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Der Orient · 1847-10-01 · Heft 40 (1.10.1847) · p. Seite 320

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 40 (1.10.1847)
Date
1847-10-01
Page
Seite 320 (sequence 15)
Language
German
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— 302 - Und wo die beiden stehn da fließt von Blut ein Bach» ' Der Heiden sind zwar mehr, Doch fruchtlos scheint die Wehr Schon hört man in des Kampfes wild verworrenem Knaul D§r Juden Siegesruf, der Griechen dumpf Geheul. Doch kämpfen sie — der Krieger Fuß versinkt / Im feuchten Boden, der begierig trinkt Das Blut Erschlagener. Vom Wall herab Siykt mancher Held ins tiefe Grab ■ - , Noch kämpfen sie; doch plötzlich stürzt der Griechen stolzes Zeichen Herab von Zions Höhe, die Heidensehn's und sie erbleichen. Gin jeder wirft die Waffe weg, und sucht Des eig'nen Lebens Rettung in der Flucht. Und als Makkabi sieht der Feinde wirres Wch'n. . Stützt er sich auf sein Schwerdt, um von des Kampfes Müh'n Zu ruh'n. — Da eilt mit lautem Jubelschrei Der . kühne Banneträzer nun'herbei. - „Gott war mit uns, d'rum ist's gelungen, Die Feinde flieh'n, sie sind bezwungen. Siehst du, o Feldherr, dort auf jenes Tempels Höh'n, Wie wir in Gott gehofft, das heilg'e Banner wehn? Es wird nun wie zuvor Der Priester frommer Chor In diesen heil'gen Hallen Zu Gottes Lob erschallen. So ruft er hochbeglückt Von heißer Wonn' durchzuckt -Der Stimme Beben aber klar bekundet' N'en großen Schmerz; O Freund du bist verwundet? Rust Juda aus; Vom Blute ist dein Kleid geröthet, Zur Hilfe eilt — O! Feldherr nein — ich hin getödtet, Er sprachs — und noch einmal sieht man 'den matten Blick zur Fahn erheben, Er sinkt vom Roß herab — und ausgehaucht hat er sein - Heldenleben,' S. K. Persottalchronik und Miseellerr. Breslau. Die Protokolle der jüdischen Provinzial- Deputirten über die Organisation der Gemeinden unddieEntwersung der Statuten sind nun erschienen. * * *■ Berlin. Beirn hiesigen Stadtgericht ist bereits ein Jude im Bureau angestellt worden; es ist der erste Versuch nach Publicirung des Gesetzes vom 23. Juli d. I. — * Konstantinopel. Die hier wohnenden italienischen Juden haben den 28. August zu einem Feste zu Ehren des Pabstes bestimmt, Auch bis hierher gelangt der Ruhm des liberalen' Kirchenfürsten. — * * , * London. Hier hat sich ein Verein gebildet, der ben Namen führt:. association for the removal of the civil and religious disabilities of the Jevvs szur Beseitigung der bürgerlichen'und religiösen- Zurücksetzung' der Juden), und der bereits seine Zusammenkünfte hält. Bei einer Versammlung am 7. Sptbr;, wobei 120 Mitglieder anwesend waren, wurden bei Gelegenheit der Wahl Rothfchild's treffliche Reden gehalten. Mannheim. Der Ausschuß der Zur Versammlung bestimmten Rabbiner, nämlich A. Adler, S. Adler, Formstecher und Stein machen bekannt, daß die RV. für dies Jahr verschoben sei, hingegen ist sie auf den 17. Juli 1848 festgesetzt. Berlin. Zu der General-Versammlung des RV?s wurde auchDr. Geiger freundlich eingeladm, aber er suchte sein Ausbleiben damit zu entschuldigen, daß ec in einer so kritischen Zeit dergleichen Schritte vermeiden müsse. * * * x Stettin. Hier ist nun der Schluß der Kultusordnung für den Gottesdienst in der Synagoge zu Stettin, den Fast- ' tag Tischa be-Ab, die Bußtage sJeme Selichot), den Jahresbeginn (Rosch hcr-Schana), den Bußsabbät (Sabbat Teschuba), den Sühnetag, das Laubenfest, das Schlußsest (Schemini Azeret), das Fest der Gesetzesfreude betreffend, erschienen. Der Rabbiner Dr. W. Meisel in Gemeinschaft mit der Kultus- Kommission haben dieses Werk der gottesdienstlichen Reform mit großer Umsicht ausgeführt. * ' » ■ Stettin. Es steht hier in Aussicht, daß wir in einem besonder» Werke die Motive oder vielmehr die gesetzlichen Begründungen zu den Kultusreformen erhalten werden. Nach einer Schlußbemerkung unseres Hrn. Rabbiners in jener Ordnung heißt es: „Diese Veränderungen, welche' den ganzen Jahreseyklus der synagogalen Lithurgie umfassen, sind von einem unabweislichen Bedürfniß in's Leben gerufen worden, und wurden nach der gewissenhaftesten Prüfung ihrer gesetzlichen Zulässigkeit mit der Absicht entworfen, dem matten, sichtbar absterbenden Kultus Frische, Leben und Aufschwung zu geben. Sollte aber ein größerer Theil der verehrten Gemeindemitglieder zur Beschwichtigung der dagegen sich etwa laut machenden Skrupeln einen Einblick in die Motive zu diesem Entwürfe für wünschenswerth erachten, so sollen sie durch den Druck veröffentlicht werden, wenn eingegangene Meldungen zur Abnahme nur zum Theil die Kosten decken werden". * * Wien. Unser trefflicher belletristischer Schriftsteller Leopold K o m p e r t fährt in den Sonntagsb t a t tern fort, seine Mährchen aus dem Ghetto mitzutheilen. Es war . ein sehr schöner Gedanke, diese Kinder einer Ghetto-Phantasie durch die Schrift zü emancipiren, bevor sie im raschen Lauft der Zeit ganz verschwinden. .Verlagvon' C. L. Fritz s ch e* Druck von- I. H.' Nagel.

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