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Der Orient · 1847-10-29 · Heft 44 (29.10.1847) · p. Seite 352

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 44 (29.10.1847)
Date
1847-10-29
Page
Seite 352 (sequence 15)
Language
German
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352 — o) Die Kenntniß der Accente ist als ein Lheil der hebräischen Grammatik mit d'eser zu verbinden. ^) (Fortsetzung folgt.) Mischen Schule verbannt und soll vielmehr derselbe in den ober« Klassen mit dem allgemeinen Schreibunterrichte verbunden werden. Bei den einfachen u. leichten Zügen dieser Schrift wird es der geübte Lehrer, wenn er bei j ed e r Schreibende eine verhaltnißmäßige Zeit der hebräischen Kurrent - Schrift widmet, mit seinen Schülern bald zur gewünschten Fertigkeit bringen, die durch häusliche Aufgaben unterstützt werden könnte. Es ist hier der Ort nicht, das, was für oder gegen diesen Unterricht schon in öffentlichen Blättern gesagt würde, einer Prüfung zu unterwerfen) nur möchten wir die Bemerkung nicht unterdrücken, daß die Erlernung der Kurrent-Schrift wünschenswert!) ist, so lange es noch ältere Israeliten gibt, die einer andern Schrift nicht kundig sind. Es wäre in der That hart, wollte man dem in der Fremde weilenden Kinde das Mittel rauben, sich seinen Eltern unmittelbar mittheilen zu können. Ueberdiesr ist auch diese Schrift, welche ihrer Leichtigkeit wegen den Vorzug vor der Quadrat-Schrift verdient , bei Erlernen der hebräischen Sprache zum Notiren der Declination, Konjugation der Stammwörter rc. für den isr. Elementar-Schüler n o Lh wendig. 8) Dieser Punkt ist allerdings sehr wichtig und verdient alle Beachtung. Jedoch sind wir nicht gemeint, daß sogenannte Tropp-Uebungen vorgenommen werden sollen, sondern schon beim ersten Lese--Unterricht sollte vom Lehrer mit größter Strenge auf die richtige Setzung des Tons geachtet werden, so daß es dem Schüler zur Gewohnheit wird, den Ton nur auf die gehörige Sylbe zu setzen, der selige Hei den heim hat sich in dieser Beziehung bei Herausgabe seiner große Verdienste erworben, indem er in der Einleitung zur mro HDty nicht allein die Lehrer auf diesen Gegenstand aufmerksam gemacht, sondern überall durch ein Mothey angegeben, wenn der Ton penultima ist. Auch Dreifuß hat in seinem „erstes hebräisches Lesebüchlein" (erschienen Basel J846) mit sehr richtigem Tafte die zu Lese-Uebungen zusammengestellrer Wörter nach der Ton-Sylbe klassisicirt. Wird das Kind schon im ersten Jahr daran gewohnt z. B. den Ton des Wortes auf Penultima zu lesen, so bleibt es ihm zur Gewohnheit. Den reiferen Schülern sind dann beim Uebersetzen des Pentateuchs die Accente ihrer Geltung nach zu ' lehren, so daß sie beim Uebersetzen schon durch den Accent belehrt sind, welche Wörter dem Sinne nach zusammengehören und welche zu trennen sein. Nur in dieser Beziehung hat die Kenntniß der Accente Wichtigkeit für den Elementar-Schüler; der sogenannte Tropp, welcher nach einen unblutigen Kampfe, nach einer langen Zeit, aus den Lynn. gegen verbannt sein wird, gehört nicht in die isr. Elementar-'Schule. Lied am Weihfeste. - Uebersetzung des o s Zur. 1. £>, Schutz der Welten, ew'ge Macht! Dir sei der Freude Dank gebracht. Laß neu erblüh'n dein Helligthum, Daß jedem Mund entström dein Ruhm. 2. Wenn dann dein göttlich Strafgericht Dem Frevelmuth sein Urtheil spricht, Verlag von C. L. Fritzsche. . Wollende ich den Hochgesang Bei neuer Weih, mit Jubelklang. 3..': Als einst im Schmerz die Freud' ertrank Durch Leiden Meng' die Kraft versank, Bon seiner eitlen Macht bethört, Egyptens Fürst die Qualen mehrt; 4. , Da war es deine mächt'ge Hand, Die führt uns aus ins yeil'ge Land; Und Pharo's stolzes Heer verschwand, Gleich Stein, im tiefen Meeresland. 5. Doch kurz war meiner Tage Heit In seines Tempels heil'gem Theit; Es kam der Feinds vertrieb mich weit, Weil Fremden ich den Dienst geweiht. 6. Am Götzenkelche zechend saß Die Wunder meines Herrn vergaß; _ Doch Babels Sturz führt mich hinan, Serubabel zur heil'gen Bahn. 7. Gebrochen ward des Feindes Macht Die meiner Freiheit Joch gebracht. War auch der Jahre siebzig viel Sie waren meiner Knechtschaft Ziel. \ 8. Ein neuer Feind, Medosas Sohn, Erhebt sich hoch an Persiens Thron. Vernichten will er Judas Gut, Des hohen Mordchais edles Blut. 9. Schon ragt in hoher Luft empor Das Werk, das seine Rach erkor, Betrogen ward des Frevlers Blick, Ins eigne Netz fällt er zurM. 10. Es sinkt des Hochmuths stolzes Haupt, Das Juda's Sturz schon sicher glaubt; Die Schaar der Kinder schwindet hin, Und Mordchais Haus muß hoch erblüh'n. 11. Und wieder trübt sich Juda's Blick, Es triffr es noch ein herb' Geschick. Der Griechen Heer gar wild und groß ' Rückt zornentflammt, auf Juda los. 12. Die Mauer st ürzt, es fällt der Thurm, Das Heiligthum entweiht der Sturm; " Es schonet selbst die Raubgier nicht Des heil'gen Oeles klares Licht. 13. Doch oben in des Himmels Höh'n Erblickt ein Aug' der Unschuld Fleh'n, Erweckt der Chasmonäer Haus Und schwache Kraft führt Rettung aus. 14. - Des Krügleins kleiner Uebereeft Erleuchtet wundervoll das Fest - Und Dank und Lob acht Tage lang Verkündigt ihres Herzens Drang. Fuld, Lehrer in Lauberbischofshain. Druck von I. H. Nagel.

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