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Der Orient · 1847-09-10 · 37 (10.9.1847) · p. Spalte 589-590

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
37 (10.9.1847)
Date
1847-09-10
Page
Spalte 589-590 (sequence 7)
Language
German
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5 SO 58Ö Kritiken. Nissim's Clavis Es heißt daselbst : Der Drang der Zeiten und die Abnahme der traditionalen Studien veranlaßten das Niederschreiben des Talrnud's und dessen Abschlie ßung um 498 n. Ehr., und mit der Redaktion^ war fast schon zum Theil eine Erläuterung verbunden, um das talmudische Studium recht mühelos und leicht zu machen (8d). Aber trotzdem nahm das Studium des Lalmud's ab und man konnte fast den Spruch Samuel b. Nachman(i)'s (j. Schekalim c. 5.) darauf anwenden: nyin unD rra nr wi noy rfpy inöo iödm toN’1? HD ub.fN 1JN1 )3N iDD'p wb OM Aber selcdem ist noch nach dem Abschluß wieder ein halbes Jahrtausend hingegang.en und was ehemals kLar und verständlich war, mußte jetzt dunkel .und rathselhaft erscheinen. Die Redaktoren und Nicderschreiber des Talmuds hatten denselben nach nn’inbs 1 licher Ueberliei erring gelernt, und kannten dle Ueberlieserer noch namentlich, und . indem dieses große Werk ihnen zusammenhängend in gegenseitiger Beziehuug erschien, so strebten sie an manchen Stellen seinen Inhalt abzukürzen, wo von zwei oder drei Stellen Beweise gebracht werden sollten, wenn diese Beweise bereits früher schon ausführlich vorgekommen. Der damalige Lalmudlehrer verließ sich auf unser Gedächtniß, daß wir dieses oder jenes aus einer früher» Stelle wissen dursten und;in diesem Sinne wurde manchmal eine Beweisführung nicht weiter ausgeführt. Dergleichen Auslassungen der Redaktoren, indem sie sich auf das Gedächtniß der Leser verließenkommen vor: 1) indem das Ausführlichere anderswo in demselben Kapitel steht und zwar schon früher (vgl. Sabbat 24 mit 21, "Erubin 10 mit 5); 2) wo dieser Gegenstand weiterhin in d i e se m Kapitel ausführlicher" steht (vgl. Jebamot 3 mit 11. 12; 71 mit 74);, 3) indem das Ausführlichere.zwar nicht in demselben Kapitel, doch in demselben Traktate verkommt (vgl. Jeb. 8 mit 28), gleichviel ob früher oder später; 4) wo das Ausführlichere weder in demselben Kapitel noch in demselben Traktate steht, und dennoch von den Redaktoren eine Abkürzung vorgenommen wurde, weil es wenigstens in» demselben Seder steht (vgl. Jebam. 68 mit Ketubot 57, Kidd. 51 mit Red. 61); 5) Manchmal ist aber auch Bezug genommen <mf eine 2tt Stelle, die sich gar nicht in demselben Seder, sondern ganz anderswo sich findet (vgl.Pesachim 96 mit Jebam. 74, Baba Kamma 14 mit Ketubot 84). Diese 5 Gattungen von Bezügen, nach welchen die Redaktoren sich Verkürze gen erlaubten, sind sämmtlich innerhalb des bab. Talmud's. Aber zuweilen wird auch Bezug genommen 6) auf den pal. Talmud (bfiOW’ ptt und deswegen vom Red. vorausgesetzt und weggelassen, sich mit der bloßen Andeutung begnügend. Zuweilen wird auch auf Etwas Bezug genommen, 7) was in unseren beiden. Talmuden nicht steht, z. B. auf die Gefchichte von vj'Cr». m Sota 22, auf die Geschichte von Taänit 8). auf nn! nwyo Berachot 8, welche Haggada's m den Talmuden nicht mehr Vorkommen und die Redaktoren dennoch darauf Bezug nahmen. Manchmal scheint