Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 24 (11.6.1847)
- Date
- 1847-06-11
- Page
- Spalte 371-372 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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371 Studien. Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien. 372 zum Talmud und zu den PoSkim von verschiedenen alten und berühmten Rabbinern — 78) DW (ohne Benennung des Autors), enthalt den zweiten Theil des im Jahre 1816 zu Warschau erschienenen Buches oder auch unter dem Haupttitel: rpM auf HDD — Ängehängt sind: 1) pN1? pro lann,. über das Gestatten des neuen Getreides in den außerpalästinischen Landern. 2) m.\ ü'iw’y, oder 20 erläuternde Bemerkungen zu dem Buche-bpayn mno. 3) Diverse und radbinische Dissertativntt: nebst Auszügen aus dem Buche (von demselben Verfasser) noDnn über Traktat *03 Ny^D ttnb. rninn by Dmn idd, Warschau/1817, 4. 50 Bl., bei Hirsch Nathan. Der Druck ist sehr schlecht. — (Fortsetzung folgt.) Geschichte dev jüdischen Literatur in Babylonien. / . Eiire 'Skizze / / ... . von ■ / Dr. I ü l tus F ii r st. (Fortsetzung.) Neuntes Kapitel. 2. So vorbereitet durch Familienanschen und umfängliche Kenntnisse, hochgeachtet und verehrt wegen seiner Frömmigkeit, welche die Haggada in Wundersagen erhalten3<i2> verwaltete Jehuda b. Jech eskel das Rektorat zu Pum- Badita 42 Jahre (250—292), die letzten zwei Jahre seines Lebens, um welche er Rab Huna, den gewesenen Rektor zw Sora überlebte, die soranische Hochschule noch mitvertretend3G3. Er traf viele Einrichtungen in der Stadt seiner Wirksamkeit, in Pum-Badita3", wo er seine regelmäßigen Vorträge (Picke) gehalten3G5, und da er bereits bei dem Antritte seines Amtes an Jahren vorgerückt war3G°, so nannte man ihn gewöhnlich 362) Tarnst 24 a; Berachot 20 a^ Sanhedrin 106 b; Nidda 13 a. Er wurde sogar über Samuel, der selbst von ihm gesagt, er sei kein Weibgeborener (Nid. t. e.), gestellt, und' R. Chanane l hat nach einer alten Überlieferung das tb)y rhyzb oviinnnv hdo1? Dw!?y ■ vwh T®n auf das jenseitige Berhältniß zwischen Samuel und Jehuda bezogen (Tos. Baba Batra lv b; vgl. °Aruch Art. 363) Scherira 1. e S. 35; vgl. oben Kap. 7. §. 3. — 364) Nidda 24 b Raschi; Lb. "77 b; Chullin 110 a; Gittin 60 b; Kidduschln 70 b. . 365) Sabbat 148 a. —> 366) Wenn die Sage richtig ist, daß er am Todestage . oder im Todesjahre Jehuda Ha-Nasi's geboren wurde (Kidduschin 72 b), so war er bereits beim Antritte seines Amtes 58 Jahre alt, und als er 292 gestorben, wäre er demnach gerade 100 Jahre all gewesen. —. „den Alten Pum-Badita's (Saba de Pum-Badita)", der unverfehlter Samuel's Lehren überliefern konnte367. ".2CIS Saba oder Alter st.udirte er .für sich die Barajta von den Geheimnissen der Schöpfung (Barajta" de M/aße Bereschit), zu der man im jugendlichen Alter nicht schreiten durste3GGder Hochschule jedoch, wo eine ansehnliche Schülerzahl für das praktische Leben sich ausbilden wollte / war S e d e r. N e s ik i n oder derjenige Theil der Mischna - Erläuterung, welcher über das jüdische Recht handelt, das Hauptstudium369 , und da das Criminalrecht in Babylonien keine Anwendung hatte und man für dasselbe daselbst auch'nicht promovirt wurde37°, so war es natürlich in dieser Abtheilung wieder nur diejenige Partie, welche vom Civilrechte handelt, und selbst dieser praktische Theil wurde nicht mit'jener Spitzfindigkeit durchgenommen, die später unter?lbbaji als Unsitte etngertffcn 37\ Er oblag aber diesem praktischen Studium, gerade weil es sich bei ihm aus einen Mittelpunkt 'zurückgezogen, mit solchem Eifer, daß Gebet und Studium ihm in Eins zusammengeflossen, und nur wenn er allmonatlich die Repetition der Mischna abgeschlossen, redigirte und ordnete er seine zur Andacht bestimmten Hymnen, wie andere damals dies gewöhnlich bei Festtagen machten372. Die Ausbildung des cioilrechtlichen Theils der damaligen jüdischen Wissenschaft, weil hier Theorie und Praxis sich die Hände reichten, war aber auch der einzige Vorzug Babyloniens. In Bezug auf Kalenderbestimmung ^Kiddusch ha-Chodesch, °Jbbür), die bekanntlich von palästinischen Hochschulen ausging, und in Betreff der Promotion (Semicha) für praktische Anwendung des Criminalrechts (Dine Kenasot, Dine Nefaschot), hatte Palästina einen Vorzug 373 , und nur in Bezug auf'das Civilrecht hatte Babylonien den Vorrang. Nächst dem Studium des (Zivilrechts, auf welches der gefeierte Lehrer Jehuda seine Thätigkeit verwendete, und bei der Gewissenhaftigkeit, mit welcher er seine Autoritäten — und wo sie unbestimmt waren, da gab er diese Unbestimmtheit an — in Gesetzbestimmungen angegeben, um die Traditionen auf ihre wahre Quelle beständig zurückzuleiten37'V scheint er sich noch in Bezug aufdie Sprachgestaltung ein Verdienst erworben zu haben. Die herrschenden Idiome, deren die Gebildeten und Gelehrten untereinander im Umgänge sich bedienten, waren damals theils das Hebräische der Schrift (Leschon Tora), theils das Ne u h e br äische, wie es sich als Gekehrt e n spra ch e 367) Sanhedrin 17 b; 'Erubin 79 b. — - ’ 368) Chagiga 13 a. — 369) Berachot 20 a Raschi; Sanhedrin 106b; Trankt 24 a* — ■ . 370) Chullin 18b Raschi. — 371) Die übrigen Sedarim mußten ibm daher auch mehr oder weniger fremd bleiben , was er auch selbst eingestanden. Siehe die Stellen iw den Citalen von Anm. 369. — 372) Rösch Ha-Schana 35 a; Sed. Ha-Dorot 108 d. :— 373) Horajot 11 b; Chullin 18b Raschi; Jakob Tam in Tos. zu Chullin das — 374) Chullin 18 b; Bechoröt 36 b.