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Der Orient · 1847-09-03 · 36 (3.9.1847) · p. Spalte 573-574

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
36 (3.9.1847)
Date
1847-09-03
Page
Spalte 573-574 (sequence 7)
Language
German
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574 573 Studien. Raf. Meldola's Biographie mitgetherlt ' Zipser. \n wetcheln Jahre noch fein Glücksstern sich triVStc, indem fein Vater starb und ihm, dem unerfahrenen Ehemanne, nun noch die Versorgung einer mittellosen Mutter und dreier unversorgten Schwestern oblag. Dieser Umstand scheint einen ernstem Eifer für das Talmudstudinm in ihm angeregt zu haben,' worin er es bald zu solcher Vollkommenheit brachte, wozu ihm auch die von seinen beiden Großvätern hinterlaffenen Schriften nicht wenig Vorschub leisteten, daß er trotz seiner Jugend, die durch den Tod seines Vaters vakant gewordene Stelle bald darauf erhielt und. im. Laufe der eilf Jahre, die er daselbst verweilte, immer höher befördert wurde. Die jüdische Gemeinde zu Livorno hatte in damaliger Zeit, unter allen andern Gemeinden des florentinischeu Gebietes, das ausschließliche Privilegium, eine eigene in allen Fällen der Justiz entscheidende Gerichtsbehörde ffür ihre Gtanbensgenoffen halten zu dürfen, und man kann sich leicht einen Begriff von der Wichtigkeit dieses Amtes machen. Im Jahre 1710, also nach Zurücktegung des 25. Lebensjahres, wurde Rafael als Mitglied dieser Gerichtsbehörde, und wie es scheint in Folge der Herausgabe eines juridischen Werkes, ausgenommen. Dieser Gunstbezeugung, wie des Umstandes, daß er seine ganze GcisteSausbildung dieseln seinem Geburtsorte zu verdanken hatte, gedenkt Rafael noch 27 Jahre später in einer sehr dankbaren Weise (in der spanischer: Dedikation zum Jmn). — V Die übrigen Vorsteher und Verwalter der Gemeinde^ angclegenheiten wurden dazu von dem regierenden Herzoge zu Florenz ernannt und hatte dabei die Gemeinde nicht das Geringste rnitzusprechen, daher auch ihre Macht von Seite der Letztern beschränkt war (f'D pp? nDl 'n nwnjDn m nyi7 71a Dip j,i :Vd ifa 'b ron ö"y .-insn by nps1? nd dm bnoiyn. nmn nY Mn üm\n nni »iS' Donn nnb pw rinenm un ipn1? m dhSijhj nY i^n. 'To nrM imn HDD DH DM)* Das juridische Kollegium bildete eine förmliche Gerichtsbehörde und konnte von ihr ein Jeder zur Zeugenaussage vermittelst eines Bannes gezwungen werden; ja selbst im Falle, wo diese Aussage nicht für den Augenblick sondern für die Zukunft von Nöthen sein könnte ('D'D um paD nr -labDi : 'n/’d on Yd 'n ymb, ndm i'vnmp"pb jmi njinttI p'pD poip Din.mttD dmmm tun jrotwiY (monitom) N'MDv)D.i Din miJD npM dj '.minwiy m\ni m M *]'Dioi 'di JDT'inN^ “pS» Mn3 nSn NNZ/M “pä* M 1WN 1D1 by N'iiD'D h dnidmidin MDMp'N i'ybz Nip^ Examen ad perpetuam memoriam). Die Umgangssprache der jüdischen Einwohner zu Livorno und wahrscheinlich eines großen Theiles der italienischen Gemeinden war die Spanische, wie dies aus mehren Gutachten des Rafael hervorgeht (NiiNip!? i'y.otcnrrpiNi :-n> '-»d dh Yd 'n PW »iii*t by pMn ib’ttf DIIDroND 11,1 pSD? hw IHN 1D0 U111D1 pUNlb )DJ nmw'iiiö dnuind : pz-vM pwi jrüY idto V'n IDDNp >1 HN’D »TVD'ID Juda pagaros foresta primera mia do cainMa). Außerdem, daß die Gemeinde ihr Protokoll, aus dem wir später zwei auf uns herabgekommene Original-Dokumente liefern werden, in dieser Sprache geführt, wurde auch ein 'Thetl ihres Gottesdienstes darin abgehalten. — (näpDD l rfN ID 'n bm nDD bm mmi \yb pMn D.nnb.Duinn nfoipn iini. dnd 'd bw niüsm NM^I'21 nhYii msy d'Vini DNi 'an imdd hm ptö/nw .inppn■ »im ndinM niöD. pMn DJinD HM lEäjn Nin.) Rafael beantwortete sogar mehre an ihn. gestellte Anfragen in dieser Sprache, in welcher er auch manche, auf uns wahrscheinlich nichl gekommene Werke verfaßte ('m-iYid'h. \yfb pstai dddd mmrai ddtom nimin. DDih: Y' ■W'n nöccrnn rmr, ddui : n'v 7d * pn'M dhiN* nipnyrn ■ inDD nnmb .bn5 vn iM iDun xmb 'rn^n^ po iddd nDiiiD ' pnSi dhun 'Npixii tyS \wbyi j»n pnb jn., ny imn i^n onon in^ pi : i^hdt dSd D'Din1? n.)m N' »IUI xb i^n ]wbl). Jndeß sind uns zwei in dieser Sprache von ihm. abgefaßten Dedietoria an die Gemeinde zu Bayonne und Livorno in seinem Werke aufbewahrt geblieben, die wir auch als. schöne Muster von Rafaels Geistesbildung, mit wortgetreuer Ueberfetzung, in diesem Berichte mittheilen. Zu seiner Zeit Herrschte unter den jüdischen Einwohnern Livornos der väterliche Glaube im strengsten Sinne, wie überhaupt die ganze patriarchalische Lebensweise, die schon in den andern Gemeinden Italiens geschwächt worden, da noch gäng und gäbe war. Vorzüglich eiferte Rafael dagegen, daß, während in seiner Geburtsstadt selbst unverheirathete Mädchen, sobald sie nur Bräute wurden, das Haar verhüllten, er anderswo diese Sitte selbst bei verheiratheten Frauen schwinden sah (: .j/Vin YYn DEwi.ijnp mpDb obyo Nmrt .'ly ^niSD'i'p 'niDyBf mpipDDj' mm nwp in '*dni rowpmonN.i tod-pyito mwpnD nuNi^n Deuter 'mNi m^niii bo iym nwiDi ]m~\b pinn). Folgende in den damaligen Zeitumständen" sehr nokhwendige Einrichtung zur Auslösung der jüdischelr Gefangenen gab es in Livorno: es mußte uämlich ein Jeder, der Heimische wie der Fremde, von den daselbst ver- oder gekauften Waaren, so wie auch von solchen, die als Transtto dort niedergelegt wurden, an eine eigends dazu bestimmte Kasse (wu& bti HDip) J Prozent erlegen. Diese Verordnung wurde schon im Jahre 5415^1655 gegründet, dann in den Jahren 1670 und 1691 neuerdings bekräftigt. Das darüber in spanischer Sprache abgestußte Dokument, wurde durch die Presse, wahrscheinlich um die Fremden davon in Kcnntniß zu setzen, veröffentlicht (nDDD'i) : *b fv tpx* 'iDiv n"d 'p i'V. iVn;DDD1(!D NM ÜW nSn ^Ipl 'IDDD HDIHD NMC^ M N1? 11

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