es aber auch , daß diese Abkürzungen und kurzen Andeutungen etwas Eigenthümliches im Talmud sein sollen^ ohne zum Talmud. Goldenchal. dass gerade.anzunehmen wäre, es würde schon anderswo von diesem Gegenstände gesprochen, da es auch umgekehrt wieder zahlreiche,Wicderholungen giebt. R is s im' strebte dieses aufzuhellem Er sagt, daß zu seiner Zeit die Lalmudlehrer schock dieses nicht verstehen und sich abmühen, die betreffenden.Stellen zu suchen, ohne sie zu finden und dadurch die Halacha oft nicht begreifen. Er sammelte nun alle diese Losungen in einem Buche (^dd), der zu den Dunkelheiten gleichsam ein Schlüssel (nr»E)D) sein soll, damit der Lalmudlehrer mit leichter Mühe das was er braucht, finden soll. Von diesem Hauptgedanken geleitet, theilte er sein Werk m zwei Theile. Der erste w ich tigere LH eil soll die Hauptnachweise geben für diejenigen Stellen, wo die Redaktoren auf etwas Ausführliches anderswo sich verließen, oder wo überhaupt etwas durch eine andere Talmudstelle klarer wird. Er will aber keineswegs die Massen Barajta's, die im Talmud verkommen, Nachweisen, da entschieden viele gar nicht mehr nachweisbar sind, sondern diejenigen Dunkelheiten, ohne deren Nachweis des Ursprungs die Halacha ganz unverständlich ist. ' Bei dieser Gelegenheit erwähnt Nissim ausdrücklich, daß er diese Art von Mafreach über den ganzen T a l m u d a u s d e h n e (nnN pnD/llDbnn ion by tan THN! nobicm ly tid in# noi rooD tin todm p-©). — Der zweite Theil, den Nissim nach seiner Angabe in 50 Unterabtheilungen gebracht und bei mancher Unterabtheilung manche Gegenstände zusammengefaßt, um eine größere Zersplitterung zu verhüten, hat den Hauptzwecks alle talmudischen Halacha's nachzuweisen, die sich im Talmudan ungehörigen Plätzen finden, »vo man sie nicht sucht. Nun zählt er die 5V Unterabtheilungen auf, die nach den verschiedensten Anführungsworten rubrieirt waren, und ans den Proben sehen wir, daß dieser zweite Theil ein bedeutender Beitrag für die Methodologie und ssür das Verständniß des Talmuds war. Von dieser Darlegung des Inhalts des Werkes, wie sie schon das Vorwort giebt, und die durch Benutzung ^des Buches selbst bedeutend noch vervollständigt werden konnte, hat weder Herr Schor, der mit großer Arroganz in seiner Abhandlung ausgetreten, noch der fleißige Hr. G. etwas gesagt, und doch ist das erste Erforderniß bei der Herausgabe eines Buches, Plärr und Inhalt desselben genau zu entwickeln!— Hr. S. hat auch in seinem Aufsatze alle Bücher aufgezählt und auch die Autoren, deren Nissim gedenkt; aber diese Aufzählung, das Einzige was Hr. S. gethan, ist so unter aller Kritik, daß dem Lefer nur die Alternative zu glauben bleibt, entweder diese Abh. wurde gearbeitet ä la ^jon oder ä la und fast möchte ich das erste glauben, da sein Gevatter sich gewiß auf Uebertretung des nn> "rtDnniEO l^nnn Nb bei der Uebertragung etwas zu gute gethan hat. Wenn Hr. Gold, diese Eselsarbeit nicht ausgenommen hat, so ka»m man es nur billigen, aber unverzeihlich ist es, daß er diesen Punkt ganz unbeachtet gelassen, daß er nicht gründlich rmd. genau diese Citationen mit den daraus zu ziehenden Resultaten zusammengereiht und seinem Vorworte angeschlossen. (Beschluß folgt.)

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