Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1847)
- Date
- 1847-10-01
- Page
- Seite 313 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Achter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen lobt* Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von ' Dr. Julius Für«. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig» 40* . Leipzig, den 1. Oktober. •/ 4.84V» Inhal t. Deutschland. B r e s l a u. 'Zustände der Breslauer Gemeinde. lZweiter Artikcl.) Berlin. Die kleinliche Intoleranz in Sachsen. Berlin. Meldungen zu Docentenstellen. Frankfurt a. M. Aufgehobene Reformen. Predigt. Wallborf. Landrabbinat. Breslau. Das Lehrerpersonal an der neuen Religionsschule. Stettin. Antwort des Hrn. v. Gottberg und des Grafen v« Schwerin auf die Adressen der ftettiner Juden. Fürth. Die-schwarze Partei. Lublin itz. Nekrolog auf den Rabb. Jakob Caro. — Italien. Gute Gesinnung in Livorno. — Der Fahnenträger. Gedicht. —/Personalchronik und Miscellen. Breslau. Berlin. Konstantiuopel. London. Mannheim. Berlin. Stettin. Stettin. Wien. — LB. d. Or. Deutschland. Vorr der Oder, 22. Sptbr. (Zustände der Breslauer Gemeinde. Beurtheilt von einem Herzogthümer.) Zweiter Artikel. Durch, das Gesetz vom 23. Juli d. I. sind die Juden des Herzogthums denen . der alten Provinzen näher gerückt worden. Das scheele, vornehme Herabblicken des Einen auf den Andern ist hiermit anSdiesem Kreise der Gesellschaft gebannt, da dem Naturalisirten nicht mehr der Weg hinüber so erschwert ist wie ehedem. Es werden allem Bermuthen nach auch Viele aus dieser Provinz sich wohl zunächst in Schlesien ansäßig machen, und da die Zustände der_ Breslauer Gemeinde, deren Zerwürfnisse und Parteiungen nicht ohne Einfluß auf diese Provinz sein können, so glauben wir keine ungebührliche Handlung zu begehen, wenn wir ferner, unsere Ideen über diese Zustände, und wie solche allem Anscheine nach sich, noch gestalten können, der Oeffentlichkeit übergeben. — Es giebt zuweilen auch unter hingeworfener Spreu ein Körnchen, das Wurzel fasset und Früchte trägt. Der wirthliche^Oekonöm sammelt sie ein zu seinem-Nutzen und Frommen. — Erdignisse, wie die in dcr Breslauer Gemeinde, die so markirt und charakteristisch zum Vorschein gekommen und stereotppisch ansdanern: zwei Rabbiner, zwei scheinbare Gemeinden, finden in der jüdischen Geschichte, unseres Wissens, kaum eine Analogie. Mer wir glauben behaupten zu müssen, daß die Parteien in der Breslauer Gemeinde, endlich des Kampfes müde, sich der Stimme der Vernunft in die Arme werfen uufc den Mittelweg, der zur Vermittelung und-Ausgleichung führt, einschlagcn werden, zumal es doch Handgreiflich ist, daß ein anarchischer Zustand, wie er bisher dort bestanden und sich immer mehr Geltung zu verschaffen wußte, nicht fortdauern kann, da das erwähnte Gesetz, sowohl in religiöser als administrativer Hinsicht, Schranken dagegen aufgeführt hat. ES müßte, wenn sich die rabbinische oder richtiger k o n serv aLive .Partei nicht selbst zu einer eignen Gemeinde bilden sollte, (was sie, wie wir bereits früher nachgewiesen haben, bei ei n ig.er H armon ie im SS o'Ue n , ohne erhebliche Einsprüche bewerkstelligen könnte) zuvörderst uachgcwiesen werden: 1) wodurch jede der Parteien repräsentirt wird; 2) über welche Kräfte diese oder jene Partei zu gebieten vermag, wenn sie es verstünde, dieselbe gebührend in Anwendung zu bringen, und 3) wenn keine Trennung , vielmehr (was unläugbar auch heilvoll für die Gesammtgemeinde wäre) eine Vereinigung stattsinden sollte, wie und wodurch dieselbe zu Stande gebracht werden könnte und müßte. 1). Wenn wir einen prüfenden Blick.-auf die Parteien werfen,'gewahren wir das Auffallende, daß die reformistische Partei als solche kaum existirt, daß sie lediglich in einer einzigen Persönlichkeit ihren Bcgründuugspnnkt hat,- von ihr daher repräsentüL und 40