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Der Orient · 1847-10-22 · 43 (22.10.1847) · p. Spalte 685-686

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
43 (22.10.1847)
Date
1847-10-22
Page
Spalte 685-686 (sequence 7)
Language
German
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685' Kritiken. Zur Literatur des , Zudcneides. -- Lit. Miscelle v. Friedenthal. 686 gens, daß der Vers. hier Frankel in seinem Streite.mitHold-! heim stittschwcig-knd den Si e g es kranz reiä)t. — Ungeeignet pnd nicht zweckdienlich ist ferner die antiquarische Untersuchung über Nekitat Chefez, die mni'6 judaico, wenn man? hierunter den Eid nach j ii d i sch em Rech t. versteht und nicht die haarfeine Distinktion, zwischen „den Usancen der jüdischen Religion und den außerhalb derselben in einem auf das Gebiet des Borurtheils sich niedergelassen habenden Herkommen", macht, als ein die Heiligkeit des Akts erhöhetes Moment zu rechtfertigen und die allerdings b i - b lisch begründet ist, ohne daß die Giltigkeit des Eides davon abhangt. Und wenn auch, was der Vers, als Grund cmwendek, diese Sitte in der Bibel nur zweimal und als eine pa tria rcha lisch e vorkommt, so gibt cs noch so manche andere, die sich nur gleichen Ursprungs zu erfreuen haben, denen aber dennoch mit Weihe und Salbung das Wort geredet wird. — Noch weniger hat uns des Verf.'s Beweisführung von dem in der Bibel gebrauchten Ausdruck sür „schwören" gegen den Gebrauch des N. CH. überzeugen können; denn, wenn auch die Bedeutung dieses Zt^s. auf ein „Handerhebcn" beim Schwur hindeutet, so mag solches nur bei einem unausgeforderten Schwur, bei einer Betheuerung, ftattgefunden haben, was bei allen von dem Vers, allegirten SteMn der Fall ist, hingegen wo ein feierlicher Eid abvcrla u g t wurde, da fand auch, wie bei Abraham und Jako-b, Nekitat Chefez statt; daher nach dem jüdischen Recht dieser Akt nur bei Reinigungseiden aber nicht bei minder wichtigen Eiden und Gelübden verlangt wurde. Wir wollen hiermit keineswegs „das Auflegen der Hand auf die geschriebene Gesetzrolle" bei der Eidesleistung als notwendig darstellen, denn mit dieser Formalität beabsichtigte man - nur einen feierlichen Eindruck hervorzubringen, was aber, bei dem Kulturzustand unserer Zeit, in der eine große Mehrheit dem geschriebmen Wort der Schrift nicht mehr Achtung als jeder andern Reliquie der Borzeit zollt, eher eine entgegengesetzte Wirkung hervorbrmgt, und wie oben gesagt, soll bei der Eidesablegung jeder Konflikt mit der Ueberzeugung des Schwörenden vermieden werden. Gegen dieses Motiv ließ sich schwerlich etwas einwenden, aber zu sagen, daß ,,diese Anordnung -er biblischen Sitte w i d e r!s p r i ch t", ist eine Unwahrheit, die jeder kritischen Stütze entbehrt.; Als Agregat giebt der Berf. die und da in den Notew so manche erborgte Gelehrsamkeit zum Besten, wobei sich auch manche Ungenauigkeit einschlich; so lesen wir z. B. (Anm. 51) in gesperrter Schrift „den 2lusdruck „in dcn"Schooß Abrahams kommen" dieses ist ntn und den Juden aus ihren biblischen und rabbknischen Schriften völlig unbekannt-" , während aber denn, doch der metaphorische Ausdruck DrrüN b'M •p’TD UOtf für „sterben" sich in Kiddusch in 72 b findet. Berlangew wir auch von keinem Rabbiner den vergilbten Talmud zir. durchstöbern, so hätte der Vers, dieses Citat doch leicht aus Lightsoot z. St. erfahren können. Wir schließen unser Referat mit dem Wunsche, daß das Streben jener Männer, welche für unser unterdrücktes Recht kämpfen, mit dem günstigsten Erfolg gekrönt und der historische Schlußstein dieses Akts des Epitaphium jener noch erhaltenen Mumien mittelalterlicher Exklusivgcsetzen werde; denn „Es ist ein eitel und vergeblich Wagen, „Zu fallen ins bewegte Rad der Zeit; „Geflügelt fort entführen cs die Stunden, „Das Neue ko mm t, das Alte ist verschwun den." Frankfurt a. M„ im Oktober 1847. M—a. ’ Literarische Mkseellen Berichtigung. Zn dem Aufsätze „Ucker die Bunde (in einer ftüHern Nr. d. LB.)", den, ich hier mitgetheilt, finde ich nach dem Satze ccmc. D“N px folgendes Citat auS den: PachadJizchak weggetaffcn, das für meine 'Behauptung die Gewähr giebt.- - Diese Stelle heißt: . >d p^bpn ris/ns1 yinh) y'iwnb uw p« w”to :ppn by ran.TDyrfr'. bti\. uw dn;/or nnp d«- (nm: 'non"SD D3Dl) bran by. lieber die Weglassung dieses Citats wundere ich ruich um so 'mehr,, als die darauffolgende, deutsche Uelwn'setzung darauf hmweist. M. B. Fried eutha l.? ') Wir sehen uns za der Erklärung gcnöthigt, daß wer jedem Art. im Orient, der unsere Korrespondenz-Chiffre nicht hat, g ä n z l ich f re m d sind. Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und. Literatur betreffen, gegen I^Sgr. für die gespaltene Petit-Zelle' oder deren Raum ausgenommen. 1) Hr. Sch—l, R.: Ihren apologetischen Artikel „Aus Mähren" kann ich nicht aufnehmen; er ist unwahr im Inhalte und verletzettd in der Form. Der Anonym, ist nicht nur Ihnen sondern auch i h m ebenbürtig. Sollte nach einem halben Jahre über N. N. nichts weiter zu berichten fein, als ein verletzender Ausfall, so wäre es eine Bestätigung. — 2) Hrn. H. R—k in,W—in: Mittheilungen über die jüdischen Zustande Cr.'s wären mir sehr willkommen. —

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