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Der Orient · 1847-10-22 · Heft 43 (22.10.1847) · p. Seite 337

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 43 (22.10.1847)
Date
1847-10-22
Page
Seite 337 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Stu-ien und Kritiken Achter L^as Abonnement auf ein Jahr ist Sv.LHW. Manabonnirtbek allen löbl. Postämtern uitallen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur» Herausgegeben von vr. Julius FürA. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literat nrblätt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 43. Leipzig, bm 22. Oktober 184 V* ' .—-- ■T!i~5" ... Inhalt. Deirischland. Lissa. Sociale Fortschritte und Gemeinde-Verhältnisse. Frankfurt a. M. Die Hanauer Zeitung und Hr. Stein. Verätzung der Nabbinerwürde durch einen Kirschkern. Breslau. Zustände. Nekrolog des R. S. Löwenslein. — Oesterreich. P r a g. Der Verein. Kämpf. Rapaport. Auszeichnung. Die Oberjuristen. Teveles. Kolli n. Der R. Fra nk und die jüd. Gesellen. S ch w a r z-Ko stele z. Das Institut. Wunsche. — Das israel. Schulwesen im Königreiche Würtemberg, mitgetheilt und besprochen v. R. Güldenstein in Buchau. — Proben einer metrischen Übersetzung der täglichen Gebete. Von Dr. I. H. Jakabson. —LB. d. Or. Deutschland. Lisser (Pr. Posen), 5» Oktbr. Die Scheidewand, die seither in unserer Stadt im socialen und öffentlichen Leben Juden von Christen getrennt hielt, säugt allmählig zu schwinden an; die Absonderung , die durch alte Vorurtheile, auch eingewurzelten Judenhaß, durch vererbte Gewohnheiten im bürgerlichen Leben und Wandel, in öffentlichen und Privat-Zirkeln immer schroffer sich zwischen unserer jüdischen und christlichen Bevölkerung gestaltete/ fängt an zu schwinden. Denn unsere Herren Mitbürger, unter denen der echte, preußische, so oft bewährte Bürgersinn in spärlichen Erscheinungen zu finden ist, haben seit den Verhandlungen des V.L. die Erfahrung gemacht, daß die Inden doch nicht ein so ganz zu verwerfendes Volk sind, daß selbst gefeierte Männer* des 19. Jahrhunderts den Juden vor der ganzen Welt das Wort geredet, daß die Juden den Christen iu politischer Beziehung um Vieles näher gerückt sind. Vielleicht hat die immer rascher fortschreitende Aufklärung auch etwas dazu beigetragen, kurz — jüngst wurde hier bei der Einrückung einer neuen Garnison ein Festball veranstaltet, und zu diesem auch mehrere jüdische N Stabilitäten invitirt. Es ist dies doch nichts, gar nichts! — Aber Juden von Christen zu einem Balle aufgefordert, Juden *) Hat doch selbst schon unser Deputirter für allgemein e. Gleichstellung der Juden seine Stimme abgegeben. in christlichen Zirkeln sich bewegen, — das ist h i er etwas seltenes, etwas unerhörtes! — Ein zweites Miraculum fortschreitender Natur lieferte die letzte Stadtverordncten-Wahl. Noch haben es die Annalen Lissa's nicht aufzuweisen, daß seine Bürgerschaft, oder vielmehr, daß seine Judenschaft das Glück gehabt hätte, einen Abkömmling Israels am grünen Tische des Stadtverordneten-Kollegiums sitzen und mit über das Wohl und Wehe der Stadt berathen. zu sehen. Jetzt werden die Herren St.-V., wenn auch vielleicht nur selten, die Rathschläge eines Juden in ihrer Mitte hören können. Unser Hr. Simon Levy.ist nämlich zum Stadtverordneten - Stellvertreter gewählt worden. Freilich wieder nichts, ja gar nichts für,einen Mann, der es würdig ist, Stellen höherer Art zu bekleiden, aber es ist doch wenigstens etwas, wenigstens etwas Unerhörtes! Wie es bei genannter Wahl zugegangen, wäre zu weitläufig hier mitzutheilm; gestatten Sie mir, Herr Red., hier noch eine kurze Bemerkung. Bis jetzt wurden fast immer die Wahlen der Stadtverordneten an solchen Tagen anberaumt, wo die Juden entweder durch Feiertage oder durch andere Umstände verhindert waren, an den Wahlen Theil zu nehmen. Ob dieses mit oder ohne Absicht geschah, wollen wir dahingestellt sein lassen. Dadurch waren aber die Summen der jüdischen Bürger fast gar nicht vertreten, und die "Wahl fiel natürlich immer für diese ungünstig aus.,.'- Niemand that dagegen Einspruch. Diesmal ward wieder die Wahl 43

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