Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1847)
- Date
- 1847-10-22
- Page
- Seite 344 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 344 — Proben* aus dem Manuskripte einer metrischen Uebersetznng der täzlicheu Gebete von Dr. I. H. Jacobson. Herr, mein Gott, ich bitte Dich: Schirm vor böser Rede mich; Trug und Arglist laß mich flieh'n, Ueber meinen Mund nicht ziehen; So jedoch mir jemand flucht: Sei mein Schweigen seine Zucht; Schweigen soll, als war' sie taub, Meine Seel' gleich Erdenstaub! —. Lhu', o Gott, das Herz mir aüf! Deiner Lehre folg'mein Lauf; Bösen Anschlag, bösen Sinn Tilge, Herr, beim Anbeginn! Herr, um Deines Namens will'n Wollest du die Bitt' erfüll'»! — Herr, um deiner Herrlichkeit, Herr, um deiner Rechten, beut' Rettung deiner Freunde Schaar, Hilf, o Herr, mir immerdar! — Herr, dem Wort aus Herz und Mund ' Werd' dein Wohlgefallen kund; Mein Erlöser du^ mein Hort Hier auf Erden und auch dort, Friedenstister, Israels Heil, Friede werd' uns stets zu Theil! — Dr. I. H. Jacobson. ' N V"J *1 £ (Ps. i) :f Angst ist mir, mir ist so bange- Nein, in Gottes Hand allein — Sein Erbarm wahrt so lange — Wollen wir ergeben sein. Hab' Erbarmen, sei mir gnädig, G'sündigt Hab' ich Herr, vor Dir: Mach' mich meines Fehles ledig, Hör' mein innig Bitten hier! Laß, o Herr, mich nicht im Grimme Deiner Liebe Straf' empfah'n! Laß, o Herr, nicht Deine Stimme Mir zur Zucht sich zürnend nah'n! Schenk' Erbarmen mir und Gnade, Denn sonst schrumpf' ich kraftlos ein! - Leit' mich heilsam deine Pfade Sonst verschmachtet mein-Gebein! *) In dem diesjährigen Kalender von Klein, ist in dem Gedichte nTl rDHN Vers 3, Zeile 3 Leeke statt Locke zu lesen. Und die Seele wird ermatten. Währet, Herr, die Pein noch lang! Rettung laß die Seel' umschatten, Gnadenhilfe dem so bang! Denn gestorben, ach, da schwindet Die Erinn'rmig mir an dir; / Aus der Grube da verkündet Dankes nicht der Mund mehr dir. Schon bin ich des Seufzens müde, Weil ich jammernd jede Nacht, Weil mein Lager sonder Friede Thranennetzend ich durchwacht. Harm macht mein Gesicht erbleichen Altere früh Vor Drangsal mich, Uebelthäter! ihr müßt weichen! Gott erhört mich gnädiglich! < 3a, Er hört die fromme Bitte, Meines Flehens reinen Drang, Und Beschämung trifft die Schritte Meiner Feind' aus ihrem Gang. — Dr. I. H. Jacobson. Sabbatlied. Schir selel Schabbat. Wie lieblich ist's o Gott, dir Dank zu bringen, Und Loblied, Höchster, Deinem Namen singen Am frühen Morgen schon in frommen Weisen Und nächtlich deine Lieb' und Treu' zu preisen. Auf Aehnfait und auf klingenden Schalmeien Auf Harfen will ich Phantasie Dir weihen; Denn hocherfreut hat mich, o Herr, dem Watten Drum will ob deiner Werk' ich Andacht halten. Wie hoch sind Herr, erhaben deine Thatrn Wie tief des Herrn Gedanken stets berathen! Nur Unverstand kann nimmer dies erfassen, Und Thorheit nur kann Einsicht fahren Lassen. — Wenn Frevler man wie Unkraut wuchern siehet, Der Uebelthäter wie die Blume blühet, Die doch Vernichtung werth für alle Zeiten: Erhaben thronst du Herr! durch Ewigkeiten. Denn deine Feind' o Gott fürwahr vergehen, Vereinzelt werden Uebelthäter stehen; Mein Horn wirst du wie Waldthiers hoch erheben, Mit Öelbaumsgrün das Alter mir beleben. . Und Lust werd' ich an meinen Neidern schauen, Es wird der Feinde Fall mein Ohr erbauen $ Allein der Fromme wird der Palme gleichen Der Zeder Libanons der düftereichen: Die eingepflanzt an Gottes Heiligthume-, Erlangen Blütheripracht, zu ihrem'Ruhme Und grünend wird ihr spätes Alter blühen Noch saftreich frisch am Ziel der Lebensmühen. Verkündet allzumal wie der Herr so grade, Wie Recht er übt auf jedem seiner Pfade; Mein Hort ist er, kein Fehl an. ihm zu finden, Dies soll mein Mund voll Dank von Ihm verkünden. Dr. I. H. I aeobson. Verlag von C. L. Fritz sch e. Druck von I. H. Nagel.