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Der Orient · 1847-08-13 · Heft 33 (13.8.1847) · p. Seite 264

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 33 (13.8.1847)
Date
1847-08-13
Page
Seite 264 (sequence 15)
Language
German
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264 - „Jesaja" in seiner Behausung, welche von den RabbiiraLs Kandidaten zahlreich besucht -werden" und für das Studium der Exegese empfänglich machen. -- Glossen von Peter Kago. 1. Die merkwürdige Schrift. „Zur Emancipation unfähig sind jetzt noch die Juden". Selber ein Jude, beweist dir der Verfasser es klar. 2. Der große Geschichtsschreiber. - Wenn aus zwanzig Geschichten die Brocken zunächst er gestohlen , Wirft er zum wässrigen Bce! salzend Reformergewäsch. 3. An denselben. Ganz unbrauchbar ist nicht die Geschichte: bewundernd die Bilder, Lernen das ABC gerne die Kinder, daraus. 4. Der ZW. Sorgsam hütet der Wächter seit Jahren die zottige Heerde; Sieh! und die Schaafe gedeihn trefflich und mehren sich stets. (Fortsetzung folgt.) Personaichrorrik und Miseellen. Ei n jüdisches Parla ment. Ein solches fard unter Heinrich 111 von England statt. Der König richtete nämlich Befehle an die Sheriffs jeder Grafschaft, am Sonntag Quinquagesima aus jeder Stadt sechs von den reichsten Juden, oder zwei, wo nur wenige wären, zu ihm nach, Wertester kommen zu lassen, um mit ihm über Angelegenheiten, die sein und ihr Wohl beträfen, zu unterhandeln, indem er die Sheriffs zu gleich mit den härtesten Strafen bedrohte, falls sie sich ihres Auftrages nicht pünklich erledigten. Wie groß war das Erstaunen der Juden, sich nach so vielen Jahren der schmählichen Knechtschaft plötzlich zu königlichen Rathen erhoben zu sehn! Sie mochten wohl gar glauben, der König wolle selbst ein Jude werden, da er den Sonntag so wenig achtete, daß er ihn gerade zum Berathungstage gewählt hatte. Die Thronrede jedoch benahm, wie manche andere, ihnen jede Täuschung. Der König brauchte Geld, und zwar nicht weniger als 20,000 Mark. Die Parlamentsmitglieder sollten es nicht bloß bewilligen, sondern selbst herbeischaffen.. Man denke sich die Bestürzung der armen Leute. Redefreiheit war diesesmal im Parlament verboten, und so hieß man sie wieder nach Hause gehn und die eine Hälfte zu Johanni, die andere zu Michaeli herbeischaffen. wßwn nHn tinn b ptt. — London. Die Entscheidung darüber, ob Juden ins Parlament wählbar sind, wird wohl bald einrreten, da Verlag von C. L. Fritzs'che» Lionel. Rothschild als Kandidat für die City vorgeschlagen worden ist. Auch Herr David Salomons. hat Aussicht, ins Parlament zu kommen. Die Kandidatur des Baron Lionel Rothschild wird vom Morning Chronicle lebhaft unterstützt, während der Standard darüber ungehalten ist, daß, wie früher die Emancipation der Katholiken durch O'Connell's Eintritt in's Parlament, so jetzt die der Juden durch Baron Rothschilds Wahl mit einem Male könnte erledigt werden. Der Baron hat sich übrigens für das Freihandelssystem und für eine allgemeine Nationalerziehung ohne Unterschied der Konfessionen erklärt. Ri vista israel itica. Unter diesem Titel erscheint seit diesem Semester in Modena eine Monatsschrift, deren Aufgabe die Verfechtung jüdischer Interessen ist. Die gelehrtesten Rabbiner Italiens sind bei diesem Erstlingswerk der jüdischen periodischen Presse, das einen Hrn. Cäsar Promyphi zum Redakteur hat, b e t h e i l i g t. Briefkasten. 1) 'Hrn. H—m in P.: Ihre Sendung habe ich erst nach 2 Monaten bekommen; um die Dagucrrotypen bitte ich durch bessere Gelegenheit, jedoch in Lob und Tadel mäßig. Jenes Literarische aber, wenn das Thema nicht anders ist, kann ich nicht aufnehmen. — 2) Hrn. K. B—fer in St. W—g: Das ein gesandte Gedicht kann ich, da ich die Beziehung nicht verstehe, nicht aufnehmen, hingegen bitte ich um MitlHeilungen über sociale, politische und religiöse Zustände, wenn auch über mehrere Gemeinden zusammen. — 3) Hrn. B—n in R.: Der Nekrolog kam noch später als man gewöhnlich post kestum nennt; darum wäre mir eine kleine Skizze mit literärgeschichtlichen Daten lieber. Andere liter. Arbeiten, oder Mittheilungen neuerer Art waren mir stets sehr willkommen.— 4) Hrn. A. N—r in P.: Nummern kann ich nicht übersenden und können stets bei der Buchhandlung besorgt werden. Ueberhaüpt sind dergleichen Aufträge nur an die Buchh. zu richten. — 5) Hrn. I. A. K. in Ihre hebräischen Gedichte, übersetzt von Voltaire, Herder u. f. w. kann ich nicht abdrucken lasser; moderne Gedichte sollen, der Tendenz meines Blattes nach, ausgeschlossen bleiben. Wir haben jetzt eine gute hebr. periodische Schrift „Kochbe Jizchak". — 6) Hrn. B. in B.: Die Kritik über den Prospeklus der großen .„Geschichte des israel. Volkes" mit Stahlstichen kann ich nicht ausrehmen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird sie unter (oder über?) aller Kritik werden. — 7) Hrn» M. B. F.: Es ist die Insertion für die Eingesandten vorerst zu besorgen. — 8) Hrn» L. H. in B—y: Das schöne Gedicht des Hm. Strelisker kann ich nicht aufnehmen, da moderne hebr. Gedichte nicht für mein Blatt sind. Hingegen bitte ich um andere Mittheilungen, wenn auch die Umgegend betreffend. - 9) Hrn. G. L. in B—d: Erhalten. Witte um monatliche Zusendungen. — 10) Hrn. S—l in G—sch: Ich'habe Steuer bezahlen müssen! — Druck von I. H. Nagel.

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