Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 24 (11.6.1847)
- Date
- 1847-06-11
- Page
- Seite 192 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 192 ihre Anmaßung, die der Einheimische unmöglich ertragen kann, nur Zerrissenheit und Unfriede unter die Lehrer streuen; dem höchstens der Religions-Vortrag einzuräumen ist,) 300 fl., zwei ändern jeder zu 200 fl., ein Gehilfe 100 ft., der sich allerdings auch mit Kosttagen begnügen kann, wie uns bekannt, daß runder Schule zu Ofen (Taban) in den ersten Jahren der Gründung selbst die ersten Lehrer auf" diese Art substsiärt. wurden und nicht destoweniger Großes leisteten.' — Es bleibt ’ demnach ans Schulzmö und Holz 296 fl., was bei der wahrscheinlich nicht zu übermäßigen Population jener Gegend und der Billigkeit des Holzes mehr als hinreichend sich Herausstellen dürste. Die erste Eüirichtung.der Schule nachdem ihr Bestand ermittelt, kann nicht mehr in Frage gezogen werden. Das ist der einfachste, wahrhafteste, aber auch, in sofern die Gemeinde einig, wie aus Ihren Worten zu entnehmen, nicht ein einziges Mitglied der guten Sache hemmend entgegen treten wird, da der Rabbiner selbst für die Sache gestimmt, vor der Hand der sicherste, zuverlässigste Weg die erste Gründung der Schule zu bewerkstelligen. — Gewiß kommen dann Lehrer an die Anstatt^ die nebst Fähigkeit auch anhaltenden Fleiß mit einem moralisch-religiösen Charakter verbinden; leben sie unter einander in friedlicher Eintracht, genießen sie beim Publikum die ihrem hohen Berufe gebührende Achtung, was in einem die Bildung an strebenden Orte vorauszusetzen, ist der Schulvorstand nicht von eigennützigen Absichten besudelt, wie, um durch ein Beispiel mich verständlich zu machen, der in diesen Blättern Nr.?. i 21—22, ^7 berührte Schulkasstrer, dererst am 26. v. M.-, nachdem die Schule bereits vor zehn Monaten schon eingegangen , einen Gehaltrückstand g er ich tli ch auszuzahlm gezwllng'en werden mußte; greift nicht Arroganz, Aufgeblasenheit, Sichberichmtmacherei störend in die Triebräder des Schulwesens, was Alles beseitiget wird, wenn alle Theilnehmcr von der erhabenen Idee derMenschenveredelung wahrhaft durchdrungen find, gewiß sagen wir, gewiß wird und muß eine Anstalt gedeihen, deren Lebmselemente S a ch k e n nt ui ß und Hing eb u n g, deren Boden W a h r h e i t und E i n i g k ei t, deren Wstege %h atkr ast und Un eig eu niitzigkeit unt? deren Leitung das erhabene Bewußtsein und der lebenerstarkende Seelengenuß ist, im, Tempel Israels einen Altar des Vaterlandes errichtet und auf demselben Opfer für Menschenwohl und Brnderglück dargebracht und in der Geschichte Unsterblichkeit sich erwerben zu habeni'»'^ M. Strauß, Lehrer. PolMund Rußland. Ein schon i!n vorigen Monat znm UkaS erhobenes Glttachtcn des Reichraths bestimmt, daß Inden nur daun Verlag von C.. L. Fritz sch e. die Erlaubmß zum Betrieb der Destillation, Branntweinbrennerei , Meth- und Bierbrauerei erhalten sollen, wenn sie als Arbeiter einer solchen Anstatt bei' der zuständigen Behörde ihre Kontrakte den Besitzern und ihre Pässe, auch Zeugnisse aus frühem gleichartigen Stellen vorgezeigt habeil und eine formelle, jährlich zu erneuende Erlanbniß zu solcher dienstlichen Stellung nach suchen. - . (B. Z.) Petersburg, 25. Mai. Mit der' geistigen Reform der Juden in Rußland (?) schreitet nur: auch unter energischer Fürsorge der Regierung ihre bürgerliche vor. Seit mehren Jahren schon werden sie als Ackerbauern ans den westlichen in die südlichen Departements versetzt uud auf bisher unbenutzten Ländereien kolonisirt. Zunächst wurde für diesen Zweck das Gouvernement Ehcrson bestimmt. Dieses ist nun mit jüdischen Ansiedlern zur Genüge versehen und kann keine neuen mehr aufnehmen. Jetzt sind 60,000 Desätinm Land für neue jüdische Ansiedler in den Gouvernements Jekaterinoslaw und Tannen (Krim) angewiesen; in ersteres wurden 1Z45 schon an 285 jüdische Familien ans den Gouvernements Kowuo, Mohilew und Witebök ubergesührt. So wird die Bevölkerung des westlichen Landstrichs, bisher nur dem Schacher und Schankbetnebe frvhuend, wodurch fle der örtlichen Bevölkerung -eine währe moralische Pestbeule.wurde, zu einer der nützlichsten Klassen Ux menschlichen Gesellschaft umgeformt. . Wie der Minister des Innern jetzt offieiell nachweisi, so äst die von dm Juden erhobene sogenannte Kmbsteuer (Koröbka) sehr gering und .beiweitenr zur Erhcittnng ihrer neuen Lehranstalten nicht genügend. Sie betrug im vorigen Jahre nur 50,000 Rubel. (D. A. Z.) Personalchronik und Miseelleu. Breslau. Es hat sich in der hiesigen jüdischen.Gemeinde ein Verein gebildet, der arme verlassene Knaben eine Profession erlernen lassen will, um sie auf diese Weise zv brauchbaren und ihren Bedarf auf ehrenvolle Weise gewinnenden Männern heranzubilden. Die Gesellschaft gewährt dem Meister 20—30 Thlr. Lehrgeld und ein Gebett Betten. Sorgte man nur auch dafür, daß während der Lehrzeit die geistige Bildung der Knaben nicht vernachlMgt würde! * * > Berlin. Bei den überhäuften Geschäften des Landtages und der Ausdehnung der Verhandlungen fragt es sich noch, ob die Iudenproposttion zur Sprache kommen wird. — Dr. Gün sb urg ist zum Direktor der Zakobsohn'schen Anstalt in Seesen wir 2000 Thlr. Einkommen angestellt. Druck von I. H. Nagel.