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Der Orient · 1847-07-16 · Heft 29 (16.7.1847) · p. Seite 225

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 29 (16.7.1847)
Date
1847-07-16
Page
Seite 225 (sequence 1)
Language
German
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wm üi erichte Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbll Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Studie« und für Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Znlius FüE. iken Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturbtatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. mm, cipzig, den 16. Juli Inhalt. Deutschland. Berlin. Protest einer Anzahl preußischer Juden gegen Erklärungen zweier Staatsminister. Berlin. Obi male, ibi pütria. Posen. Betrachtungen über die Redner des VL. ür der Judensache. Rakel. Dankadresse an den Papst. Posen. Vermischtes. Altona. Petition an die nächste holst. Standeversammlung. Berlin. Judenemanoipation und Freiheit. Herr v. Rothschild in London und Herr v. Vincke. Offenbach. Entgegnung an Dr. Formstecher. Gondershausen. Petition an den Landtag. Sohr au (OS). Leichenbeftattung von Abr. Muhr in Pleß und Leichenrede des Dr. Geiger. — Personalchronik und Mscellen. Petersburg. — LB. d. Or. Deutschland. Berlin, 7. Juli. Eine bedeutende Anzahl der geachtctstm jüdischell Preußenhat folgenden Protest erlassen^ der den Stadtverordneten überreicht werden wird und ür dem in Leipzig erscheinerrdeu „H er old" veröffentlicht wurde. Der Protest lautet: Erklärung* einer Anzahl preußischer Juden gegen die Aeußerung der Staatsminister v. Thiele und v. Bodetschwingh: „daß der Jude kein Preuße sei". In der Sitzung der Dreiständekurie vom 14. Juni d. I. hat der Herr Staatsminister d. Thite Ercl.Folgendes ausgesprochen: „Es ist von der Presse die Rede gewesen und von dem Einflüsse, den jüdische Schriftsteller in derselben ausüben. Ich schreibe diesen Einfluß keineswegs einer Feindseligkeit zu, aber ich muß ihn dem Umstande zuschreibm, daß der Jude an und für sich kein Vaterland haben kann, alS das, w oranf ihn sein Glaube hi uw eist; Ziou ist das Vaterland der Juden. Jeder Jude, der ein gläubiger Jude ist — denn von Solchen, die Diejenigen preußischen Gemeinden, welche sich der obenstehenden Erklärung anschließen, mögen es durch diese Blätter bekannt machen. Red. weder m Christum noch an Mosen und die Propheten glauben, ist hier nicht die Rede — also jeder Jude, der an seine Religion glaubt, hat dort ein Vaterland, von dem er seinen Blick nie wegwendet. Er kann unter andern Nationen wohl ein guter Unterthan sein, er kann den Zuständen, in denen er lebt, anö eigenem Interesse oder aus allgemeiner Menschenliebe große Opfer bringen: er wird aber nie ein D eutscher, nie ei:: Preuße werden, weil er ein Jude bleiben muß". Wir protestiren hierdurch öffentlich und feierlich gegen diese Erklärung des Hrn. Staatsininisters v. Thi lo E.rcl. Wir protestiren gegen dieselbe ebensowohl als Juden, wie als Bürger des preußischen Vaterlands. Wir können zunächst Niemandem das Recht zngestehen, darüber zu urtheiten, ob wir als treue Preußen auch Juden, ob wir als treue Juden auch Preußen sein können, da wir uns zu Beidem feierlichst bekannt haben und für dieses unser Bekenntnis' Niemandem verantwortlich sind, alS ttnfcrm eignen Gewissen. Wir können ferner Niemandem das Recht zugestehen, unS ein andres Vaterland auszndrängen, als das preußische; wir müssen uns aufs Feierlichste hiergegen verwahren, den heiligen und unverbrüchlichen Eider: gegenüber, die wir unter dem Beistände unserer Religion als Bürger und als Krieger den: gemeinsamen preußischen Vaterlande geschworen haben; wir müssen taut und vernehmlich dagegen protestiren, damit nicht sämmtliche preußische Staatsbürger 29

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