Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 44 (29.10.1847)
- Date
- 1847-10-29
- Page
- Spalte 689-690 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Literatnrblatt des Grients. Berichte, Studieu und Kritiken für Mische Geschichte mid Literatur. 14« Leipzig, dm 29. Oktober 184V» Inhalt. S. L. Rapaport m Prag und seine neueste literarische Thatigkeit. Die schnorrend-en Editoren. Der Korrektor Hans-Iörgel. Das Anathem über die deutsche Sprache, über die Rabbiner-Versammlung, über die Reform-Genossen. Ein Vertrag zum Verstandniß des Scherira'.schen Briefes. — Studien. Die ältesten jüdischen Grammatiker und Hr. Prof«. Hupfeld^ von Leop. Dukes. (Fortsetzung.) — Ankündigungen. ' S. L. Rapaport in Prag / und seine neueste literarische Thätigkeii. Ein Beitrag zum Verständnis des Scherira'schen Brieses. I. Die herumziehenden jüdisch-polnischen „Schnorrer" mit ihren -Listen auf althebräische Werkevon welchen sie auch nicht. das Geringste verstehen , mit ihren Bettelempfehlungen und niDSDH/ die sie von gutmüthigen Gelehrten nur deshalb erhalten, weil , man-sie sonst nicht los werden kann: diese Schnorrer, bei welchen das Widerwärtige ihres ersten Erscheinens, die pavianartige Bornirtheit und die ekelhafte Bettler-ZudringSi.chkeit um den Vorrang streiten, und die leider nicht nur sehr oft einen großen mn M>n, sondern oft genug die Juden und ihre Literatur orpOpD machen: diese „Schnorrer" sind seit Lebrechts. 2lnathem über sie ln der halle'schen Littraturzeitung hinlänglich berüchtigt. Sieben Stück von der Gattung dieser polnischen Schnorrer, sieben bei den Christen/sogenannte jüdische Gelehrte, d. h. Rabbi Schnorrer und Rabbi Schnorrer Yj&f), juü) als eine, berüchtigte Falschmünzer-Bande eingezogen worden und in strenge Hast genommen* Die alte Literatur ist somit buchstäblich gefangen; sie hat sich vermessen, Falschmünzerei zu treiben, Und auf die Dauer kann das Falsche bei allen Kniffen sich dennoch nicht hatten. Herr S. L. Rapaport in Prag, ein Landsmann dieser polnischen Schnorrer und ein gewaltiger Kritiker, hat das edle Geschäft übernommen, die Schnorrer, unter denen Falschmünzer, m dieWelt einzuführenz Herr Rapaport hat sich förmlich zum Vor-, redner jener Bettler herangebildet. Zu den Werken, mit denen die Landplagenden Schnorrer* als zum Betteln herumziehen, schreibt der Prager Oberjurist (—Oberjurist heißt in der Sprache des Prager Ghetto's Dajjarr —), Hr. Rapaport, große mit vielen polnischen Kniffen gewürzte Vorreden , die aber leider so wenig zu den eigentlichen Werken paffen, als die Werke zu den Schnorrern und die Schnorrer zu Falschmünzern paffen. Vielleicht jedoch gerade deshalb, weil Alles in diesem Treiben polnisch verkehrt ist, weil das durch den schnorrenden Herausgeberder schnorrende Herausgeber durch manches entsittlichendes Nebengeschäft und das gutmüthigejüd. Publikum, wenn es auch gerade nicht liest, durch alles zusammen herabgesetzt und entwürdigt wird, paffen die Vorreden, die mit einer gewissen Sorgfalt jeden logischen Zusammenhang mtfc dem vermeiden.. Und wirklich, je mehr man sich in dieses polnische Wesen ymeindenkt, um so mehr entdeckt man zwischen dem Vorredner und den schnorrenden Editoren einen Zusammenhang. Hr. Rapaport schnorrt zwar nicht mit fremden DV")r>D, aber er bettelt dafür seine Vorreden jedem Schnorrer an, und wenn auch Viele dem nnnpnn bp mit seinen n)EHpn ausweichen, so findet er immer noch Schnorrer genug,^die weder die Werke noch die Vorreden verstehen, um auszuPnchen. Hr. Rapaport ist freilich.kein polizeiwidriger Fals6)münzer, aber er treibt eine Falschmimzerei eigener Art, er falschmünzet aus dem Gebiete des Geistes, so daß zwischen den polnischen Editoren und dem vorrredenden Polen eine gewisse Wahlverwandtschaft ist. Zu dieser schnorrenden Literatur gesellt sich noch ein naiver Gevattersmann, H a n s - I o r g e l Die Historie von den Falschmünzern ist nicht eine Parabel, sondern leider eine Wahrheit. 44