Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 31 (30.7.1847)
- Date
- 1847-07-30
- Page
- Spalte 493-494 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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493 Kritiken. Zur Kenntniß der dies ist nicht der erste literarische Streich des, greifen (in P.. .. als Rabbmatsassessor lebenden) Verfassers. - Schon vor länger als 50 Jahren schrieb er in ähnlicher Art und Weiser non oy 0?) mo^v rmrWjn vnwi noy DDpn . jn'NVVOXia Dies Werk zu besprechen, gehört »sicht her, doch lesen Sie gefälligst' einen Bericht darüber im Mea sse f für das Jahr 550 (=1790) 285 — 8 und Sie werden sehen , welchen Spektakel und welche allgemeine Indignation auch damals des Verfassers Arroganz und» gränzenlose Anmaßung verursachte! —*) II. To ra tha E m u n a, nJPDNH NH Religionslchre für die weibliche Jugend mosaischen Glaubens von Bernhard Frankel. Presburg, 1851, 8. 65 S. — Der Verfasser, der sich schon durch seine frühern Merkchen um die jüd. Jugend, besonders um die des weiblichen Geschlechtes, Verdienste erworben Hat, übergiebt hiemir denselben ein kurzes, ln Frage und Antworten abgefaßtes Religionsbuch. Es werden in kurzen Abschnitten besprochen: die Schöpfung, Vorsehung, u. s. w., allgemeine Pflichten gegen uns, gegen Nebenmenschen; Pflichten als Bekenner mos. Glaubens, als Feier-, Fest-, Fasttage \u dgl. (über Zizit und Tefillin braucht gewiß das Frauenzimmer nicht unterrichtet zu werden, und hätte dies wegbleiben sollen!), U)ü die Antworten immer mit passenden BibcLstellen belegt sind. Es werden dann ausführlich besprochen die 10 Gebote, wie die 13 „Glaubensartikel", welches letztere füglich hätte wegbleibcn können. Noch auffallender ist es aber, gleich im Anfänge des Werkes ans die Frage: „Wie viel Hauptstück-e enthalten die mosaische n Gebote "? — als Antwort zu lesen: „Zwei, nämlich: die heiligen zehn Gebote, und die dreizehn Glaubensartikel? — durchaus nicht, da sie erst eine (und zwar schon vielfach angefochtene — siehe eine spätere Note) Erfindung von Mose Maimuni find. Bei den Pflichten gegen das Vaterland heißt cs: welches sind 'die Vorschriften, die uns. der Talmud hierüber aufscellt"? — ohne daß des Talmud's früher noch Erwähnung geschah, — und auch nicht zu geschehen braucht —, im Gegentheil den Mädchen früher gesagt worden, daß wir nur durch die Bibel in Kenntniß von den Gesetzen Gottes gesetzt werden). Dergleichen Kleinigkeiten, die , sich hier und da rügen ließen, die aber dem Werth des Ganzen keinen bedeutenden Eintrag thun. — Angehängt ist: Kurzer Auszug .aus der Lebensgeschichke Mosis, eine Gabe, die hier allerdings am rechten Orte ') Ein Umstand der dem dortigen Berichterstatter entgangen, und der zur Charakteristik jenes Wertes und seines Verfassers einstweilen genügen mag, ist: daß selbst die ganze nur eine Oktavseite füllende Vorrede, welche erst einige Sätze allgemeinen Inhalts, dann einige, deren Anfangsbuchstaben unseres Verfassers Namen geben, enthält — ' Wort für Wort aus der alfabetisch abgefaßten Vorrede des Uebersetzers des maimunischen Mischnakommentars entlehnt und zusammengetragen ist!— Verlangen Sie mehr?— jüdischen Literatur Urigam's. 494 ist! Wenn die weibliche Jugend die jüdische Religion kennen gelernt, möge sie dann hier auch den Stifter derselben kennen lernen, einfach und der Wahrheit gemäß, nur nach biblischen Quellen in einer einfachen, hie und da mit schönen Betrachtungen durchwebten Sprache erzählt. III. üyja VDT)D Vnrfon. Biographie des berühmten ehrwürdigen Nikolsburger Lokal- und MährischenLandrabbiners, Herrn Markus Benet, von seinem Sohne Jakob Obril. Ofen, 1832, 8. IIS S. — Das Merkchen zerfällt in 2 Abtheilungen, deren, erste (S. 6—52) die eigentliche Biographe, die zweite (S. 53— 116) Proben aus des Verstorbenen literar. Nachlaß enthält. Wir wollen von der ersten unfern Lesern das Wiffenswertheste in gedrängter Kürze mittheilen. — M. Benet wurde 5513 (=1753), im weißenburger Komitat (in Ungarn) geboren, im 6. Jahre zu seiner Großmutter nach Nikolsburg gebracht, wo er als Kind schon besonderes Talent verrieth — ein Reicher auf ihn aufmerksam wurde, unter seiner Protektion ihn nahm, zu einen Rabbiner im Elsaß schickte, wo er solche Progressen machte, daß bis zu seinem 13. Jahre er bereits drei Werke (Kommentar zur Pesach-Haggada, zur Tora und talmud. rpin wmn) geschrieben hatte. Als diese durch den Neid Anderer vernichtet wurden, wandte M. B., darob erbittert, vom Talmudstudium sich ganz ab, zu welchem er nach 2 Jahren doch wieder zurückkehrte. Er studirte (Talmud) später in Fürth und in Prag, hcirathete 5533(=1773) in Nikolsburg, wo er im folgenden Jahre zum Dajan ernannt, dann in kleinen Gemeinden als Rabbiner ausgenommen, und zuletzt im I. 5550 (=l790) wider zurück nach Nikolsburg als Lokalrabbiner berufen, ein Jahr später mittelst kaiserl. Diplom's zum Landrabbiner ernannt wurde. — M. 33. war ein gründlicher Talmudgelehrter betrieb dies Studium systematisch, studirte auch hebr: Sprache, Grammatik, jüdischen Philosophie rc. (vgl. auch Bikure - Ittim), war er in seiner Art tolerant genug, wenn er auch aus allen Kräften gegen den Hamburger Tempel, gegen Deutschbeten, gegen Choriu.ro. kämpfte. — Ec schrieb auch Hebräisch und Deutsch nicht übel, wie das beigelegte (hebr.) Gebet, und der (deutsche) Bericht an die hohen Landesstellen beweisen. — In seinem 60. Jahr wurde er von einer schweren Krankheit heimgesucht, mußte K a rlsb ad deshalb besuchen, wo er den 13. Ab 5589Jf=1829) starb, einstweilen in dem 2 Stunden von K. entfernten Lichtenstadt begraben, und nach langem Nachsuchen, Bitten und Prozessiren konnte die nikolsburger Gemeinde erst die Erlaubniß erlangen, ihn auszugraben und nach N. führen zu dürfen, wo er den 10.Adar anlangte u. den 12. feierlichst zum zweiten Male begraben, wurde. — — ' — Der zweite Theil enthält: Erklärungen zu. verschiedenen Bibelversen, dem gegenwärtigen Standpunkt zwar nicht angemessen, aber doch einfach und ziemlich verständlich, wenn auch Manches stark nach Derusch riecht-: eine Erklärung (!) über die 15 Dajenu m der