Page
Spalte 707-708 (sequence 2)
Language
German
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70? S. L. Rapaport in Wag rmd^ seine neueste literarische Lhätigkeit. 708 für die Periode der ^GeonitnHer,vorgehoben. /Wir sagten nämlich (l. i\): „Was die Schriften über die jüdisch-babylonische Kultur anlangt, so ist vor Allem, namentlich für die spättalrnudische und geonäische Periode, Scherira's..Sendschreiben zu erwähnen, das als die vorzüglichste Quelle für die chronologischen Daten eines sechshunderrjährigen Zeitraums in der Geschichte des jüdischen Schrifttums anzusehen ist". Und in diesem Sinne folgt dort eine nähere Schilderung über Schirira's Brief, worin vorgehoben wird, daß für die talmudjsche Periode, —nicht wie R. meint auch für diese — Schcrira nur eine sekundäre Quelle ist, ferner daß dieses Sendschreiben, — nicht wie R. meint, den großen und herrlich e n S i n n d e s S ch r erbe r s b e w e ist, denn wir wissen nichtworin die Größe und Herrlichkeit liegen soll — eigentlich weniger als chronologisch-historisches, sondern mehr als methodologisches zu betrachten ist. Komisch müssen wir den Satz Rap.'s finden: „Wir müssen hier noch etwas hinzufügen, um seine Bescheidenheit und Ehrlichkeit zu zeigen, nämlich daß er über das Jahrhundert, über welches ihm die Ncmun der Geonim zu Sora nicht ganz klar waren, ausdrücklich es sagt" u. s. w. Aber ist es denn Bescheidenheit und Ehrlichkeit, wenn Einer nicht Daten erfindet und ein Lügengewebe macht? Möglich daß. bei einem Polak das Nichtlügen und Mchterfindin' von Daten schon eine Lugend ist. Uebrigens ist Hr. Rap. erst durch-mich , auf jene Stelle, die er, wie ich gezeigt, nun verfälscht, in Scherira's Schreiben aufmerksam gemacht worden, nur hätte er auch meine objektive Anschauung mit acceptiren sollen. Ich sagte in Anm. 1 meines Aufsatzes: „Daß auch seine (Scherira's) Quellen zuweilen nur sehr mangelhaft waren, gesteht er uns selbst, indem er im Verlaufe seiner Erzählung sagt, daß er bis 1000 der sel. Ae. d. h. bis 688' n. Ehr. *, die Gaonenfolge Ln Sora nicht vollständig angeben könne, und wir dürfen wohl seinen Worten trauen, wenn er diesen Mangel Len Stürmen und Grschütterungen zuschreibt, welche über die Juden und ihre Hochschulen zuweilen hereingebrochen (Nafkata u-Lriata), so daß die Schulhäupter oft heimathlos umherirren mußten". Hr. Rap. hätte diesen Satz Scherira's^ auf den ich ihn erst aufmerksam gemacht, so .auffassen, sotten, wie ich ihn gegeben z er hätte aus Schcrira deswegen keinen Tugendhelden machen sollen, da doch Scherira kein Polak war, um für Nichtlügen dekorirt zu werden. 3. Rap. „Jedoch können wir es nicht unterlassenhier unsere Worte zu wiederholen, die wir bereits in der Biographie Naran's mitgetheilt, nämlich diesen geringen Fehler entdeckt in diesem (Sendschreiben) der Forscher — und worin man übrigens die Absicht des Schreibers sieht — die Akade- ') Hr. Rap. sieht schon aus diesem Satze, daß ich weiß, wann die sel. Aere beginnt, was übrigens jeder Schulknabe weiß, und er weiß auch sehr gut, daß ich die Data genau rechne, nur hat er einen polnischen Kniff brauchen wollen, wie wir später sehen werden. mien Babyloniens, seines Vaterlandes, vorzüglich denen an beiden Orten zu Neharde'a und Pum-Badita, in eine alte Zeit, bei dem Beginne des zweiten Tempels hinaufzurücken. Die erwiestne Wahrheit ist jedoch, daß in Babylonien weder Akademien noch überhaupt das Studium des mündlichen Gesetzes bis zur Zeit Rab's ftattgefunden, der aus Palästina Hlngekömmen, wie ich .dort nach gewiesen und in vielen Stellen des Kerem Chemed"*. Fassen wir die Worte Rapaports in aller Scharfe zusammen. Scherira Ln seinem Briese har darin gelogen, daß er den Städten Ne h a r d e'a und P u m - Badita schon in den ältesten Zeiten Akademien zuschreibt, und er. wurde zu dieser Lüge verleitet, weil er sein Vaterland, nämlich Babylonien, auf Kosten der Wahrheit heben und verherrlichen wollte. Scherira hat auch gelogen, indem er das Studium des mündlichen Gesetzes in Babylonien so früh aufrückt, während doch erst mit Nab dieses Studium beginnt. . Nun die Antwort: 1) Scherira hat nicht gelogen/ da er nicht ein Jota mehr sagt, als der Talmud selbst , und wenn in dieser Sache eine Lüge ist, so hat der Talmud gelogen und Scherira war so gutmüthig, dem Talmud zu glauben Alles was Scherira über Neharde°a und Pum-Badita, über den frühern Zustand Babyloniens sagt, ist nur eine getreue Zusammenstellung von Lalmudstellen, ohne auch nur. eine einzige Thatsache hinzuzufügen; wahrscheinlich hat Rap. sagen wollen, der Talmud hat gelogen, nur traute er es sich nicht als Prager Obcrjurist, und Scherira wurde der Sündenbock. - 2) Ist es Scherira nie eingefallen, die Behauptung aufzüsicllendaß Babylonien vor Rab Akademien gehabt habe, daß dort seit dem berühmte oder UN berühmte tM'L" gewesen waren. Im Gegentheil, Scherira behauptet ausdrücklich, daß in Babylonien früher nur Exilarchen (NnifoV.Wn aber nicht Schulhäupter ''N^) -hatten. Er sagt: N31 rin p ’d by psb33v nbiy ivv jpirr bpN "11 n’3b Ninb:i nwo;nb iw imi Nmi.v |713 JTN 171 n3 NrOViD. Ferner heißt cs da: ->dd-sn Ijn ni3md wns Nbi b333 jury 111 Ninbj WNia '31. Nun gehört aber in der That kein großer Scharfsinn dazu um einzusehen, daßwenn.Babel bis zum Tode Nabbi's keine gehabt, folglich auch keine vorhanden waren. Wirklich erwähnt Scherira mit keinem Worte, daß früher da rr:w> gewesen waren. — 3) Ist es Scherira nicht eingefallen, den Akademien zu Kjmrtf- und ein so graues Alter zu vindiciren, zumal da für Neharde^a nicht die entfernteste Veranlassung vorhanden war, indem *) PION irNU'131 HD b'D31D blinb b3!J N'b pN iNU bpi?rmi nr pi '3 , er;ru v'31 nnnn3 133 113°r'b vl'b 13113 1I3.1O b'bx3 1'lb.l IL'N ,131.13 N1'13ll1D1 NJilllO IIDIpDI ’Jtyb IlTOV lllblD pN, b33 nbdt.11 nr N'3 n^nno und nnp jüi TO’e» D'pD >b>3 spr 1111 nob n3i 113'r' Dr im Nb -o 11113.1 /i3i'"nd erb N3r 3i pi iy D'i'ffibib

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