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Der Orient · 1847-09-03 · Heft 36 (3.9.1847) · p. Seite 281

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 36 (3.9.1847)
Date
1847-09-03
Page
Seite 281 (sequence 1)
Language
German
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wm Berichte, Studien und Kritiken Mer Das Abonnement auf cm Jahr ist 5 Lhlr. ManabonnirL bei allen!öbl. Postämter^ und . allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. / für jüdische Geschichte und Literatur. : . Herausgegeben ■ ■ > von ■" : vr. Julius Fürst. ® Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mit* gerechnet,, zwei Bogen, - -und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. ■> Leipzig, den 3. Septeuiber 184V. Inhalt. Deutschland. Leipzig. Die freie evangelische Gemeinde zunr. Judenthum. P o s e n. Die Sterne. Breslau. -> Die Tiktin'sche Religionsschule. Frankfurt a. M. Stiftung zur Unterstützung jüdischer Handwerker. Berlin. Vertreibung der Polen. Königsberg. Sonntagsgottesdienst. Posen. Der Pater Nathan. Conftanz. Statut über Aufnahme der Juden. — Oesterreich. Ungarisch-Brod. Erlaß des Landrabbiner Hirsch. Wien. Die Absichten der Regierung. Hr. Deutsch. Literarische Thatigkeit. Pesth. Die Seelenkaufer. — Italien. Leipzig. Italienisches Sonnet bei Thronbesteigung von Pius IX. — LB. d. Or. Deutschland. Leipzig, 22. Aug. LVirft man einen prüfenden Blick auf die religiösen Kämpfe in der Kirche, so wird man ohne Mühe'mehre Anknüpfungspunkte für jüdische Interessen finden. Wir wollen hier ganz äbsehen von ,dem reformatorischen Einflüsse, den die Bewegungen in der Kirche mittelbar auf einen Theil der Judenheitausnbt. Mit der kirchlichen Resorm ist — was uns jetzt zunächst berührt — die Ansicht über die Stellung der Inden eng verbunden. Der Katholik, der Protestant, der Lichtfreund, der Deutschkatholik, der freie Protestant, der freie Evangelische — Jede dieser kirchlichen Fraktionen fällt ein anderes Urtheil über die Stellung des Inden und zwar innerhakb seines religiösen Standpunktes. Unter allen kirchlichen Glanbenöformm find die freie protestantische und Vu freie evangelische am tolerantesten. Wir theilen hier eme Stelle aus Ru pp's ,,Erbammgstuch" H, S. 91 mit, die von allen christlichen Kanzeln ertönen dürfte. Sie lautet: „Wir wissen es zwar an den Juden des neuen Testaments scharf ztt tadeln, daß sie den Samariter verachten, weil sie stch zu ihrem Jehovadienst nicht bekannten, aber wir verdienen denselben Tadel, denn wie jene Juden den Samariter behandelten, der unter ihnen lebte, gerade so behandeln wir den Inden und den Katholiken, der unter uns wohnt. Können wir es Läugnen, daß viele unter uns, die sich gebildet dünken , die Namen: Jude und Katholik nicht ohne eine gewisse Beimischung des Spottes, ohne ein gewisses hochmüthiges Bedauern aus-zusprechcn im Stande find? Setzet den Inden oder den Katholiken in' die Stelle des Samariters und wir bedürfen jenes Gleichnisses vom barmherzigen Samariter ebenso sehr als die jüdischen Zeitgenossen des Erlösers. — Wie viele unter uns versagen der Liebe und Gerechtigkeit die gerechte Anerkennung, wenn sie von jenen Bekennern einer verachteten Religion geübt werden; ja ich habe gehört, daß Einige von uns in ihrer Verblendung so weit gehen zu behaupten, es sei den Juden und Katholiken ganz unmöglich, den Glaubenshaß und die Gewinnsucht mit Liebe und Gerechtigkeit zn überwinden. — Es giebt nichtswas die Erfüllung der Weissagung von einer Heerde nn-d einem Hirten so sehr hindert, als dieser religiöse Hochmuth mit seinem alleinseligmachenden Glauben, sei dies der Glaube des Pabstthums oder des Lutherthums oder der freien Evangelischen Gemeinde". — Aehnliche Stellen könnten wir aus den Schriften der freien eteftanteit mittheilen. Der Deutsch-Katholicismns hat bis jetzt ein vieldeutiges Schweigen über diesen Punkt beobachtet. I. Posen, im Aug. An dem literarischen Himmel der Juden bemerkt man jetzt sechs S Lern e: einen Reform- Philologen in Berlin , einen Mathematiker in Göttingen, einen Dichter in Wien , einen Editor in Ungarn, einen Altcrthumsforscher in Prag und einen harmlosen Korrespondenten in Berlin. Der letzte Stern ist am spätesten 36

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