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Der Orient · 1847-10-15 · Heft 42 (15.10.1847) · p. Seite 329

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 42 (15.10.1847)
Date
1847-10-15
Page
Seite 329 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Achter Das Abonnement: auf em Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur« Herausgegeben vm vr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. £ 42. Leipzig, beit 15. Oktober 184 V. Inhalt. Deutschland. Frankfurt a. M. Stekn's Humanität und echte Frömmigkeit. Bayern« Monatsbericht. Ueber Judenfeinde. Die Jüdengemeinde in München. Kunde aus Diespeck. Ansbach. Fürth. Welbhauseu. Berlin. Bericht über.die Michael'sche Bibliothek. Rothschild. Michelstadt. Nekrolog des Rabbiner Wormser. Karlsruhe. Verordnung des Oberraths zu einem Erntefeste. — Frankreich. Paris. Ueber die Juden in Tunis. Statistik. Zustände, Handel. Der neue Purim in Oran. — Personalchronik und Miscellen. Leipzig. — LB. d. Or. ' . ' .. / ■ ' 1 . . . . Deutschland« Frankfurt a. M.> 30. Sptbr. Gestern begab sich aus dem Leichenhofe der hiesigou-Judengemeinde ein Vorfall, der ein neues Zeugniß davon gibt, welche Zerrissenheit in dieser Gemeinde bestehet, und wie diese letztere bei jedet -vorkommenden Gelegenheit genährt und anfgeftischt wüd. Es wurden nämlich zur nämlichen Zeit die Leichen zweier gleich achtbarer jüdischer Hausväter zu Grab gebracht. Einer derselben war im Leben ein sehr glücklicher Staatspapierenspekutant gewesen, und hatte hierdurch so wie durch eine ihm zugeflossene reiche Erbschaft ein ungewöhnlich großes Vermögen zusammengebracht. Dieses Mannes Leiche geleitete unser Hr. Rabbiner Stein, angethan mit alten Zeichen seiner priesterlichen Würde, und hielt an dessen Grabe eine lange, alle möglichen Lobeserhebungen spendende Trauerrede, während er vor dem Sarge des Andern, der obgleich es ein sehr braver, arbeitsamer Mann gewesen war, es dennoch nur zu einem mäßigen Vermögen hat bringen können, ohne ihn im Geringsten zu beachten, vorüberging, gleich als ob die Kiste nicht die Ueberreste eines Glaubensgenossen und Gemeindmiitglledes, sondern etwa Schaufeln und Hacken oder sonst so etwas enthielte. Ueber dieses höchst tadelnowerihe, für die Angehörigen des einen Verblichenen höchst .beleidigende und kränkende Benehmen des Rabbiners einen Kommentar zu. geben, Halten wir nicht für -nöthig; wenn man aber als Entschuldigung für dasselbe anführen will, der begünstigte Todte sei von der Glaubensnüance des Herrn Stein gewesen, der andere aber nicht, so ist dieses nicht zulässig, weit dem Juden eine Religionspflicht vorschreibt, jeder jüdischen Leiche, wenn sie ihm auch nur zufällig auf der Straße begegnet, einige Zeichen der Theilnahme und Achtung zu widmen, und ein von der Gemeinde angestellter Rabbiner gewiß vor Allen gehalten ist, dieser schönen Vorschrift Folge zu leisten, ohne sich von kleinlichen Nebenrücksichten abhalten zu lassen. (HananerZ.) Bayern, 1. Oktbr. (Monatsbericht.) Diesmal könnte ich Ihnen Hr. Redakteur, belangreiche Gerüchte von bevorstehenden Veränderungen in den allerhöchsten Stellen berichten, welche Personen berühren, an deren Namen sich nicht nm im Allgemeinen, sondern namentlich auch bezüglich unserer Sache große Hoffnungen des Besserwerdens knüpfen. Aber es sind nur Gerüchte, die wohl in glaubwürdigen Kreisen verbreitet, aber in unser» politischen Blättern noch keine Bestätigung gefunden haben und die überdies zu sehr in das politische Gebiet hinüberspielen, das doch zunächst nicht @ac^c beö Ortcnto ist. Das aber darf ich nicht verschweigen, daß Hr. Professor Döblinger in München, Menfeindlichen Andenkens, in den Ruhestand versetzt worden und sonnt seine Qualität als Landtagsabgeordneter der Universität München verloren hat. Er war noch ein Ueberrest der ultramontanen Partei an jener Universität, deren Stunde bei uns bekanntlich geschlagen und der trotz seines klugen 4L

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