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Der Orient · 1847-09-10 · Heft 37 (10.9.1847) · p. Seite 289

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 37 (10.9.1847)
Date
1847-09-10
Page
Seite 289 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Achter Das Donnement aufein Jahr ist 5 THLr. D'ancibonnkrL bei allen löbl. Postämtern und allen solide Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. - Herausgegeben von kr. Julius Für». Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Lireraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, ' und. ztvar an jedem Dienstag regelmäßig. 3^, Leipzig, dm 10. September 184^, Filhalt. Deutschland. Van der schles. Grenze. Fingerzeige zur Conftituirung einer Doppelgemeinde in Breslau. Represtntanten-Wahl. Posen. Statistische Notizen über die Juden des Herzogtums. Einwohner, Gemeinden, Synagogen, Rabbiner und jüdische Schulen. Conftanz. Statut über Aufnahme der Juden. Berlin. Gerichtstag zu Rosch Ha-Schana. Berlin. Neujahrswünsche. Posen. Reflexionen über den vereinigten Landtag. — Oesterrei ch. P e sth. Die traurigen Zustande in Ungarn. Der Preßburger Rabbiner. Singer. Kunewalder und Holländer. Wien. Der Katalog von Deutsch. — Frau kr ei ch. Paris. Thiers Entschuldigung. — LB. d. Or. Deutschland. Von der schlesischen Grenze, 25. August. (Zustände der Breslauer Gemeinde. Benrtheilt von cincm Herzogthü m e r.) Wer mit und in dem Gesetze vom 1. Juni 1833 gelebt, einem Gesetz, aus welchem das neue Judeugcsetz vom 23. Juli d. I. ernannt und hervorgegangen ist, wird leicht die Zustände der Breslauer Gemeinde, nicht wie solche bisher waren oder wie sie in sich noch bestehen, sondern wie sie sich fast unfehlbar gestalten muffen, zu beurtheilcn und anzugeben verstehen, vorausgesetzt, daß die im Handeln geübte Geigers che Partei, die keine Gelegenheit, welche sich ihr zum Vortheil ihrer reformistischen Ansichten darbietet, unbenutzt vorüberstreichen läßt, ferner daß die Tiktin'sche Partei aus lauter Rücksichten und Bedenklichkeiten bei jedem Schritt nach Vorwärts leise erst den Fuß versuchsweise niedersetzt, um zn erprüfen, ob auch der Boden den gewichtigen Tritt zu ertragen vermag, — noch ferner bei ihren Konsequenzen verbleiben und ausharrcn werden. Es hat das Obervorsteher-Kollegium, jetzt fast Kartenkonige ohne Land und Wirkungskreis, einen Aufruf an sämmtliche Gemeinden Schlesiens ergehen lassen, mit der wohlwollenden Aufforderung, daß jede Gemeinde ihre Deputaten zu der am 24. d. M. von ihm anberanmten Termin, wegen Besprechung und Berathung über die zu entwerfenden Gemeindestatuter:, zur Confermz nach Breslau absenden möge. Wenn vielleicht nicht sämmtliche Gemeinden, so haben doch die meisten schlesischen Gemeinden dieser Aufforderung, trotz der divergirenden Richtungen und religiösen Meinungsverschiedenheiten, Folge geleistet, theils, um dem Reiz der Neuheit zu genügen, theils auch um erbaut, zur Eintracht ermahnt imt> zum Guten belehrt zu werden, ohne im Voraus zu erwägen, daß Statuten der Breslauer Gemeinde, die ihre Basis, wie sich fast mit Gewißheit voransbestimmen läßt, im radikalen Fortschritt haben werden, nicht jeder andern schlesischen Gemeinde anznpassen sein dürften. Selbst der tiefdnrchdachte und wohlmeinende Rath, den Breslauer Rabbiner: oder Oberrabbinen zürn Oberhirten für sämmtliche Gemeinden Schlesiens zu wählen, um sich von Zeit zu Zeit von demselben belehren zu lassen urrd Raths in religiösen Dingen von ihm zu erholen, wird hoffentlich so ohne Bedenklichkeiten wohl schwerlich durchweg angenommen werden. Jedoch hat das Obcrvorsteher-Eollegium, ohne vom benannten Gesetze es in der That zu sein, das Eine erzielt, daß sämmtliche erschienene Deputirten dasselbe als ein solches begrüßt und den Rabbiner Geiger geehrfürchtet haben. Es war aber jedenfalls eine Handlung, die, wenn man jede Nebenabsicht bei Seite stellt, an und für sich das Gute, und das unbewußt, zum Ziele hatte, die schlesischen Gemeinden aufzurütteln und sie zu lehren, daß nun die Zeit zum Denken und Handeln gekornmen sei. Wenn man aber einen prüfender: Blick auf die Tiktin'sche Partei 37

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