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Der Orient · 1847-09-17 · Heft 38 (17.9.1847) · p. Seite 302

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 38 (17.9.1847)
Date
1847-09-17
Page
Seite 302 (sequence 11)
Language
German
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302 wicht gezeigt und alle Wirkung würde aufhören/ wenn erst diese Klasse ihn für einen snan Dy cmsgeben würde. Wie ich höre, beklagt man sich dort nicht wenig über den Orient, der ihn so warm und feueng empfohlen und nicht wenig zu seiner Aufnahme beigctragen; als Nachfolger eines Bcn et und Tre bi t sch, hätte der Orient auch wissen müssen, daß ein solcher mehr als mittelmäßige Kenntniß des talmndischen Gebietes hatte haben müssen, und er wäre nur damit zu entschuldigen, daß er aus der Feme gesehen. -- Zu Sabbat Ki-Tabo hielt Hr. Dr. Kämpf wieder seine erste Predigt nach seiner Zurückkunft von seiner Reise; es war ein zahlreiches Publikum anwesend, auch unser 8tabb. Rapaport und Dr. Zu uz, und sie waren alle befriedigt; denn Belehrung und Erbauung wechselten in schöner Harmonie ab. Bei dieser Gelegenheit erlauben Sie mir auch über Hru. K.'s Vorträge über Pirke Abot Einiges zu berichten. Diese Ahnen-Sentenzen sind bekanntlich in der letzten Zeit Gegenstand allgemeinster Forschung geworden, weil man in ihnen die Verkörperung oder so zu sagen Versteinerung einer Kulturbewegung in den wichtigsten Jahrhunderten unserer Geschichte erblickt. Auch Hr. K. hat die Pirke Abot in diesem Sinne zunr Gegenstände seiner Vorträge genommen, und wir haben von ihm eine schöne Arbeit über die Mischna-Lehrer zu erwarten. Am Sabbat Ki-Tabo hielt er ebel.falls einen Vortrag über Abot, zu welchem sich viele sachverständige Zuhörer eingefunden und bei welcher Gelegenheit er stch über die sogenannte große Synode oder die 120 Sekenim austicß. Er meinte, daß die Zahl 120 wirklich Grund und Boden habe, indem mar: das große Synbedrin von 71 Mitgliedern mit den beiden kleinen von 23, die auf dem rromn und an miyn N5>2 waren zusammen,zählte, was 117 gab, wozu dann noch ein Bet- Din von 3 kam. Die Basis dieser Hypothese bildete eine kritisch-historische Untersuchung über die Wirksamkeit der Sekenim in Israel, wobei der Redner auf das mosaische Zeitalter zurückging. Dergleichen Forschungen erregen bei unserem Publikum, das noch im jüdischen Leben steht und für jüdische Wisseuschast große Achtung hegt, allgemeinen Enthusiasmus und man darf sagen, daß Hr. K. durch diese Vorträge sich die Herzen ebenso gewinnt als durch seine Predigten. Vielleicht entschließt sich Hr. K. die eine oder die andere Parthie dieser Forschung in diesem Blatte zu veröffentlichen, namentlich wünschen wir dies von seinen Forschungen über Jose b. Joeser, über die Sekenim, über die Wirksamkeit dieser Synode u. dgl. Nächstens ein Mehreres. Prag, im Arg. Das Konnte des,, Handwerks- und Ackerbau - Verein's " hat folgenden Aufruf erlassen, dem wir den günstigsten Erfolg wünschen. Möge die Jsolirungssucht, welche auf dem Lande im Gegensätze zu Prag herrscht, keinen Raum finden, u. mögen die Bewohner des Landes den Anschluß an Prag als einen Centralpunkt, als das einzige Mittel betrachten, um die Zersplitterung der Kräfte zu verhindern. Der alte Spruch: vis unita fortiori möge alle leiten, die dem Egoismus fremd, die Kräfte und Mittel auf einem Punkt koncentriren wollen. Der bezeichirete Aufruf lautet: Au fruf zum Anschlusse an den mit hohem §. k. Gubernial-D ekrete vom 5. Juni 1847 Zahl 22834 bewilligten israelitisch - böhmischen Handwerkun d Ackerbau-Verein. Der allgemeine Anklang, den die Gründung dieses Vereines bei sämmtlichen israelitischen Bewohnern Böhmens gefunden, lieferte den unzweideutigsten Beweis von der Zeitgema'ßheit dieses Instituts, und war eine günstige Vorbedeutung für eine künftige allgemeine Beteiligung bei dem Werke, wodurch der Jugend Wege der^Entwickelung angebahnt werden sollen, die zu betreten ihr bisher so schwer geworden. Hat sich aber damals die Aussicht zu einem endlichen Gelingen des Unternehmens nur erst in einiger Entfernung gezeigt, so sind wir jetzt, nachdem das hohe k. k. Landesgnbernium in ausdrücklicher Anerkennung der Löblichkeit seiner Zwecke den Verein sanktionirt hat, dem Ziele näher gerückt; und so wie damals der Beifall Hoffnungen erregt, soll jetzt die Lhat zu deren Verwirklichung führen. —. Aber je näher nun diese Gegenstände vor unser Auge treten, in desto deutlicheren Umrissen zeigen, sich auch die Hindernisse, die sich der Erreichung der Vereinszwecke entgegenstelten, Hindernisse, die um so bedenklicher sind, je tiefer sie in dem stets wuchernden Boden der Vorurtheile wurzeln, gegen die der Kampf nur dann mir Mfolg bestanden werden kann, wenn er seinen Stützpunkt in dem Zusammenwirken aller Betheiligten findet, und wenn alle zerstreuten geistige und materielle Kräfte zu Einem Mittelpunkt geführt werden, von wo aus nach allen Richtungen hingesehen und gewirkt werden kann. Wenn aber letztere, namentlich die Geldkräfte allerdings ein zur Förderung von Vereinzwecken unentbehrliches Mittel sind, so stehen diese doch in zweiter Linie zu dem, was das Unterzeichnete Kornitv in diesem Ausrufe beansprucht; denn die Hand des Israeliten spendet ohnehin immer reichlich, mag der Hilfesuchende sein Glaubensgenosse sein oder nicht: umsomehr wenn cs gilt, häusliches und bürgerliches Glück so vieler Heranwachsender Glaubensgenossen zu begründen und hiermit dem e rha denen Monarchen, der erst in der letzten Zeit den böhmischen Israeliten durch Aufhebung einer auf ihnen lastenden Sondersteuer, eine so hohe Gnade erwiesen, ein ewiges, lebendes Denkmal zu setzen! Was aber vor Allem Roth thun dürfte, das ist ein durchs nichts getrübtes, wechselseitiges Vertrauen aller nach einem Ziele hinstrebenden israelitischen Gemeinden und deren Genossen, ein Vertrauen, das sie alle beseelen soll, vor dem Augenblicke, wo sie das Bedürfniß nach einer gemeinschaftlichen Wirksamkeit fühlen, weil es allem geeignet ist, die zarten Anfänge so lange zu hegen, bis die Zukunft sie durch Neberzeugung nährt und kräftiget. — - Insofern aber das Konnte als Organ des jungen Vereins dazu berufen worden ist,

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