Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 27 (2.7.1847)
- Date
- 1847-07-02
- Page
- Spalte 429-430 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/8555529-9890729-9890740--5034-3533311- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
429 Studien. Literarische Analsten. Berlchtigung von Dr. Landsberger. 439 religiösen Wirren versuchen, wie auch über das Wesen und die Grundbedingung der Reform abhanden. B cody, den 4. Marz 1847. Literarische Nna!e?ten. Berichtigung, Nach der in Nr. 25 dieses geschätzten Likeraturblattes unter literar. Miseellen II von Hrn. Rabbiner A. Schmiedl aufgestellten Ansicht soll, das von Talmud und Midraschim so oft in Gebrauch genommene Wort von rad. \nyü derivirt sein und gleich dem griechischen mgoTtecz^TiKog einen Anhänger der aristotelischen Lehre, einen Pc-npatetiker bezeichnen. Diese Kon- Mur sucht Herr Schmiedl durch die Behauptung zu unterstützen.: man mufft, bei der gewöhnlichen Erklärung des Wortes durch Araber oder arabischer Kaufmann, sich wohl höchlich wundern, wie N3'33 gelehrte Unterhaltnugen mit einem solchen pflegen, oder wie ”3N mild NDD11 dilrch dessen lnedieinischeu Rath von ihren Schmerzen befreit werden konnten. Die' UnHaltbarkeit dieser Erklärung konnten wir durch viele Ualmudische Stellen uachweistnr, wir wollen uns jedoch begnügen, nur die zwei wichtigsten hier hervoczubeben. Wir lesen nämlich in Gittill 45 b ,,No^n 'nnxi nwt *,-pi .^3Ni. rpDpb- ^.•DnT/ imb in Pesachim 65 1) „NOn 31 “idn ^inN^.b^eo niys: iHded |no. UN ~nN\ b^ Der Ansicht des Herrn. Schmiedl zufolge mußten wir nun Nny^D mit eineAühängerin der aristotelischen Lehre, eine Peripatetikerin oder eine Philosophin zaz9 i§oyj]v und r.iy'P mit, das. peripatetisch - p-hilosophische System oder mindestens mit Philosophie naz *Z°XW erklären. Wie lächerlich aber eine solche Auffassung wäre, wird Hr. Schmiedl wohl selbst ein sehen, da er gewiß unter Nny-P keine philosophisch gebildete Dame, sondern nur ein schlichtes, Handel treibendes Weib wird verstehen wollen , das dem ^3N, eilten Beutel mit Tefilin jum Kaufe au bietet. Eben so wird Hrn. Schmiedl durch den Zilsalnmeilhan.g mit „PvD }rvo 3riNi, “rriN hj tnruxb b V3!3V.3^3" bald klar werden, das; an der dortigen Stelle nur durch die Worte Ra sch i's ,,~pn »31 Nin Dnnp ' erklärbar .ftft weil es wohl die Sitte reisender Kaufleute, aber nicht die irgend eines philosophischen Systemes oder irgend eines Philosophen, selbst llicht die des dispütirend-lustwandelndeu ist, sich ein Reisebündet oder gar eine Waarenlast -über die Schulteren werfen, um auf diese Weise desto leichter damit fort- 'kommen zu ' können.'. Was die Weisheit und medieini- ■|cfic Kenn tu iß des &])'}&. betrifft^ scheint' es uns wenigstens nicht im mindesten befremdend'^ wenn ein. herum-' ziehender Kaufmann, der auf seinen vielen Reifen mit den Sitten und Gebräuchen der verschiedmeri Völker bekannt geworden und ErfahrnngeunrancherArtgesamlnelt hat, mit Rabba b. b. Chana sich über philosophische Gegenstände nn- Aerhält, oder dem Abbaji und Nab Papa mit erfolgreichem medieiuischeu Rath an die Hand geht, zumal bei einem so geringfügigen Uebel wie Zahnschmerz und einem Unwohlsein, wodurch momentan das Athmen einigermaßen erschwert wird (s. Aboda Sara 28a und26a), wofür gewiß jede erfahrene Hausfrau probate Mittelanzuratheu im Stande ist. Das Wort will uns demnach keinesweges nach Hrn. Rabb. Schmiedl einen Philosophen, sondern nach Raschi einen b^'^O^ vor's Auge, führen, »was auch aus dem syrischen oder \lll und dem arabischen ^jdaJ I, ein Manu aus dem Stamme der Tajiteu,, die An südlichen Arabien wohnten, leicht ersichtlich ist. Das in abweichend vom syrischen und arabischen, uns eutgegentreteude zdürste, wie dies zuweilen geschieht, für n unddaS darauffolgende n vielleicht für den Vokal Zekofo, vielleicht auch zur Bezeichnung des Status emphaticus gesetzt worden sein, obgleich dieser letztere schon durch das für n stehende y ansgedrnckt wird; beim Femininum fallt dies.tt dann . S S natürlich weg. Das arabische f war anfangs bl es der Ausdruck für dm tajitischen Stamm der Araber, später wurde er zur Benennung Aller, die arabischen Ursprungs waren und ■ besonders auch solcher, die sich zur muhanunedanischen.Religion bekannten, also gleichbedeutend mit (s. Bern st. lftex. 8^r. p. 196). Das syrische ist wie das arabische I Sdcr Ausdruck für Jstamismus, Religion der Moslemen^ Demzufolge dürsten wir das des V'b')? 33 nicht mit den snbstativen r sondern mit dem adverbialen Juf!identist'ciren, und müßten n'V'ro für fefen, weit hier nicht ans die islamische Religion, .sondern auf dir islamische Sitte angespielt werden soll. Wahrscheinlich waren unter den Tajiteu viele Kaufleute, die auch mit den zur Zeit der Talmndisten lebenden Juden in gesellschaftlichenr Verkehre standen, darum nur wird in Talmud und Midraschim mit dem Begriffe Araber, den das Wort ursprünglich bezeichnet, auch die zufälligen kaufmännischen Eigenschaften derer, die diesen Namen führten, verbunden. Breslau. Dr. I. Landsberger.