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Der Orient · 1847-08-13 · Heft 33 (13.8.1847) · p. Seite 257

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 33 (13.8.1847)
Date
1847-08-13
Page
Seite 257 (sequence 1)
Language
German
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rtfw Berichte, Studien und Kritiken Achter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Th!r. Man abonnirt bei allen lÖbt., Postämtern und a len solid. Buchhandlungen auf ein^Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeberr von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar ap jedem Dienstag regelmäßig. ^§§33. Leipzig, den 13. A»gust 184^. Inhalt. Deutschland. Aus Hin terp o mer n. Adresse an den Abgeordneten v. Gottberg. Die Emancipation vom Judenthum in Köslin. Breslau. Die Feier des 9. Ab. Gleiwitz. Adresse an den Grafen von Nenard. S o n d e r s hcr u s e n. Petition um Zulassung zu Staatsamtern. (Schluß.') — Oesterreich. Prag. Erweiterung des Ghetto. Die Gemeindevorsteher. Die Extrasteuer. Vortrage von Dr. Kampf und Oberrabbiner Rapaport. — Glossen von Peter Kago. — Personalchromk und Miscellen. Ein jüdisches Parlament. Italienische Zeitschrift. London. — Briefkasten. — LB. d. Or. Deutschland. Ans Hittterpommerrr, im Juli. Die Verhandlungen des preußischen Landtags über die Judenftage haben auch unter unseren Jöraeliten sowohl vor Beginn derselben wie während deren Dauer das lebhafteste Interesse und die gespannteste Aufmerksamkeit auf stch gezogen. Konservative und Reformer waren darin einig, durch Wort und Schrift mtf die ihnen bekannten Abgeordneten einzuwirken, um ein möglichst günstiges Resultat zu erlangen, wobei man es allerdings bedauern muß, daß manche pommersche Abgeordnete , unter andern auch ein früherer Landrath, durch ihre Abstimmnngen auf dem Landtage den Ansichten, welche sie den Juden gegenüber aussprachcn und zu vertheidigen auch versprachen, ein vollständiges Dementi gaben. Am meisten ausgezeichnet hat sich tu den Bemühungen um Erweiterung unserer Rechte die Jsraeliten- Gemeinde zu Stolpe, oder wohl eigentlich der auch in jeder anderen Beziehung sehr segensreich wirkende Rabbiner Dr. Klein daselbst. / Derselbe hatte vor Beginn des Landtages eine Konferenz mit dem ritterschaftlichen Abgeordneten Herrn v. Gottberg, und überreichte demselben eine von ihm abgefaßte Petition, welche sich in Folge der von der Stolper Gemeinde erlassenen Aufforderung die meisten israelitischen. Gemeinden des KöSliner Regierungsbezirks angeschlossen hatten. Später übersandte Hr. Dr. Klein auch tiefem Abgeordneten kritische Bemerkungen zu dem Gesetzentwurf über die Juden, welche vielleicht nicht ohne Einfluß auf die so talentvolle Zurückweisung der uns zugedachten Beschränkungen von Seiten des genannten Ehrenmannes geblieben, indem dessen Reden namentlich die praktischen Seiten so gut hervorzuhebeu wußten. So erfüllte denn auch die israel. Gemeinde zu Stolpe nur einen unter den hiesigen Juden sich allgemein äußernden Wunsch, indem sie dem Abgeordneten v. Gottberg eine Dankadresse übermachen ließ, welcher sich nach ergangener Aufforderung auch sofort alle Gemeinden anschtessen, welche der Petition beigetreten gewesen. Sie lautete also: ,,Hochwehlgeborener Herr! Höchst wohlthuend und wahrhaft beseligend muß das Gefühl sein, mit edlem Sinne die gerechte Sache eines Jeden zu vertheidigen und zur Geltung zu bringen, mit offenem Muthe gegen das mit Macht gewappnete Vorurtheil in die Schranken zu treten und mit geistvollen, unbestreitbaren Gründen das Recht der unverdient Znrnck'gesetzten zu verfechten. — Gewiß tragen Euer Wohlgcboren deshalb (wir, die ergebenst Unterzeichneten, hegen die vollste Ueberzeugttng) den schönsten Lohn für die edle, muthigc mit geistvolle Verwendung, die Sie der gerechten Sache der preußischen Jsraelitm bei dem vereinigten Landtage angedeihen ließen, in Ihrem eigenen Herzen und Bewußtsein. — Aber wenn Sic auch, Hochgeehrtester Herr l in diesem Bewußtsein dm schönsten Dank sinden, so kön- 33

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